BAW bringt Bildung auf die Schiene

BAW

Geschafft! Unser Bild zeigt von links: die Azubis Armin Musaj, Karlo Steiner, Armin Jusic, Ramazan Atmaca, Werkstattleiter Karl-Peter Reinhard und Ausbilder Helmut Walther. (Foto: Dr. Uwe Dörwald)

Odenwaldkreis. (pm) Alte Technik vor dem Vergessen bewahren – das haben sich landauf, landab zahlreiche „Schmalspurfreunde“ in Vereinen und Museen zu ihrer Aufgabe gemacht. Eine schwierige Aufgabe, wenn man bedenkt, dass es nicht nur um den Erhalt, sondern auch um die Restauration und Rekonstruktion von historischen Eisenbahnfahrzeugen geht. Das bedeutet: Es gibt zwar noch Überreste der z.T. über 120 Jahre alten Schmalspurwagen, aber ganze Komponenten sind oft völlig zerstört oder fehlen gar. Diese Bauteile und Baugruppen müssen in aufwändigster Kleinarbeit neu angefertigt werden, denn natürlich sind sie schon längst nicht mehr im Handel erhältlich.

In der Metallwerkstatt der BAW Odenwaldkreis GmbH werden diese Arbeiten mit Liebe zum Detail, gepaart mit handwerklichem Können originalgetreu ausgeführt. Die Metallwerkstatt schmiedet an diesem speziellen Expertentum schon seit 2009 als die ersten beiden Niederbordwagen der „Jagsttalbahn“ (historische Schmalspurbahn der Jagsttalbahnfreunde e.V.) von Dörzbach zur Instandsetzung in die Michelstädter Ausbildungswerkstatt am Stockheimer Ring transportiert wurden. Vielfältige Arbeitstechniken können bei der Instandsetzung der Wagen erlernt und geübt werden.

Alle bei der Restaurierung und Rekonstruierung auftretenden Probleme löst das Ausbildungsteam der Metallwerkstatt nicht nur mit Fachkenntnis und Fleiß sondern auch mit Köpfchen und Kreativität. Ziel ist immer, das historische Bild der alten Waggons zu erhalten aber gleichzeitig die Funktion auf einen aktuellen Standard zu bringen.




Die jungen Metallazubis der BAW Odenwaldkreis GmbH kommen so richtig in Fahrt, wenn es darum geht, mithilfe ihres Spezialistenwissens und ihres handwerklichen Könnens historische gleisgebundene Wagen aller Art wieder auf die Spur zu bringen.

Von dieser – professionell von den Ausbildern der BAW – angeleiteten Schaffenskraft profitierte jüngst auch das Frankfurter Feldbahnmuseum e.V. und lieferte im vergangenen Januar zwecks Restaurierung und Rekonstruierung das Untergestell einer Kipplore (Holzkastenkipper) und Holz in der BAW an.

Als erstes ging es darum, Eisenbeschläge nach historischen Vorlagen aus alten Fotoaufnahmen und Fachmagazinen möglichst originalgetreu anzufertigen. Gut beraten durch ihre Ausbilder ging es geduldig und ausdauernd ans Werk. Stück für Stück wurde geschweißt, gebogen, gefeilt, gedreht und wieder gefeilt … bis alles zusammen passte.

Die Holzteile für den Kasten wurden in der Holzwerkstatt der Berufsschule zugerichtet, gehobelt und zugeschnitten. Möglichst authentisch gelang in einem nächsten Schritt die Herstellung der Schraubverbindungen mit Muttern als Ersatz für die zerstörten Nietverbindungen. Zu guter Letzt wurde bei der farblichen Gestaltung durch die Malerazubis der BAW sowohl beim Anstrich des Holzes als auch bei der Lackierung der angefertigten Eisenbeschläge auf eine „historische Optik“ geachtet.

Mit dem Ergebnis war Udo Przygoda vom Frankfurter Feldbahnmuseum am vergangenen Freitag vollauf zufrieden und bestätigte den Auszubildenden der BAW, dass sie mit dieser Leistung mit Sicherheit nicht auf dem Abstellgleis landen.

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