Seckach schließt Kindergarten in Zimmern

Kindergarten Zimmern

Aufgrund sinkender Geburtenzahlen sahen sich Bürgermeister Thomas Ludwig und der Gemeinderat Seckach gezwungen, das Haus Sonnenschein zu schließen. (Foto: Liane Merkle)

Seckach. (lm) Der Kindergarten „Haus Sonnenschein“ in Zimmern wird entgegen dem ausdrücklichen Wunsch von Ortsvorsteher Josef Ackermann, der seiner Enttäuschung über die mangelnde Diskussionsbereitschaft von Kirchengemeinde und Verwaltung über eine mögliche Reduzierung der Sanierungskosten Luft machte, mit dem Ende des Kindergartenjahres 2012/13 geschlossen.

„Die Schließung dieser Einrichtung bedeutet für diesen Ortsteil einen schmerzhaften Einschnitt, dessen Vornahme niemandem leicht fällt“, betonte Bürgermeister Thomas Ludwig im Rahmen der öffentlichen Gemeinderatssitzung. Letzten Endes sei aber keine andere Entscheidung vertretbar gewesen, weil die niedrigen Kinderzahlen und der immense Sanierungsbedarf am Kindergartengebäude (komplett 640.000 Euro, Kindergartenanteil 290.000 Euro), der die Gemeinde bei 90-prozentiger Beteiligung 260.000 Euro kosten würde, zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt zusammenfielen. Unter den vier Alternativen, die sich junge Eltern ausgedacht hatten, schien die Einrichtung eines integrativen Kindergartens die möglichste. Leider konnte die daraufhin kontaktierte Johannes-Diakonie keine Zusagen zu investiver Beteiligung machen. Dennoch will man den Kontakt zur Johannes-Diakonie aufrecht halten. Da lediglich zehn Kinder in der relevanten Altersgruppe bis 6 Jahren im Zeitraum vom 1. August 2007 bis heute geboren wurden und eine signifikante Erhöhung der Geburtenrate in naher Zukunft nicht zu erwarten seien, stimmte der Gemeinderat schweren Herzens dem Abschluss eines Aufhebungsvertrages zum Vertrag über den Betrieb des katholischen Kindergartens „Haus Sonnenschein“ in Zimmern zu.




Für den Fall, dass die Kinderzahlen in Zimmern wieder steigen sollten, bekundete man allerdings seinen Willen, im Rahmen der Möglichkeiten wieder ein stationäres Betreuungsangebot in Zimmern einzurichten. Billig wird der Aufhebungsvertrag für die bürgerliche Gemeinde allerdings nicht, denn rechtliche und vertragliche Grundlagen begründen Gesamtkosten in Höhe von rd. 65.000 Euro. Diese sind, auf zwei Jahre verteilt, insbesondere Abfindungszahlungen an die Mitarbeiter der Einrichtung und an die kirchliche Zusatzversorgungskasse, Honorarkosten für ein Architekturbüro und natürlich die Sanierungskosten für das Kindergartengebäude.

Wesentlich einfacher gestaltete sich dagegen die Namensgebung für den neuen Dorftreff in Zimmern, der auf Vorschlag des Ortschaftsrates und nun auch durch den Gemeinderat künftig den Namen „Am Lindenbaum“ tragen wird. Im Rahmen des 1. Bauabschnittes zur Neugestaltung der Ortsmitte wurden zwischenzeitlich die Tiefbauarbeiten abgeschlossen und auch der neue Dorftreff mit enormer Eigenleistung durch die Bevölkerung steht kurz vor seiner Fertigstellung. Der Einweihungstermin für die neue Ortsmitte wurde auf Samstag, 14. September, um 14 Uhr festgelegt.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt wurde die Firma Henn aus Buchen mit den Bauarbeiten für Zu- und Ableitungen für den künftigen Hochbehälter „Talberg“ zum Angebotspreis von 224.366 Euro beauftragt. Die restlichen Abschnitte des 1. Bauabschnittes mit Bau des Hochbehälters und der Fallleitung nach Zimmern sowie die restliche Zuleitung vom Schacht am Seckachweiher bis zur Waidachshofer Straße sollen im Winter ausgeschrieben werden, damit man im Frühjahr 2014 mit dem Bau beginnen kann.

Die Gesamtkosten der Wasserversorgungskonzeption liegen bei rd. 5,9 Mio. Euro. Der 1. Bauabschnitt ist mit 3,04 Mio.-Euro veranschlagt, wobei abzüglich der Fördergelder noch ein Eigenanteil für die Gemeinde in Höhe von 752.000 Euro verbleibt. Entlang der Seckach und dem Hiffelbach sollen Verbesserungen der ökologischen Durchgängigkeit durch den Rückbau der 16 Sohlschwellen erreicht werden. Aus diesem Grund wurde die zweitplatzierte Firma August Mackmull GmbH & Co.KG aus Elztal-Muckental zum Angebotspreis von 135.937 Euro mit den Bauarbeiten beauftragt, weil der günstigste Bieter trotz mehrfacher Aufforderung die angefragten Referenzen nicht vorlegen konnte und der Gemeinderat damit seine Unzuverlässigkeit bestätigte sah. Zeitgleich mit Abraten des Ing.-Büros trat dieser Bieter von seinem Angebot zurück. Die Gemeinde rechnet für die gesamte Maßnahme mit Kosten in Höhe von 229.000 Euro, die allerdings in beträchtlichem Umfang durch Fördergelder dezimiert werden, so dass mit einem gemeindlichen Anteil von ca. 82.000 Euro gerechnet wird.

Gemeinderat Martin Müller machte seinem Ärger Luft über diesen „unsinnigen Befehl von oben“ zur Durchführung dieser Maßnahme. Man werde zu einem Beschluss gezwungen, der jede Menge Geld kostet und einfach nicht notwendig sei, da die Durchlässigkeit von Hiffelbach und Seckach trotz dieser schon fast historischer Schwellen durchaus gegeben sei, wie die ansässigen Angelvereine bereits bestätigt hätten.


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Zustimmend zur Kenntnis nahm der Gemeinderat den erfreulichen Zwischenbericht zum Haushaltsverlauf. Demnach rechnet man deutlichen Mehreinnahmen in Höhe von rd. 600.000 Euro. In den Zinsausgaben konnten erhebliche Einsparungen getätigt werden, dafür werde die Gewerbesteuerumlage deutlich höher ausfallen. Bürgermeister Thomas Ludwig in Anlehnung an die Aufstellungen durch Rechnungsamtsleiter André Kordmann: „Anhand des bisherigen Verlaufs der Haushaltswirtschaft kann man davon ausgehen, dass sich das Haushaltsjahr 2013 besser entwickelt als geplant“.

Der Kindergarten Großeicholzheim, das Feuerwehrwesen, die Förderung Natur- und Landschaftspflege sowie die Seckachtalschule können sich auf Spendenzuweisungen in Gesamthöhe von 1.500 Euro freuen, da das Gemeindegremium der Annahme zustimmte. Bevor sich die Ratsmitglieder den Anfragen aus den eigenen Reihen widmeten, stimmten sie mit Bedauern dem Antrag auf Ausscheiden von Josef Ackermann aus dem Gemeinderat zu.

Mit einer Unterbrechung von fünf Jahren gehörte Josef Ackermann seit dem Jahre 1972 sehr engagiert dem Gemeinderat bzw. dem Ortschaftsrat von Zimmern an. Abschließend regte Norbert Richter an, diverse langjährige Diskussionen nach der Sommerpause aufzunehmen und zum Abschluss zu bringen. So die angedachte Kneippanlage Seckach, neue Bestattungsformen im Seckacher Friedhof und die derzeitige Friedhofsgestaltung durch den Bauhof als Reizthema der Woche. Diese Schwerpunktthemen sind laut Bürgermeister Thomas Ludwig bereits in Bearbeitung und werden nach der Sommerpause zusammen mit dem Gemeinderat aufgenommen – auch mit Hilfe diverser Ortsbesichtigungen.

Danach gab er u.a. bekannt, dass Claudia Hampe seit 5. Juni offiziell als neue Schulleiterin der Seckachtalschule eingesetzt ist.

Dorfmitte Zimmern

Die Dorfmitte in Zimmern wird im September eingeweiht. (Foto: Liane Merkle)

 

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