„Arbeitsagentur wird erneut wortbrüchig“

Dienststellen in Buchen, Bad Mergentheim und Wertheim sollen geschlossen werden

Buchen. (pm) Der Stadt Buchen liegt die Information vor, dass geplant ist, die Arbeitsagentur in Buchen – entgegen einer ausdrücklichen Zusicherung im vergangenen Jahr – spätestens im Jahr 2016 dicht zu machen.

Das ist für Buchens Bürgermeister Roland Burger ein weiterer Anschlag auf ein durchgängiges Dienstleistungsangebot des Staates im Ländlichen Raum. Er wirft den Verantwortlichen der Arbeitsagentur zudem vor, ihr im Jahr 2012 gegebenes Wort zu brechen. Noch im Januar 2012, anlässlich der Vorbereitung der Zusammenlegung der Arbeitsagenturen Tauberbischofsheim und Schwäbisch Hall, war von der Geschäftsführung der Agenturzentrale in Nürnberg zugesichert worden: „Die Zusammenführung beider Agenturen betrifft jedoch lediglich die Führungsebene, denn einen Rückzug der BA aus der Fläche wird es nicht geben. Die bereits jetzt bestehenden Agenturen und Geschäftsstellen bleiben unverändert erhalten.“

Entgegen dieser Zusicherungen war bereits im vergangenen Dezember, also kein halbes Jahr nach der Fusion zur flächengrößte Arbeitsagentur in Baden-Württemberg, versucht worden, die Eingangszonen der Agenturen in Buchen, Bad Mergentheim und Wertheim zu schließen. Nach einer gemeinsamen Intervention von Roland Burger und Landrat Dr. Achim Brötel, die ein Geschäftsstellensterben auf Raten befürchteten, konnte dies verhindert. Stattdessen war vereinbart worden, die Eingangsbereiche der Dienststellen in Buchen und Mosbach lediglich in ihren Öffnungszeiten zu reduzieren. Diese Regelung sollte bis mindestens 2015 Bestand haben, so wurde nach den damals scheinbar konstruktiven Verhandlungen versichert.



 

Mit der dürren Begründung, dass die Eingangszonen der nur zeitweise besetzten Geschäftsstellen, so auch in Buchen, den Sicherheitsanforderungen nicht mehr gerecht werden und vor dem Hintergrund, dass die Arbeitsagentur Personal abbauen muss, versucht man nun, zu Lasten der Bevölkerung vor Ort, wegen einer vorgeblichen, latenten Gefährdung der in diesen Geschäftsstellen beschäftigten Mitarbeiter durch etwaige, renitente Besucher, diese Dienststellen endgültig zu schließen.

Bürgermeister Roland Burger hat sich deshalb an MdB Alois Gerig gewandt und darum gebeten, sich wegen dieser Dienststellenplanung an die Bundesregierung zu wenden. Es müsse, über einen Flächenbonus erreicht werden, so sein Anliegen, dass jeder Mittelbereich in Deutschland mit den zentralen Arbeitsagenturdienstleistungen, die nicht nur Arbeitsuchenden zu Gute kommen, sondern auch für Berufseinsteiger sehr wichtig sind, nachhaltig versorgt wird. Man könne, so Burger, jetzt nicht die Menschen im Ländlichen Raum die Folgen einer übereilten und verfehlten Agenturfusion ausbaden lassen, deren Ergebnis ein inhomogenes Gebilde sei, dass weder einen einheitlichen Wirtschaftsraum abbilde, noch administrativ oder politisch miteinander verbunden ist.

Darüber hinaus hat sich Burger neben den Verantwortlichen der Arbeitsverwaltung auch die Landtagsabgeordneten Peter Hauk und Georg Nelius sowie an Landrat Dr. Achim Brötel, der dem Verwaltungsausschuss der Arbeitsagentur Schwäbisch-Hall-Tauberbischofsheim angehört, gewandt und gebeten, sich mit allen Mitteln gegen die vorgesehenen Änderungen zu wenden.

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