Kindertagespflege im Neckar-Odenwald-Kreis

Kooperationsvereinbarung zwischen Landkreis und Kommunen abgeschlossen

Neckar-Odenwald-Kreis. (lra) „Der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze im Neckar-Odenwald-Kreis ist auf einem guten Weg“, erklärt Peter Roos, Leiter des Geschäftsbereiches Jugend im Landratsamt. Eine wichtige Rolle misst er hier der Kindertagespflege zu: „Tagespflegepersonen bieten eine Betreuung im kleinen, überschaubaren und familiären Rahmen und können zudem sehr flexible Betreuungszeiten abdecken. Außerdem können in dünn besiedelten Regionen die Kommunen oft eher Plätze in Kindertagespflege anbieten als in einer Einrichtung.“ Dennoch sind die Zahlen der Tagespflegepersonen im Kreis derzeit leider rückläufig. Eine Entwicklung, der man im Landratsamt unter anderem durch neue Betreuungsmodelle entgegen wirken will.

Roos kann verstehen, warum das Angebot an Tagespflege derzeit eher ab- als zunimmt: „An die Tagespflegepersonen werden höhere Anforderungen gestellt. Die berufliche Selbstständigkeit und das damit verbundene unregelmäßige Einkommen bergen ebenfalls Risiken. Dennoch ist und bleibt die Tagespflege eine ungemein reizvolle und erfüllende Aufgabe, die auch viele Vorteile bietet.“

Neue Anreize will der Kreis mit den beiden Modellen TigeR und Pflegenest, die in den Gemeinden Ravenstein, Buchen und Billigheim in enger Kooperation zwischen Landratsamt und Gemeinden bereits  umgesetzt werden, setzen. Hier erhalten die Tagespflegepersonen zusätzlich zum normalen Stundensatz finanzielle Unterstützung durch die jeweilige Kommune. Allerdings möchte man auch die „klassische“ Tagespflege unterstützen, also Tagespflegepersonen, die im eigenen Haushalt betreuen. Dazu hat das Landratsamt zwei weitere Modelle entwickelt: die „Flexible Tagespflege“ und  das „Basiszuschussmodell“.


 


Das Modell „Flexible Tagespflege“ sieht vor, dass die jeweilige Gemeinde, in der das Tagespflegekind wohnt, einen Zuschuss in Höhe von 1 Euro pro Kind und Stunde zu dem eigentlichen Stundensatz für außergewöhnliche Betreuungszeiten gewährt. Dieser Zuschuss wird sowohl bezahlt für die Betreuung an Wochenenden und Feiertagen als auch für Betreuungszeiten unter der Woche zwischen 17 und 7 Uhr. Beim Modell „Basiszuschuss“ erhalten Tagespflegepersonen von ihrer Gemeinde einen Zuschuss zu den Sozialversicherungsbeiträgen.

Dazu erklärt Roos: „Diese Form der Bezuschussung ist eine absolut freiwillige Leistung der Gemeinden, die die Zuschüsse des Landratsamtes ergänzt. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung haben bisher Aglasterhausen, Billigheim, Haßmersheim, Hüffenhardt, Limbach, Mosbach, Neckargerach, Obrigheim, Waldbrunn, Walldürn, Hardheim und Zwingenberg abgeschlossen.“

Um an diesen Modellen teilhaben zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu zählen für die Tagespflegepersonen unter anderem der Abschluss des Qualifizierungsseminars für Tagespflegepersonen über 160 Stunden, den Nachweis über einen regelmäßigen Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses am Kind, regelmäßiger Besuch von Fortbildungen, Besitz einer gültigen Pflegeerlaubnis, Vorlage einer pädagogischen Konzeption sowie eine grundsätzliche Zusammenarbeit mit der Fachberatung des Pflegekinderdienstes im Geschäftsbereichs Jugendhilfe oder des Tageselternvereins.

Zusätzlich hat das Landratsamt den Stundensatz für die Betreuung eines Kindes zum 1. Januar 2014 einheitlich auf 5,50 Euro erhöht.

„In den letzten beiden Jahren hat sich in der Kindertagespflege viel bewegt. Die Rahmenbedingungen für Tagespflegepersonen und für Eltern haben sich verbessert. Die Kooperation zwischen Kommunen und Landkreis im Rahmen dieser Modelle „TigeR“, „Pflegenest“, „Flexible Tagespflege“ und „Basiszuschuss“, werten die Tätigkeit der Tagespflegeperson auf und zollen ihr die Anerkennung, die sie verdient. Wir hoffen sehr, dass sich wieder mehr Personen sich für diese Tätigkeit entscheiden und auch, dass sich weitere Kommunen der Kooperation anschließen“, so Landrat Dr. Achim Brötel.

Interessierte Eltern und Personen, die gerne im eigenen Haushalt oder in einem TigeR – im September soll in Buchen eine weitere TigeR-Gruppe entstehen – als Tagesmutter/Tagesvater tätig sein möchten, können sich beim Landratsamt unverbindlich beraten lassen. Für den Bereich Mosbach und speziell für die TigeR-Gruppen steht Nadine Polk unter der Tel. 06261/842106 Rede und Antwort,  für den Bereich Buchen Gunther Hansen, Tel. 06281/52122103.

 

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