Landesehrennadel für langjährigen Vorsitzenden

50 Jahre Feuerwehrkapelle Waldkatzenbach

NZ 50 Jahre FWK Ehrennadel

Karlheinz Schäfer dankt seiner Nachfolgerin Stefanie Schölch für die überraschende Würdigung seiner Arbeit. (Foto: Hofherr)

Waldkatzenbach. Draußen stiegen die Temperaturen in bisher unbekannte Dimensionen und auch drinnen im Saal stieg die Hitze ihrem Höhepunkt entgegen. Während im Freien die Sonne für tropische Hitze sorgte, war es im Bürgersaal das Festbankett, mit dem die Feuerwehrkapelle Waldkatzenbach ihr 50-jähriges Jubiläum feierte.

Souverän führte die 1. Vorsitzende Stefanie Schölch durch den offiziellen Teil des Programms, das bei der Verleihung der Landesehrennadel an den langjährigen Vorsitzenden Karlheinz Schäfer stimmungsmäßig seinen Siedepunkt und somit den eingangs bereits erwähnten Höhepunkt erreichte. Doch zuvor durfte die junge Vorsitzenden neben ihren Musikerkollegen zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Darunter Bürgermeister Markus Haas und den Präsident des Blasmusikverbands Odenwald-Bauland, Gerhard Münch, die Gemeinderäte des Ortsteils sowie die Ortsvorsteher Karlheinz Wetterauer und Reinhard Kessler.

In ihrer Festansprache ließ Stefanie Schölch die an Höhepunkten reiche Geschichte der Feuerwehrkapelle Waldkatzenbach Revue passieren.

Bereits im Jahr 1961 kamen die ersten Musiker zusammen, um gemeinsam zu spielen. Es folgte ein Beschluss zur Gründung und die Aussicht auf finanzielle Unterstützung durch die damals noch selbständige Gemeinde Waldkatzenbach. Mit Otto Pahl als ersten Dirigent wurde man 1962 ein Zug innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr des Winterhauchdorfs. Erste Vorsitzender wurde in dieser Gründungsphase Hermann Jurai. Mit dem Wechsel am Dirigentenpult, Karl Stephan übernahm den Taktstock, feierte man im Juli 1963 das Gründungsfest der Feuerwehrkapelle Waldkatzenbach. Auch eine Jugendkapelle, mit 22 Musikern, wurde aus der Taufe gehoben. Bereit drei Jahre später konnten die ersten Jungmusiker in die „große“ Kapelle übernommen werden. Damit zeigt sich, dass der Ausbildung junger Künstler in all den Jahrzehnten große Bedeutung zugemessen wurde. 1971 übernahm Wilhelm Schölch den Vorsitz und Helmut Rexroth leitete die musikalischen Geschicke der Bläservereinigung. Nur zwei Jahre später erreichte die Kapelle mit der Gründung des Höllbach-Duos einen weiteren Meilenstein in der Historie. Nun konnte man die gespielten Lieder auch gesanglich untermalen. Einen neuerlichen Wechsel an der Vereinsspitze vollzog die Feuerwehrkapelle 1975, als Georg Schölch in das Amt des Vorsitzenden gewählt wurde. Die Leitung der Jungkapelle übernahm 1978 Georg-Friedrich Sündermann.. 1984 erhielt die Kapelle ihre Lederhosentracht, die bis heute das Markenzeichen ist. 1988 ging der Dirigentenstab an Gerd Prilipp, der bis heute den Takt vorgibt. In den Folgejahren steht weiterhin die Ausbildung von Nachwuchsmusikern im Fokus des Engagements. Dass man dabei nicht nur auf Masse, sondern auf Klasse Wert legt, beweisen viele Jungmusikerleistungsabzeichen. 1992 übernimmt Karlheinz Schäfer den Vorsitz, den er erst 20 Jahre später an Stefanie Schölch weiterreicht.

Als aktiver Verein trage man wesentlich zum kulturellen Geschehen in Waldkatzenbach bei. 31 Auftritte, dazu 50 Proben und ein regelmäßig stattfindendes Trainingslager dokumentieren das enorme zeitliche Engagement, der momentan 25 Musiker große Feuerwehrkapelle, berichtet die 1. Vorsitzende Stefanie Schölch am Ende ihrer Ausführungen.




Gerhard Münch, Präsident des Blasmusikverbands, dankte den Musikern für ihren unermüdlichen Einsatz und die Schaffung eines bedeutenden kulturellen Erbes. Dank der erfolgreichen Jugendarbeit habe man eine solide Grundlage für den Fortbestand geschaffen, würdige Münch die Ausbildung von Nachwuchsmusikern.

Auch Bürgermeister Markus Haas würdigte das Engagement der Feuerwehrkapelle Waldkatzenbach. Mit ihren Auftritten und Vereinsveranstaltungen begleiten die Musiker das ganze Jahr. Angefangen von Fasching mit dem Rosenmontagsball über Auftritte beim Brunnenfest in Weisbach, beim Volkstrauertag und an Heiligabend in der Kirche bestimme die Blasmusik der Feuerwehrkapelle das kulturelle Leben im Ortsteil und darüber hinaus. Ganz besonders zu würdigen seien jedoch die Konzerte im  DRK-Seniorenheim. Mit solchen Konzerte trage man dazu bei, das Heim den Senioren zur Heimat werden zu lassen. Die Musiker vermittelten den Bewohnern, dass sie ihren Mitmenschen nach wie vor wichtig sind und zur Gemeinschaft gehören. Mit der Wahl von Stefanie Schölch zur 1. Vorsitzenden und einem „mehrheitlich weiblichen Vorstand“ sei die Feuerwehrkapelle Waldkatzenbach weit und breit der fortschrittlichste Verein, lobte Haas. Bevor das Gemeindeoberhaupt die Verleihung des Landesehrennadel vornahm, hob er hervor, dass die Kapelle zwar etwas in die Jahre gekommen, trotz der 50 Jahre aber eine jung gebliebene Kapelle sei. Die vergleichsweise vielen jungen Musiker zeige die enorme Qualität der Nachwuchsarbeit, lobte Haas.

Im Namen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann überreichte Bürgermeister Markus Haas anschließend die Landesehrennadel an Karlheinz Schäfer. In seiner Laudation stellte er heraus, dass der zu Ehrende seit unglaublichen 40 Jahren an verantwortlicher Stelle innerhalb des Vereis aktiv gewesen ist. Davon war Karlheinz Schäfer elf Jahre lang Notenwart und 2. Vorsitzender, bevor er im Jahr 1992 das Amt des 1. Vorsitzenden übernahm, das er bis vor einem Jahr innehatte. In all den Jahren habe Schäfer seine Ämter nicht nur besetzt, sondern mit außerordentlichem Engagement ausgefüllt. Dabei habe er sich ganz der Feuerwehrkapelle verschrieben und maßgeblich daran mitgewirkt, dass die Feuerwehrkapelle zu dem wurde, was sie heute ist. Mit einem qualitativ hohen musikalischen Leistungsniveau, das weit über die Gemeindegrenzen hinaus für Anerkennung sorgt. Was ihm „seine Feuerwehrkapelle“ bedeute zeige sich auch daran, dass er nicht nur ein wohlbestelltes Feld übergeben hat, sondern sich auch intensiv um seine Nachfolge gekümmert, und der Kapelle somit Perspektiven über Generationen hinaus eröffnet hat.

Ein solch herausragendes Engagement öffentlich zu würdigen sei das Mindeste, was eine Gesellschaft als Dank und Anerkennung zurückgeben könne, betonte Bürgermeister Markus Haas. So wirke der Einsatz von Karlheinz Schäfer als Vorbild für die Jugend über die Amtszeit hinaus. Ein Dank ging auch an Rosi Schäfer, die ihren Mann in all den Jahren tatkräftig unterstützt habe.

Sichtlich überrascht und bewegt dankte Karlheinz Schäfer für die hohe Auszeichnung. Sein Amt sei ihm nie Last, sondern immer Freude gewesen, was auch auf die gute Zusammenarbeit innerhalb der Vorstandschaft zurückzuführen sei. Daher gebühre die Auszeichnung der ganzen Kapelle.

In weiteren Grußworten gratulierte Abteilungskommandant Manfred Thieme der Feuerwehrkapelle ebenso wie Gesamtkommandant Michael Merkle. Auch die örtlichen Vereine gratulierten und überreichten Geschenke.

Für die musikalische Umrahmung des Festbanketts sorgten neben die Jubiläums-Kapelle der Kirchenchor und der MGV Waldkatzenbach. Anschließend spielten der Musikverein Reichartshausen zum Tanz auf. Am Sonntag, feierte man mit dem Musik- und Trachtenverein Öfingen, der zum Frühschoppen aufspielte. Nach dem Mittagessen waren die Blaskapelle Gammelsbach und der Musikverein Michelbach zu Gast. Zum Festausklang spielten die Neckargeracher Musikanten, die sich auch von einem kurzen, aber heftigen Regenschauer nicht abhalten ließen.

KP Landesehrennadel KHS

Bürgermeister Markus Haas (li.) und Vorsitzende Stefanie Schölch (re.) überreichen Karlheinz Schäfer (2.v.re.), dem langjährigen Vorsitzenden der Feuerwehrkapelle Waldkatzenbach, die Landesehrennadel. Ein Dank ging auch an Rosi Schäfer, die ihren Mann stets tatkräftig unterstützte. (Foto: Hofherr)

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