Mehr Gestaltungsfreiheit für die Beruflichen Schulen!

Georg Nelius MdL (SPD) und Gerhard Kleinböck MdL (SPD) bei der ZGB(Zentralgewerbeschule Buchen)

Buchen. (pm) Auf Einladung von OStD Konrad Trabold, Schulleiter der Zentralgewerbeschule Buchen, besuchten die SPD-Landtagsabgeordneten Georg Nelius und Gerhard Kleinböck seine Bildungseinrichtung. Schon beim Rundgang, zusammen mit allen Leiterinnen und Leitern der Beruflichen Schulen aus dem Neckar-Odenwald-Kreis, wurde eine Besonderheit solcher Einrichtungen im Ländlich Raum deutlich: wenige Parallelklassen und damit die Notwendigkeit für ein weitgefächertes Unterrichtsangebot und viele individuelle, höchst spezialisierte Unterrichtsräume. Im Hinblick auf den umfangreichen Maschinenpark und die eng vernetzte  IT-Ausstattung wurde vor Ort bereits darauf hingewiesen, dass man in der Kürzung von Entlastungstunden ein Risiko für die Betriebssicherheit und den Datenschutz sehe.

In der Diskussionsrunde arbeitete Georg Nelius die grundsätzlichen Rahmenbedingungen für die aktuelle Bildungspolitik heraus: „Wir müssen die Schulden der Vorgängerregierung tilgen. Dabei gilt es, ein strukturelles Defizit zu beseitigen. Es wurden keine Rückstellungen für die Beamtenpension gebildet. Die Schülerzahlen werden in naher Zukunft dramatisch zurückgehen, allein in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2020 um 190.000.“ Weiter betonte er: „An der Bildung wurde und wird nicht gespart. Im Gegenteil: Es wurden 830 Mio. € mehr investiert, als die Vorregierung es tat.“




Gerhard Kleinböck, MdL und Leiter einer kaufmännischen Berufsschule in Hessen, brachte seine Erfahrungen ein. Es erscheine ihm sinnvoll, auch in Baden-Württemberg die Klassenbildung und konkrete Stundenplangestaltung in die Hand der Schulleiter zu geben. In Baden-Württemberg gäbe es 316 Berufliche Schulen und keine davon sei gleich. „Ich kann nicht goutieren, dass bei der heterogenen Struktur alle Beruflichen Schulen unter einem einheitlichen Schema zusammengefasst werden. Ich bin definitiv dafür, den Schulen mehr Verantwortung und Gestaltungsräume zu geben, weil dort das Wissen um die Besonderheit ausschlaggebend ist.“ so Kleinböck. „Die Kompetenz und Kreativität an den Schulen ist in meinen Augen deutlich höher, als man in den Regierungspräsidien und im Ministerium denkt.“

Nelius teilte die Sorge über die aktuelle Regelung des Entlastungskontingents. Es sei nicht hinnehmbar, dass durch die spezifische Situation Beruflicher Schulen deutliche Einschnitte entstünden. Unverzichtbar sei es zudem, auch die Beruflichen Schulen an der regionalen Schulentwicklungsplanung  zu beteiligen.

„Unser Bildungssystem muss leistungsfähiger werden. Wir haben hohe Erwartungen nicht nur von Handwerk, Industrie und Universitäten, sondern auch von Eltern,  zu erfüllen. Es ist eine Aufgabe für alle, denn es geht um die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Jetzt, durch den sich abzeichnenden vehementen Fachkräftemangel,  richtet sich der Fokus auch wieder stärker auf die berufliche Ausbildung und damit auch auf die Berufsschulen. Ich werde mich auch weiterhin für unsere Berufsschulen tatkräftig einsetzten.“ so bringt es Georg Nelius MdL auf den Punkt.

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