„Kuh Elsa ist die schönste im Land“

Liederkranz Eberstadt sorgt für endlose Lachsalven




Eberstadt. (lm) Was der abgeänderte Buchtitel „Wir sind dann mal weg“ mit dem Märchenutensil „Spieglein, Spieglein an der der Wand“ zu tun hat und wie sich zwei „g’standene Mannsbilder“ aus Feigheit fast um Kopf und Kragen bzw. Frau und Hof schwindeln erlebte ein begeistertes Publikum, darunter auch Gäste aus der Partnergemeinde Lich-Eberstadt in drei ausverkauften Vorstellungen der versierten Laienspielgruppe des Gesangverein „Liederkranz“ Eberstadt.

Unter Regisseurin und Souffleuse Beate Limberg war es der Theatergruppe mit dem Dreiakter von Jonas Jetten „Wir sind dann mal weg“ auf der Bühne der alten Synagoge wieder einmal gelungen, ihr Publikum runde zweieinhalb Stunden mit endlosen Lachsalven und dann den Saal mit gewaltigen Beifallsbekundungen zu erschüttern.

Die relativ „junge“ Geschichte beginnt mit dem Einzug von Familie Krings auf den gerade geerbten Hof von Onkel Alfred. Für pragmatische und resolute Hilde Krings – überzeugend gespielt von Hilde Berner – ein echtes Gottesgeschenk, für deren Ehemann Karl als arbeitslosen Manager und die durchgestylte Tochter Heike – beide echte Stadtkinder – dagegen ein Alptraum. Karl in Person von Alfred Henn musste man einfach abnehmen, dass er als „cleverer Erfinder und ehemaliger Manager“ viel zu schade für das liebe Vieh ist. Und außerdem machte er deutlich dass er davon genauso wenig Ahnung hat wie Töchterchen Heike, alias Svea Frey, die viel lieber perfekt durchgestylt auf Partys abhängt.

GV Theater

(Foto: Liane Merkle)

Doch Hilde kriegt ihre beiden nach den ersten Melk- und Traktorkatastrophen mit Hilfe der bodenständigen Nachbarn Anna und Klaus Müller ganz gut in die richtige Spur. Diese für die Eberstädter so typische Bodenständigkeit vermittelten Harald Burkhard und Andrea Eberle und „Sohn Thomas“ (Stefan Frey) mit jeder Menge Humor. Doch obwohl sich Karl nach einem Jahr wirklich wohl fühlt als Bauer, so kann er das „Erfinden“ doch nicht ganz bleiben lassen. Um genügend Zeit für den „Endspurt“ seines neuesten Projekts zu finden, tut er sich mit dem befreundete Nachbarn zusammen und die Beiden geben vor, auf Pilgerreise zu gehen.

In Wirklichkeit verstecken sie sich in der bisher unentdeckten Werkstatt hinter dem Wohnzimmerschrank, wo sie durch einen Spionagespiegel nicht nur das Geschehen in der guten Stube beobachten können, sondern auch noch die etwas nervigen Altjüngverlichen Schwestern Mona (Doris Jedelsky) und Lisa (Eva Obrecht) mit dem „sprechenden Spieglein“ ins Bockshorn jagten. Dieses „Geschwisterpaar“, aber auch das knitze Mannsbilder-Duo „hinterm Schrank“ sorgten mit Bravour für ausreichend Zwerchfellbewegung und Verwirrung.

Zwar konnten die Damen das immer wieder fehlende Essen Dank Dorfpolizist Ulrich Sturm (Joachim Berner) auf den entlaufenen Bär schieben, aber dennoch passierte einfach zu viel Unerklärliches und fast hätten die gescheiten Frauen den Pilgerschwindel noch aufgedeckt, bevor Karl mit seiner Erfindung fertig war. Nach viel Trubel fanden nicht nur die beiden Ehepaare wieder zusammen, sondern auch deren Kinder Heike und Thomas. Es konnte sogar geklärt werden, dass die Kuh Elsa und nicht die Schwestern Mona-Lisa die Schönste im Land war und Polizist Sturm fand seinen „Übeltäter“ wie es sich gehört.

Dazu ein mehr als zufriedenes Publikum, nicht enden wollender Applaus, also Ende gut, alles gut! 

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