Mit Medaillenhoffnungen auf nach Athen

Team aus der Johannes-Diakonie Mosbach freut sich auf dieSpecial Olympics World Summer Games 2011

Jennifer Rosenlehner, Udo Götz und Claudia Geiger (v.l.) freuen sich auf die Special Olympics World Summer Games 2011 in Athen. (Bild: Annette Peters)

Mosbach. Wenn Jennifer Rosenlehner, Claudia Geiger und Udo Götz am 20. Juni in den Flieger Richtung Athen steigen, dann nicht, um Urlaub an der Ägäis zu machen. In der griechischen Hauptstadt nehmen sie am weltweit größten Sportevent dieses Jahres teil, den Special Olympics World Summer Games 2011. Oder auf gut Deutsch: den olympischen Sommerspielen der Menschen mit einer geistigen Behinderung.

So ganz haben sie die Dimensionen noch nicht erfasst: Die Radsportlerin Jennifer Rosenlehner tritt als eine von vier deutschen Konkurrentinnen an, der Bowlingspieler Udo Götz vertritt Deutschland in seiner Disziplin als einer von drei Männern. Die Nachricht von ihrer Nominierung erhielt Jennifer kurz vor ihrem 25. Geburtstag – doppelter Grund, um mit ihrer Wohngruppe ordentlich Party zu machen. Der ebenfalls 25 Jahre alte Udo Götz hat sich ganz einfach „riesig gefreut“. Ansonsten üben sich beide Sportler in Bescheidenheit.

Ganz überraschend kamen die Nominierungen für die beiden Bewohner der Johannes-Diakonie Mosbach freilich nicht. Beide schlossen bei den Special Olympics National Summer Games 2010 in Bremen glänzend ab, mit Goldmedaillen in den höchsten Leistungskategorien. Udo Götz holte darüber hinaus den inoffiziellen Titel „Bester Bowlingspieler des Turniers“. Kein Grund also, den internationalen Vergleich zu scheuen.

Claudia Geiger fliegt in mehrfacher Mission mit, unter anderem als Coach für das gesamte deutsche Radteam. Außerdem trainiert sie Jennifer Rosenlehner, jetzt in der „heißen Phase“ der Vorbereitung sogar zwei- bis dreimal pro Woche. Zusätzlich tritt die Athletin zweimal pro Woche mit ihrer Mountainbikegruppe in die Pedale. Udo Götz geht regelmäßig zum Training ins Rock’n’Bowl Center nach Obrigheim, außerdem steht über Pfingsten noch ein Trainingslager in Dresden an. Beide Athleten haben sich darüber hinaus in verschiedenen Seminaren auf die Wettbewerbe vorbereitet.

In Athen wird es buchstäblich heiß hergehen, denn es werden Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius erwartet. Während Udo in der klimatisierten Sporthalle davon weniger belastet wird, heißt es für Jennifer schon jetzt: Trink-Training. In Griechenland angekommen, werden die drei zunächst – zusammen mit den Delegationen aus Deutschland, Österreich und Italien – das bei Special Olympics traditionelle Host Town Programm auf Korfu genießen, bevor am 25. Juni die Wettkämpfe in Athen starten. Dann heißt es Daumen drücken für die Athletin und den Athleten aus der Johannes-Diakonie, die berechtigte Medaillenhoffnungen haben.

Special Olympics ist die weltweit größte, vom IOC offiziell anerkannte Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. 1968 wurde sie in den USA durch Eunice Kennedy-Shriver, der Schwester von John F. Kennedy, aus der Idee heraus gegründet, Menschen mit geistiger Behinderung eine Teilhabe an Sportaktivitäten zu ermöglichen. Heute ist Special Olympics mit mehr als 3,1 Millionen Athleten und Athletinnen in 175 Ländern vertreten.

Die 13. Special Olympics World Summer Games finden vom 25. Juni bis 4. Juli an der Geburtsstätte Olympischer Spiele der Neuzeit statt. 7.500 Athletinnen und Athleten aus 180 Ländern werden in Athen erwartet. 22 Sportarten stehen auf dem Programm. Die deutsche Delegation umfasst 226 Personen, darunter 167 Athletinnen, Athleten und Unified Partner sowie 59 Trainer. Die Johannes-Diakonie Mosbach beteiligt sich seit 2006 auf nationaler Ebene an den Special Olympics, seit 2007, damals bei den Weltspielen in Shanghai, ist sie auch auf internationaler Ebene dabei. Ermöglicht wird dies durch Spendengelder und Sponsoring.

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