Waldbrunn erhöht Kindergartengebühren

Alte Schule Schollbrunn

Im Zusammenhang mit der Sanierung der Alten Schule in Weisbach Schollbrunn, vergab der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause Aufträge in Höhe von 250.000 Euro. (Foto: Archiv)

 

Waldbrun. Nachdem der Gemeinderat Waldbrunn den Tagesordnungspunkt zur Windkraft abgehandelt hatte, mussten weitere Besprechungspunkte beraten werden. Die meisten Zuhörer hatte den Sitzungsaal da schon verlassen.

Es folgte die Feststellung der Jahresrechung 2012. Der Gesamthaushalt erhöhte sich um 3,1 Prozent auf knapp 12 Mio. Euro. Das insgesamt überaus positive Haushaltsjahr stand laut Kämmerer Joachim Gornik ganz im Zeichen der Konsolidierung. Er warnte jedoch davor, Begehrlichkeiten, die durch positive Entwicklung geweckt werden können, im Sinne einer weiteren Schuldenreduktion zu verschieben. Insgesamt habe man eine Zuführungsrate in Höhe von knapp 900.000 Euro erwirtschaftet. Positiv sei auch die Entwicklung der kostenrechnenden Einrichtungen, habe man doch nahezu ausnahmslose eine Verbesserung der Kostendeckungsgrade erreicht. Als Beispiel erläuterte Gornik die Entwicklung der Katzenbuckel-Therme. Auch im zweiten Jahr durfte man einen weiteren Besucheranstieg verzeichnen, sodass sie der Zuschussbedarf je Besuch auf 1,90 Euro reduzierte. Die erfreuliche Entwicklung zeichnete sich auch an der Schuldenentwicklung ab. Den immer noch sehr hohen Schuldenstand habe man immerhin um 280.000 Euro auf 4,38 Mio. Euro gesenkt. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 908 Euro (962 Euro im Vorjahr). Nimmt man die Wasserversorgung ( 512 Euro) dazu, liegt die Verschuldung je Einwohner bei 1.420 Euro. Damit liege man an vorletzter Stelle im Neckar-Odenwald-Kreis, stellte Joachim Gornik fest.

Der Wirtschaftsplan der Wasserversorgung im Jahr 2012 musste ebenfalls festgestellt werden. Aufgrund des bedeutsamen Rückgangs beim Wasserverkauf konnte man weniger Einnahmen erzielen, sodass Gornik ein schlechteres Ergebnis als geplant präsentiert werden musste. Am Ende stand ein Defizit in Höhe von etwa 3.300 Euro. Größte Veränderung sei jedoch die Abgabe der Betriebsführung an die Stadtwerke Mosbach gewesen, so der Kämmerer. Außerdem beschloss der Rat, dass ein 2012 entstandener Verlustvortrag in Höhe von 40.000 Euro in die Gebühren 2014/15 eingerechnet werden sollen.


 


Anschließend wurde die Sanierung des Bürgerhauses in der Alten Schule in Schollbrunn auf den Weg gebracht. Hierfür wurde am Montag die Mittel aus dem Ausgleichsstock bereitgestellt. Dennoch bleibt laut Kämmerer Joachim Gornik eine Deckungslücke in Höhe von 40.000 Euro. In Top 5 wurden Aufträge im Volumen von etwa 250.000 Euro vergeben. Damit will man das Bürgerhaus für die 650-Jahrfeier im kommenden Jahr grundlegend modernisieren und sanieren. Außerdem vergab man den Auftrag zur Flachdachsanierung im Bereich des Gastronomiebetriebs in der Katzenbuckel-Therme. Die Kosten belaufen sich auf 11.500 Euro.

Nach der Bauplatzvergabe in Unterdielbach, der Zustimmung zu einem Bauantrag in Strümpfelbrunn, sowie der Beschaffung eines Einsatzfahrzeugs für den Klärwärter für 18.400 Euro, stand die Kinderbetreuung im Mittelpunkt der Diskussionen.

Der Kindergartenbedarfsplan wurde entsprechend der Verwaltungsvorlage fortgeschrieben. Dabei mussten die Gemeinderäte zur Kenntnis nehmen, dass 2014/15 insgesamt 25 Kinder fehlen werden, sodass man einer Gruppenschließung ins Auge sehen muss.

Hin und her ging es danach bei einer vorgeschlagenen Erhöhung der Kindergartengebühren. Während sich die einen grundsätzlich gegen eine Erhöhung aussprachen, waren die anderen für die vorgeschlagene, moderate Erhöhung. Diese sei den Eltern zuzumuten, da schon jetzt jeder Kindergartenplatz mit 4.000 Euro im Jahr subventioniert wird. Die vorgelegten Vergleichszahlen benachbarter Gemeinden waren teilweise nicht vergleichbar, da manche Kommunen nach dem badischen, die anderen nach dem württembergischen berechnet werden. Darüber hinaus werden bei manchen Gemeinden elf, bei anderen 12 Monate abgerechnet. Dennoch liegt die neue Gebühr im Mittelfeld vergleichbarer Kommunen im Neckar-Odenwald-Kreis. Bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde die Erhöhung beschlossen. Die Erhöhung bewegt sich zwischen einen und 15 Euro. Der Anteil der Elternbeiträge liegt somit bei 15,3 Prozent. Kinder unter drei Jahren kosten künftig bei einen minderjährigen Kind 225 Euro/Monat (+15 Euro), bei zwei minderjährigen Kindern unabhängig vom Kindergartenbesuch bei 180 Euro/Monat (+10 Euro), bei drei Kindern 125 Euro/Monat (+5 Euro) und vier und mehr Minderjährige bei 53 Euro/Monat (+3 Euro).

Kinder über drei Jahren kosten in Gruppen mit verlängerten Öffnungszeiten bei einem Kind 113 Euro/Monat (+8), bei zwei Kindern 90 Euro/Monat (+8), bei drei Minderjährigen 61 Euro/Monat (+8) und bei vier und mehr minderjährigen Kindern bei 23 Euro/Monat (+1). Alle Preise beinhalten die Fahrt mit dem Kindergartenbus. Der Haushalt der Gemeinde wird dadurch um 8.000 Euro im Jahr entlastet.

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2 Kommentare

  1. Das Bild zeigt die Alte Schule in Schollbrunn, welche auch im Artikel gemeint ist, und nicht Weisbach

    • Danke für den Hinweis. Da war ich mit dem Kopf wohl noch beim Artikel über das Weisbacher Brunnenfest.

      Mit freundlichen Grüßen
      Jürgen Hofherr

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