Seckach blickt auf „Millionenjahr“ zurück

Absage an S-Bahn-Sprinter und Polizeireform waren große Enttäuschungen

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Zum Neujahrsempfang der Gemeinde Seckach waren zahlreiche Ehrengäste gekommen. (Foto: Liane Merkle)

Seckach. (lm) In der Gemeinde wurde im vergangenen Jahr ein gewaltiges Pensum absolviert, das man aufgrund des Investitionsvolumens und im Vergleich zur Gemeindegröße durchaus als „Millionenjahr“ bezeichnen könne, so der Ansprachentenor von Bürgermeister Thomas Ludwig im Rahmen des Neujahrsempfangs im Zimmerner Dorfgemeinschaftshaus, wozu sich wieder zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste eingefunden hatten.

Nach dem traditionellen Einzug der Sternsinger der Pfarrkuratie St. Bernhard aus dem Kinder- und Jugenddorf Klinge mit ihren Segenswünschen und den Liedvorträgen des Jungen Kirchenchors „Jezimus“ Zimmern unter der Leitung von Winfried Ackermann, galt ein bürgermeisterlicher Willkommensgruß den beiden Bundestagsabgeordneten Margarete Horb und Dr. Dorothee Schlegel, sowie den zahlreichen Bürgermeisterkollegen aus der Seckacher Nachbarschaft. Besonders begrüßt wurden auch Landrat Dr. Achim Brötel, die Ehrenbürger Ekkehard Brand und Pfarrer Herbert Duffner, sowie von den Patenschaften Gretel und Franz Metschl für die Schüttwaer, Hauptmann Stefan Schwass von der Patenschaftseinheit der Bundeswehr in Walldürn und von der Partnerstadt Reichenbach Bürgermeister Andreas Böer. Auch zahlreiche kommunale Mandatsträger und die beiden Ortsvorsteher Josef Ackermann und Reinhold Rapp, Vertreter der Kirchen, Schulen, Banken, Verbänden, Wirtschaft und Vereine dokumentierten mit ihrer Anwesenheit die enge Verbundenheit zur Gemeinde Seckach.




In seinem Jahresrückblick mit optischer Darstellung der einzelnen Projekte resümierte Bürgermeister Thomas Ludwig zunächst die Neukonzeption der einheitlichen Mischwasserversorgung für die Gesamtgemeinde mit Neubau eines Hochbehälters, den Förderleitungen und die Sanierung des Hochbehälters in Zimmern. Ein besonderer Dank galt hierbei dem Land Baden-Württemberg für die Bereitstellung von 2,3 Mio. Euro an Fördermitteln. Als weiteren Investitionsschwerpunkt nannte Ludwig das Sanierungsgebiet „Ortsmitte Seckach II“ (wir berichteten ausführlich) mit Neustrukturierung des Bahnhofgebäudes, des sog. „Lamm-Areals“ und des Umfeldes im Ortseingang. Sowohl Gemeinderat als auch Verwaltung lagen der weitere Ausbau des Hochwasserschutzes, die Förderung des Feuerwehrwesens mit Anschaffung neuer Fahrzeuge und die Schaffung eines neuen Dorfmittelpunktes in Zimmern mit zahlreichen Freiwilligkeitsleistungen aus der Bevölkerung am Herzen.

Auf starkes überregionales Interesse stieß laut Ludwig  der Bau des neuen Nahwärmenetzes aus der Biogasanlage in Großeicholzheim mit der Gründung einer Genossenschaft und einem überdurchschnittlichen Engagement der Sparkasse und Volksbank. Aufgrund einer sparsamen Haushaltsführung konnten Schulden abgebaut und Rücklagen gebildet werden, so dass man dem über 12 Mio. Investitionsvolumen mit entsprechenden Schlüsselzuweisungen mit gesunden Beinen gegenüber steht. Kritik äußerte Bürgermeister Ludwig an der Auflösung der Mosbacher Polizeidirektion mit Auswirkungen auf die „Fläche“ und besonders an der Schließung des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Adelsheim und den eingeschränkten Bereitschaftsdienst in Buchen, von dem die Öffentlichkeit nur durch Zufall erfahren habe.

Als weitere große Enttäuschung wurde die Absage an den S-Bahnsprinter aus fehlenden finanziellen Mitteln gewertet. Im Jahresrückblick gestreift wurde auch der auf halbem Wege stecken zu bleibende Ausbau der Windkraft und die veränderten Betreuungsangebote in den Kindergärten wegen rückläufiger Kinderzahlen. Im Bildungsbereich habe man sich neben personellen Veränderungen auch einer bedarfsgerechten Weiterentwicklung der Seckachtalschule zu einer Ganztagsgrundschule stellen müssen. Abschließend seines Rückblicks mit zahlreichen Veranstaltungen, Festen und Zusammenkünften streifte Ludwig noch den Stabwechsel in der Klinge von Dr. Johann Cassar an Georg Parstorfer als neuer Dorfleiter, die Vereinigung der ev. Kirchengemeinden Großeicholzheim und Rittersbach, die Außenrenovierung des ältesten Gotteshauses in der Gemeinde mit der Laurentiuskirche und das überaus rege und zukunftsweisende Vereinsleben.


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Mit einem Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde Seckach appellierte der Bürgermeister an weiteres Engagement bezüglich der anstehenden Aufgaben wie Verbesserung der Breitbandversorgung, der Weiterentwicklung der Seckachtalschule, die Planungen für die Sanierung der Leichenhallen in Seckach und Zimmern sowie an die Abgabe des Grundbuchamtes samt Einrichtung einer Einsichtsstelle. Bei zahlreichen öffentlichen Projekten hatte sich die Bürgerschaft in den Ortsteilen überdurchschnittlich und ehrenamtlich engagiert und sich ohne großem Aufhebens um die Gemeinschaft verdient, wofür ebenfalls ein Dank ausgesprochen wurde.

Auch in den Grußworten der Gäste wurden die enormen Anstrengungen und Aufwendungen der Gemeinde in eine bürgerschaftsträchtige positive Weiterentwicklung in allen Bereichen gewürdigt und hervorgehoben. Margaret Horb empfahl darüber hinaus den Klinge-Leitspruch 2014 als Richtschnur für alle Menschen, Dr. Dorothee Schlegel riet für das Gemeinwohl über den Tellerrand hinaus zu blicken. Dr. Achim Brötel war sich sicher, dass das Thema Neckar-Odenwald-Kliniken noch sehr viel Arbeit bedürfe, die auch 2014 nicht grundsätzlich Beifall finden wird. Pfarrer Ingolf Stromberger hielt sich nach einem bewegten Kirchenjahr an die Jahreslosung „Gott nahe zu sein ist mein Glück“. Und Andreas Böer sah in dem Gemeindelogo „Seckach verbindet“ eine beneidenswerte Tatsache, von der nicht nur sein Reichenbach, sondern alle Kommunen der Eurokommunale profitieren, ehe Ortsvorsteher Josef Ackermann namens der Gemeinde und der Ortschaft Zimmern zu einem anschließenden Stehempfang einlud.

Für eine überaus gekonnte und stimmungsvolle musikalische Umrahmung des Neujahrsempfangs sorgte István Koppányi von der Musikschule Bauland zusammen mit den Schülerinnen Franka Aumüller (Klavier) und Julia Altenberend (Gesang). 

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