Rettungskonzept für Neckarsteig erarbeitet

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Wunderschön, aber bei einem Unfall für Rettungskräfte nicht immer und überall gut zu erreichen: Der Neckarsteig, hier die Margaretenschlucht. Um die nötige Sicherheit zu gewährleisten, arbeiten die Verantwortlichen an einem Rettungskonzept. (Foto: LRA)

Neckar-Odenwald-Kreis. (lra) Der Neckarsteig, der erste zertifizierte Qualitätswanderweg im Bereich der Touristikgemeinschaft Odenwald überhaupt, erfreut sich seit seiner offiziellen Eröffnung im Januar 2012 überaus guter Resonanz. Wanderer von überall wollen die wunderschönen naturnahen und sportlich durchaus anspruchsvollen Wege entlang des Neckars erkunden.

Die häufigen Regenfälle in der ersten Jahreshälfte ließen die Begehung des Steigs an einigen wenigen Stellen zu einer gefährlichen Rutschpartie werden. Wodurch überdeutlich wurde: Schnell kann es zu einem Notfall kommen, natürlich auch bei normalen Witterungsverhältnissen. Die Naturnähe und zeitweilige Abgeschiedenheit, die ein großer Pluspunkt des Neckarsteigs ist, verwandelt sich hier zu einer echten Herausforderung: Ereignet sich der Notfall an einer schwer zugänglichen Stelle, stehen die Rettungskräfte vor dem Problem, nicht mit ihren Fahrzeugen vor Ort zu gelangen.

Dieses Problem geht das Neckarsteig-Büro, das sich um die Vermarktung und alles rund um den Wanderweg kümmert,  gemeinsam mit den Gemeinden Neunkirchen und Neckargerach an. An einem „runden Tisch“ mit erfahrenen Rettungskräften des Technischen Hilfswerks, der  Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes, der Rettungsleitstelle Mosbach, der Rettungshundestaffel, des Forstamtes und der Polizei wurde gemeinsam mit Vertretern der beiden Gemeinden ein gut durchdachtes Rettungskonzept für zwei kritische Abschnitte im Bereich Neunkirchens und Neckargerachs entwickelt. „Wir wollen vorbereitet sein, wenn tatsächlich einmal der Ernstfall eintreten sollte,“ so Neunkirchens Bürgermeister Wolfgang Schirk.




Klassische Beispiele für „kritische Bereiche“ sind die Margaretenschlucht bei Neckargerach – für die es bereits ein rettungstechnisches Teilkonzept gibt –  sowie der Lindacher Hang und der Wilde-Waibel-Berg in Bereich der Burgruine Stolzeneck auf der Gemarkung Neunkirchen. In diesen Bereichen können Rettungskräfte nur zu Fuß über schmale Wanderwege den Ort des Geschehens erreichen. Verletzte müssen hier über Strecken von bis zu 700 Metern mittels Trage oder Bergewanne zum nächsten befahrbaren Waldweg gebracht werden.

Ziel des Gesamtkonzeptes ist, die zuständigen Rettungsdienste für die Bergung in teilweise alpinen Verhältnissen zu sensibilisieren und zu schulen. Um eine genaue Ortung zu ermöglichen, werden Wanderer künftig nicht nur die Neckarsteig-Wegmarkierung auf dem Weg vorfinden, sondern auch eine Kombination aus Nummern mit Gemeindekürzeln, die bei der Leitstelle mit einem entsprechenden Rettungssektor hinterlegt ist. Bis Ende Juli sollen die Schilder angebracht sein. Bei einer ganzen Reihe von Übungen wird dann der Ernstfall geprobt. „Unser Ziel ist es, dass Wanderer sich immer und überall gut aufgehoben und sicher fühlen können. Daran arbeiten wir“, erklärt dazu Christiane Bachert vom Neckarsteigbüro. Bei ihr gibt es auch Informationen rund um den Neckarsteig unter Telefon 06261/84- 1386 oder unter christiane.bachert@neckar-odenwald-kreis.de.

 

Infos im Internet:

www.neckarsteig.de

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