Lauerskreuz feiert sich gleich dreifach

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Viele Ehrengäste waren nach Lauerskreuz gekommen, um mit Bürgermeister Norman Link (8. v.re.) die symbolische Freigabe der Ortsdurchfahrt vorzunehmen. (Foto: Hofherr)

Lauerskreuz. Gleich drei Gründe sind es, die an diesem Wochenende mit dem größten Fest gefeiert werden, das Neckargerach mit seinem Weiler Lauerskreuz und allen Vereinen je erlebt hat, berichtet Bürgermeister Norman Link im Rahmen des offiziellen Fassanstichs.

Bis in die frühen Morgenstunden des Samstags feierten die Bewohner „auf dem Balkon Neckargerachs“, so die Bezeichnung der Wohnsiedlung durch Landrat Dr. Achim Brötel, mit „Lilies große Liebe“ und „Me an the Heat“ bevor der Radio Regenbogen DJ übernahm. Und heute um 13 Uhr waren die Lauerskreuzer, Neckargeracher und Guttenbacher mit ihrem Gemeindeoberhaupt an der Spitze schon wieder auf den Beinen um zahlreiche Ehrengäste zu begrüßen. Darunter waren neben Politikern aus Bund und Land, wie MdB Alois Gerig, MdL Peter Hauk und Georg Nelius, auch viele Bürgermeister aus benachbarten Gemeinden. Anlass für den großen Zuspruch war die symbolische Freigabe der Gemeindeverbindungsstraße nach Neckargerach (NZ berichtete) und der Ortsdurchfahrt mit der Neugestaltung der Ortsmitte rund um das ebenfalls sanierte Milchhäusle.




Die Siedlung Lauerskreuz wurde im Jahr 1934 begonnen auf einem damals wenig ertragreichen Waldstück. Es entstanden 12 sogenannte Eindachhöfe, die von den Machthabern der Nazi-Diktatur nach ideologischen Kriterien an Interessenten vergeben wurden. Jedem Neubauernhof waren 12-15 ha Fläche zugeteilt. Bis 1939 waren dann alle Siedlungsstellen belegt, heißt es in der Festschrift. Von den 12 Neubürgern waren elf Bauern und einer Schmied. Nach dem Weltkrieg wurden sechs freigewordene Höfe an Flüchtlinge aus den östlichen Gebieten des besiegten Deutschen Reichs verkauft. Heute ist nur noch ein landwirtschaftlicher Betrieb aktiv. Die übrigen Bauernhäuser wurden nach individuellen Vorstellungen ihrer Eigentümer in Wohnhäuser umgebaut, sodass der Weiler Lauerskreuz eine Wohnsiedlung geworden ist, berichtet Bürgermeister Norman Link in seiner Festansprache.

Außerdem stellte er die Baumaßnahmen vor, die man ebenfalls feiert. So wurde für die Ortsdurchfahrt insgesamt 572.000 Euro investiert, wovon 378.000 Euro als Zuschuss aus diversen Töpfen finanziert wurden. Die sanierte Gemeindeverbindungsstraße kostete 800.000 Euro bei Fördermitteln in Höhe von 650.000 Euro.

Abschließend dankte Link allen, die zum Gelingen des Fests beigetragen haben, namentlich dem Festkomitee und den örtlichen Vereinen, die ausnahmslos im Einsatz sind.

Auch MdB Alois Gerig, MdL Peter Hauk, MdL Georg Nelius und Landrat Dr. Achim Brötel lobten den Einsatz der Lauerskreuzer , die mit dem Fest den gleichen Pioniergeist an den Tag legen, wie einstmals die ersten Siedler, betonte beispielsweise MdL Nelius. MdB Gerig hob heraus, dass es ein solch enormes bürgerschaftliches Engagement sei, dass man im Ländlichen Raum den Ballungszentren voraus habe, während MdL Hauk kurz auf die Entwicklung der Landwirtschaft einging. Brötel nutzte die Gelegenheit, um auch Bürgermeister Norman Link zu loben, dem es zu verdanken sei, dass eine beachtenswerte Förderquote bei den Maßnahmen erreicht worden sei.

Musikalisch umrahmt wurde die Freigabe der Durchfahrt sowie der offizielle Fassanstich durch das Gemeindeoberhaupt Link vom MGV Neckargerach und den  Schloßauer Musikanten.

Das große Fest zum 75-jährigen Jubiläum des Weilers Lauerskreuz dauert noch bis Sonntag um 20.00 Uhr.

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Zwei Schläge brauchte Bürgermeister Norman Link, dann floss das Freibier. (Foto: Hofherr)

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