„Gerätewagen Sanität“ beim DRK Mosbach

„Hoffentlich nie im Einsatz!“

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(Foto: LRA)

Mosbach. (lra) Noch fehlt die Beschriftung. Einzig ein kleiner Aufkleber „Bundesministerium des Innern – Bevölkerungsschutz“ gibt einen Hinweis auf Sinn und Zweck des weißen LKW mit dem ungewöhnlich großen Führerhaus, indem sechs Personen Platz finden: Der Zehntonner ist ein nagelneuer Gerätewagen Sanität (GW San) und ist ab sofort beim Deutschen Roten Kreuz in Mosbach stationiert.

Der „GW San“ wurde aus Bundesmitteln beschafft und ist ein Modul der im Aufbau befindlichen Medizinischen Task Force, die wiederum wichtiger Teil eines neuen Bevölkerungsschutzkonzeptes des Bundes ist. Die Fahrzeuge – jedes einzelne kostet rund 160.000 Euro – sollen flächendeckend stationiert werden. Und eines steht nun eben  in Mosbach.

Geschäftsführer Steffen Blaschek und seinen ehrenamtlichen Mitstreitern, Kreisbereitschaftsleiter Urban Fuchs, Rotkreuz-Beauftragter Dieter Kautzmann und allen Gruppenführern und Rettungsdienstmitarbeitern waren die Freude und der Stolz über diese neue Ausstattung anzusehen.


Denn der GW San stellt für das DRK und darüber hinaus für den Katastrophenschutz im Kreis einen großen Fortschritt dar. Das betonte auch der Erste Landesbeamte Martin Wuttke, der bei der offiziellen Übergabe dabei war: „Mit diesem Fahrzeug sind wir sehr gut gerüstet für einen hoffentlich nie eintretenden Katastrophenfall, aber auch für Schadensereignisse unter dieser Kategorie wie zum Beispiel einem Busunglück, bei dem viele Menschen verletzt oder krank sind.

Denn der GW San hat vielfältige Einsatzmöglichkeiten.“ Die hochwertige Ausstattung erlaubt eine sofortige eigenständige Versorgung von Verletzten, ohne dass weiteres Equipment erforderlich wäre, und ist daher nicht nur zur Behandlung, sondern auch zum Aufbau und Betrieb von Patientenablagen und als Sichtungsstelle  – zum Beispiel bei einem Pandemiefall zur Unterstützung eines Krankenhauses – geeignet.

Tatsächlich beinhaltet der LKW, der im Einsatz mit einem Fahrer, einem Notarzt, einem Einsatzleiter und drei Rettungssanitätern besetzt sein sollte, sehr viel Ausrüstung: ein Großraumzelt, das in drei Minuten steht, beheizt werden kann und Platz für zehn ebenfalls vorhandene Notbetten bietet. Dazu Notstromaggregate und viel medizinisches Gerät, von der Vakuummatratze über Beatmungsgeräte, Defibrillatoren, Hygienesets, und Medikamente bis hin zu Infusionen, der Kälteempfindlichkeit wegen im beheizbaren Koffer. Absperrmaterial, Einwegkleidung, Beleuchtung, Funkgeräte – die Ausstattung ist bis ins Detail durchdacht und ausgeklügelt. „Da werden wir fleißig üben müssen, denn der GW San stellt im Moment auch für uns noch eine große Herausforderung dar hinsichtlich dessen, was wie und wo in welchen Boxen verstaut ist“, so Dieter Kautzmann: „Aber wir sind hochmotiviert und fangen so schnell wie möglich mit den Schulungen an.“

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9 Kommentare

  1. Hallo,
    Erwähnenswert ist vielleicht auch, dass so ein Fahrzeug bereits seit längerem einsatzbereit im Neckar-Odenwald-Kreis steht. Der DRK Kreisverband Buchen hat dieses in Höpfingen stationiert und bereits mehrfach auf Übungen und zur Sicherung zum Beispiel des Narrenringumzug im Einsatz gehabt.

    • Leider ist der Altkreis Buchen noch relativ wenig präsent.

      Entsprechende Berichte und Pressemitteilungen werden wir selbstverständlich gerne veröffentlichen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Jürgen Hofherr

  2. Naja, das DRK Höpfingen hat einen GW San Baden-Württemberg, also ein Landesfahrtzeug. Dieses hier ist ein Fahrzeug des Bundes!

  3. Kann ich auch nicht genau sagen. Ist etwas kleiner, deshalb schätze ich, dass an der Ausrüstung etwas anders ist.

  4. Die Ausstattung ist ein wenig anders. Insbesondere ist aber das zulässige Gesamtgewicht unterschiedlich. Der GWSan BW hat ein zGG von 7,49t, der GWSan Bund 10t. Macht hinsichtlich Fahrberechtigung einen gravierenden Unterschied.

  5. Meine Güte, ist das spannend! Wahrscheinlich das Ereignis des Jahres. Wie kann man somit bloß den Odenwald so langweilig finden?

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