Landschaftserhaltungsverbände treffen sich in Bronnbach

Gründungswelle hält weiter an – 36 Teilnehmer aus dem ganzen Land

Helmental

Bei einer Exkursion ins Naturschutzgebiet Helmental bei Werbach konnten die Besucher der zweitägigen Tagung der Landschaftserhaltungsverbände einen Eindruck von der Natur und der Arbeit des Landschaftspflegeverbandes im Main-Tauber-Kreis gewinnen. (Foto: MTK)

Bronnbach. (mtk) „Die Landschaftserhaltungsverbände sind weiter auf Wachstumskurs. Waren es im Dezember 2012 noch 13 Verbände in Baden-Württemberg, existieren mittlerweile 18 und in naher Zukunft 23 Landschaftserhaltungsverbände. Damit ist man dem Ziel, diese Dienstleister flächendeckend im ganzen Land zu etablieren, ein gutes Stück näher gekommen.“ Dies sagte Dr. Stephan Krebs von der Koordinierungsstelle der Landschaftserhaltungsverbände in Baden-Württemberg beim Treffen dieser Organisationen im Land. Das Treffen fand in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Landschaftspflegeverband Main-Tauber e.V. in der vergangenen Woche im Kloster Bronnbach statt.

Landschaftserhaltungsverbände oder ähnliche Verbände wie der Kommunale Landschaftspflegeverband Main-Tauber e.V. sind meist landkreisweit organisierte, gemeinnützige Verbände, die Gemeinden, Landkreisen, privaten Grundstücksbesitzern und Flächenbewirtschaftern zuarbeiten. Ihr Aufgabenspektrum ist breit gegliedert und reicht von der Erhaltung der Kulturlandschaft über die Landschaftspflege bis zur Umsetzung der „Natura-2000“-Managementpläne. „Natura 2000“ ist ein vom Europäischen Rat geschaffenes Schutzgebietssystem, von dem besonders wertvolle Typen von Lebensräumen und geschützte Pflanzen- und Tierarten profitieren sollen. Die Natura-2000-Gebiete untergliedern sich in Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete) und EU-Vogelschutzgebiete.




Die Vertreter dieser Verbände finden sich seit 2011 jährlich zusammen, um sich bei Vorträgen, Diskussionen und Exkursionen auszutauschen und zu informieren. Im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens standen aufgrund der Vielzahl an neu gegründeten Verbänden Informationsvorträge. So schilderte Lorenz Flad, langjähriger Geschäftsführer des Kommunalen Landschaftspfleverbandes Main-Tauber e.V., seine Erfahrungen: „In den ersten fünf Jahren nach der Gründung des Verbandes muss man schon sehr viel Überzeugungsarbeit leisten. Es lohnt sich jedoch, für die Landschaftspflege zu kämpfen, und ich wünsche vor allem den jüngeren Vertretern der Verbände viel Durchhaltevermögen.“

Erster Landesbeamter Dr. Ulrich Derpa schilderte den 36 Teilnehmern des Treffens die Vorteile dieser Verbände: „Die Erfolgsgeschichte unseres Modellprojekts ‚Pflege der Trockenhänge im Taubertal‘ von 1989 bis 1999 sowie der anschließenden Gründung des Kommunalen Landschaftspflegeverbandes Main-Tauber e.V. zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit von Vertretern aus Naturschutz, Landwirtschaft und Kommunen ist.“

Auch Wolfgang Stein, Bürgermeister der Großen Kreisstadt Wertheim, zeigte sich erfreut, dass die Veranstaltung auf der Gemarkung Wertheim stattfindet und stellte die Vorzüge der attraktiven Stadt von der Wertheimer Altstadt bis zum Einkaufszentrum Wertheim Village sowie die Pflegemaßnahmen auf Wertheimer Gemarkung vor.

Im Verlauf der zweitägigen Tagung erhielten die Teilnehmer in den verschiedensten Vorträgen, wie zum Beispiel „Aufgaben und Profil eines Landschaftserhaltungsverbandes“, „Steuern und Versicherungen für Vereine“ oder „Gesamtbetriebliche Beratung zur biologischen Vielfalt der Kulturlandschaft“ zahlreiche Informationen zu den Hintergründen der Arbeit eines Landschaftserhaltungsverbandes. In Exkursionen in einen Weinberg oder zu den Muschelkalk-Trockenhängen rund um Werbach konnten die Teilnehmer einen Eindruck der hiesigen Landschaft und der Aufgaben der Landschaftspflege im Kreis gewinnen.

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