Jakobskreuzkraut ist ernsthafte Gefahr

Experte des Landwirtschaftsamtes: Befallene Flächen mähen oder mulchen

Jakobskreuzkraut

Blütenstand und älteres Laubblatt des Jakobskreuzkrauts: Die Pflanze ist für Weidetiere, besonders Pferde, sehr gefährlich. Es wird empfohlen, befallene Flächen vor der Samenbildung zu mulchen oder zu mähen. (Foto: pm)

Main-Tauber-Kreis. (mtk) Vor allem an Straßenrändern, Böschungen und verwilderten Grünlandstandorten kann jetzt das Jakobskreuzkraut beobachtet werden. Es handelt sich um circa 50 Zentimeter bis 1,5 Meter hohe, gelb blühende Pflanzen. Das Jakobskreuzkraut ist eine einheimische, zweijährige Pflanze, die das für Mensch und Tier hochgiftige Alkaloid Pyrrolizidin enthält. Das in allen Pflanzenteilen enthaltene Gift wird durch Konservierung (Heu, Silage) nicht abgebaut. Es akkumuliert sich nach der Aufnahme durch Futter in der Leber und kann schon in geringen Mengen zu irreversiblen Schäden führen.

„Die erst im Juli und August blühende Giftpflanze stellt besonders auf extensiv genutzten Weiden vor allem für Pferde eine sehr ernsthafte Gefahr dar“, erklärt Pflanzenschutzberater Hartmut Lindner vom Landwirtschaftsamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis. Auf regelmäßig nachgemähten Weiden oder ordentlich bewirtschafteten Grünlandbeständen ist das Jakobskreuzkraut in der Regel jedoch kaum anzutreffen.




Um eine weitere Verbreitung zu verhindern, sollten befallene Flächen während der Blüte, das heißt vor der Samenbildung, gemulcht oder gemäht werden, rät Lindner. Naturschutz- oder förderrechtliche Bestimmungen müssen jedoch beachtet werden. Einzelne Pflanzen können durch Ausreißen mit Schutzhandschuhen beseitigt werden. Sie sollten von Weideflächen aber unbedingt entfernt und können, solange keine Samen vorhanden sind, kompostiert werden.

Im Unterschied zu dem zum jetzigen Zeitpunkt beispielsweise ebenso gelb blühenden Johanniskraut oder Rainfarn hat das Jakobskreuzkraut eine sonnenähnliche Blüte mit 13 Blütenblättern. Die älteren Laubblätter sind stark gefiedert. Hilfestellung bei der Pflanzenbestimmung, Angaben zu Verwechslungsmöglichkeiten und weitere nützlicher Information sind im Internet unter www.jacobskreuzkraut.de zu erhalten.

Für Fragen stehen die Fachleute des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis zur Verfügung: Lorenz Flad (Geschäftsführung Kommunaler Landschaftspflegeverband), Telefon 09341/82-5793, oder Hartmut Lindner (Landwirtschaftsamt), Telefon 07931/4827-6321.

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