Meisterschüler begeistern mit Spielfreude

Die fünfjährige Yuka Ogasawara. (Foto: Hofherr)

Waldkatzenbach. Ein kleines Jubiläum und ein kultureller Höhepunkt erlebten am Freitag die Besucher in der evangelischen Kirche in Waldkatzenbach. Bereits zum fünften Mal hatte sich Geigenvirtuose Nobuhiko Asaeda mit seinen Meisterschülern angesagt. Zu verdanken ist dieses Konzert, bei in diesem Jahr anspruchsvolle Solostücke im Mittelpunkt standen, durch die fast 30 Jahre andauernde Freundschaft des Künstlers mit der Familie Uta und Gerhard Neureither.

Nobuhiko Asaeda, 1955 in Tokio geboren, erhielt bereits mit vier Jahren den ersten Geigenunterricht. In seiner Geburtsstadt begann er auch das Studium an der dortigen Musikhochschule. Bereits 1975 verließ der Geiger seine Heimat, um seine Studien in Europa zu vertiefen. Am Wiener Konservatorium wurde er von Professor Walter Barylli ausgebildet. Anschließend war Professor Odnoposoff bis 1985 sein Lehrer. Bereits 1979 kam Nobuhiko Asaeda als 1. Geiger ans Nationaltheater Mannheim, wo er im Jahr darauf Konzertmeister wurde und bis 1999 blieb. Nachdem er Mannheim verlassen hatte, folgte eine rege internationale Konzerttätigkeit, die Asaeda unter anderem in die Carnegie Hall nach New York und ans Pariser Konservatorium führte. Es folgten Engagements in Asien und Europa. Außerdem war er Assistent am Amadeus Course an der Royal Academy in London.  

Seit 2006 leitet er die nach ihm benannten Meisterklassen. Unter Anleitung international anerkannter Musiker erarbeiten die Kursteilnehmer in Italien, Frankreich, Japan und Deutschland (Hirschhorn) ausgewählte Werke der klassischen Musikliteratur. Die Teilnehmer von ambitionierten Hobby- bis hin zu Profimusikern erhalten täglich Einzelunterricht bei Nobuhiko Asaeda. Ziel eines Kurses ist es, den Musikern eine vertiefte Sicht auf die Werke zu vermitteln.




Zum Abschluss des Kurses findet eine Konzertreihe statt, zu denen Solo-, aber auch  Kammermusik- bzw. Sommerkonzerte gehören.

Durch die Freundschaft mit Neureither ist es daher inzwischen zur Tradition geworden, dass einmal im Jahr ein solches Konzert mit Meistern ihres Fachs in Waldbrunn stattfindet und dort nicht nur von Musikkennern mit Begeisterung aufgenommen werden.

In diesem Jahr stand das Konzert im Zeichen anspruchsvoller Solostücke. Den Auftakt machte Yoko Sonoda mit der Solo-Suite Nr. 7 von Georg Philipp Telemann. Es folgte Risa Yoneda mit der Solo-Sonate G-moll von Johann Sebastian Bach. Wurden bereits die ersten beiden Stücke von den Zuhörer mit starkem Beifall bedacht, sorgten Takako Igarashi (Violine) und Mizuki Tanabe (Cello) mit dem Duo für Violine und Cello von Zoltan Kodaly für ein begeistertes Publikum. Den Höhepunkt vor der Pause setzte Kaoru Ogasawara mit Recitativo und Scherzo-Caprice von Fritz Kreisler.

Nach der Pause hatte die jüngste Schülerin, die erst fünfjährige Yuka Ogasawara, ihren Auftritt. Für ihren Vortrag eines Beethoven-Menuetts wurde sich vom Publikum mit heftigem Beifall gefeierte.

Abschließend spielten die Künstler das Streichsextett „Souvenir de Florence“ von Peter Tschaikowski. Die elegische Melodie war dem Komponist bei einer Reise nach Florenz eingefallen.

Das Stück schöpft alle Kombinationsmöglichkeiten der Besetzung aus und verbindet schöne Melodien mit fesselnder Rhythmik. Eine große Palette an Möglichkeiten erfreue jeden mitspielenden Musiker heißt es, was in der evangelischen Kirche in Waldkatzenbach auch spürbar war. Von den Zuhörern wurde diese Spielfreude mit lange anhaltendem Beifall entsprechend belohnt.

Interpreten des Stücks waren Nobuhiko Asaeda, Takako Igarashi und Risa Yoneda (Violine 1), Christoph Müller, Kaoru Ogasawara, Yoko Sonoda und Angelika Brinkmann (Violine 2), Cornelia Brányik und Lisa Rave (Viola), Mizuki Tanabe, Christian Delacroix und Axel von Rumohr (Cello).

Meisterklasse Asaeda 

Alle Künstlern in der evangelischen Kirche Waldkatzenbach. (Foto: Hofherr)

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