Aufstiegsfavorit siegt mit Schiedsrichterhilfe

Unberechtigter Platzverweis für „Schoko“-Heiß war spielentscheidend

Mosbach. (df) Eigentlich ist das Normale eingetreten: Der Aufstiegsfavorit Nr.1 hat den TV Mosbach in die Knie gezwungen. Wer allerdings in der Halle war und das Spiel verfolgt hat, der wird auch wissen, dass es bei etwas weniger Selbstneurose auch hätte anders laufen können. Doch der Reihe nach. Die Hausherren hielten ihr Versprechen und boten dem Aufstiegsaspiranten aus Hohenlohe die Stirn.

In einer nahezu voll besetzten Jahnhalle ließen Heiß & Co. den Männern von Trainer Andreas Henze wenig Platz zur Entfaltung. Im Angriff nutzten sie recht effektiv ihre Möglichkeiten und in der Abwehr wurde von Anfang an geackert. Bis zur 15. Spielminute hielten die Gäste mit den Einheimischen Schritt, dann konnte sich die Förstersieben peu à peu auf 11:8 absetzen. Und sie hielten nicht nur ihren Vorsprung, nein sie bauten ihn auf 15:10 aus. Dann kam es zu dem wohl entscheidenden Pfiff durch die Schiedsrichter Norbert Derner und Ulrich Krenz.

25 Minuten waren gespielt und sie hielten Mosbachs Urgestein Stefan Heiß den roten Karton unter die Nase. Was war passiert? Mosbach musste wie so oft an diesem Abend eine Unterzahlsituation bewältigen. Lukas Schmid saß seine  erste Zeitstrafe ab. Die zu diesem Zeitpunkt sichtlich nervösen und wackelnden Gäste wollten ihre Überzahl erfolgreich abschließen und versuchten mit Hilfe einer Kreisläufersperre ihren Toptorschützen Felix Trumpp in Position zu bringen. Dieser wurde von Heiß sicherlich unfair gestellt und dabei versehentlich im Gesicht getroffen.

Foul ja, aber eine direkte rote Karte ohne vorherige Strafen? Dirk Förster fehlte schon da die Verhältnismäßigkeit der Herren in Grün: „Wenn die Unparteiischen ‚Schoko‘ für die Aktion Rot geben, dann muss Schwäbisch Hall vorher mindestens ebenfalls eine direkte rote Karte bekommen. Heiß wird am Kreis frei gespielt und die ganze Halle sieht, dass ein Haller Abwehrspieler ihn von hinten am Wurfarm zu Boden reißt, außer den beiden Referees. Davor bekommt Lukas in einer ähnlichen Situation vom Gegner die Hand ins Gesicht. Nichts! Und von dem Siebenmeter, den Michael Goertz ins Gesicht bekommt fang ich gar nicht erst an!“ Aber letztlich nützte es ja nichts, Heiß musste weitergehen. Und das tat es auch. Der TV versuchte es mit der „Jetzt erst Recht“-Mentalität und konnte in doppelter Unterzahl auch das 16:11 erzielen. Dann fand sich Schwäbisch Hall so langsam und dampfte durch drei Tore in Folge den Vorsprung zur Halbzeit wieder ein.




Die Gäste kamen auch wacher aus der Kabine. Begünstigt durch weitere Zeitstrafen für die Hausherren gelang Trumpp & Co. ein 7:0-Lauf. Erst nach 14 Minuten erzielten die Kreisstädter ihr zweites Tor in der finalen Hälfte. Da stand es schon 18:23 und die Vorentscheidung war gefallen. Mosbach kämpfte, allerdings vergebens. Die Gäste brauchten eigentlich nur auf die Fehler der Hausherren zu warten und konnten sich auf ihr Überzahlspiel verlassen. So pendelte das Spitzenspiel der Bezirksliga quasi im Gleichschritt beider Mannschaften dem Ende entgegen. Hall hielt den Vorsprung und beim 24:29 pfiffen die Herren Krenz und Derner das Spiel ab.

Nach dem Spiel war Förster sauer, allerdings nicht auf seine Mannschaft sondern auf die Herren in Grün: „Das war die mit Abstand schlechteste Schiedsrichterleistung die mir in diesem Jahr untergekommen ist. Schwäbisch Hall wird das ganze sicher anders sehen, was ja auch kein Wunder ist wenn man mit einem bzw. zwei Mann mehr auf der Platte steht.

Statistiken lügen ja nicht, also kann die Verhältnismäßigkeit bei 11:1-Strafen gegen uns einfach nicht stimmen. Wir sind über das ganze Spiel klar benachteiligt worden und hatten in der 2. Halbzeit überhaupt keine Chance mehr. Bei uns hagelte es Zeitstrafen und auf der anderen Seite gab es in der 40.Minute eine gelbe Karte als höchstes Strafmaß in der 2. Hälfte.“

„Ich bin prinzipiell dankbar für jeden der sich dazu bereit erklärt als Schiedsrichter zu agieren. Man sollte bei der ganzen Sache nur nicht vergessen, dass man neben der Spielleitung  eine gewisse soziale Verantwortung trägt. Die Spieler trainieren Woche für Woche und bringen sich mit ihrer Leistung und ihrem Engagement in den Vereinen ein. Da kann es einfach nicht sein, dass man mit zweierlei Maß misst. Das ist wie eine Bestrafung für die Jungs“, ärgert sich Mosbachs Trainer Dirk Förster auch noch nach der Partie.

Nach einer erneuten zweiwöchigen Pause haben die Kreisstädter am 1. Februar die Handballer vom TSV Nordheim in der Jahnhalle zu Gast.

TV Mosbach: Goertz und Beuchert im Tor, Jurk, Grimm 3/3, Blasmann 2, Filipiak, F.Schmid 5/2, l.Schmid 4, Gärtner 1, Förster 3, Gehring, Heiß 2, Somogyi 4

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