Kartellamt bedroht Holzvermarktung im Land

Spitzengespräch der Forstverantwortlichen im Staatsministerium

Forstkammer im Staatsministerium

Das Foto zeigt von links: den Präsident der Forstkammer Baden-Württemberg, Bürgermeister Roland Burger, Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Forstminister Alexander Bonde, Forstkammervizepräsident Max Graf Königsegg, Landesforstpräsident Max Reger und Staatssekretär Klaus-Peter Murawski. (Foto: pm) 

Stuttgart. (pm) Landauf landab ist bei Förstern und Waldbesitzern derzeit eine große Unruhe zu spüren. Das Bundeskartellamt hat nämlich angekündigt, dem Land Baden-Württemberg aus Wettbewerbsgründen den Holzverkauf und die Mitbewirtschaftung von Wäldern für private Waldbesitzer und Kommunen durch die Forstrevierleiter, die die meisten kommunalen und viele private Waldflächen auf der Basis von Beförsterungsverträgen im Auftrag des Landes betreuen, in wesentlichen Teilen zu untersagen, falls ein einzelner Waldbesitzer oder forstlicher Zusammenschluss über eine Waldfläche verfügt, die größer als 100 ha ist. Derzeit vermarktet die staatliche Forstverwaltung nicht nur das Holz von mehr als tausend Kommunen und mehr als 200 000 Privateigentümern, sie bereut und berät diese auch forstwirtschaftlich.

Sollte dieser vom Bundeskartellamt angekündigte Beschluss Rechtskraft erlangen, so müsste nahezu die gesamte Bewirtschaftung des baden-württembergischen Kommunalwaldes, so auch des Buchener Stadtwaldes und fast aller Kommunalwälder im Neckar-Odenwald-Kreis, sowie vieler Forstbetriebsgemeinschaften und wohl auch die baden-württembergische Forstorganisation insgesamt auf eine neue Grundlage gestellt werden.




Zur Besprechung dieser schwierigen Situation trafen sich am Freitagnachmittag im Rahmen eines Spitzengesprächs der Vorstand der baden-württembergischen Forstkammer, angeführt von Buchens Bürgermeister und Forstkammerpräsident Roland Burger, mit einer Delegation der Landesregierung: Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Forstminister Alexander Bonde, dem Amtschef der Staatskanzlei Staatssekretär Klaus-Peter Murawski und Landesforstpräsident Max Reger im Staatsministerium in Stuttgart.

Sowohl die Vertreter der Landesregierung als auch der Forstkammervorstand, der den kommunalen und privaten Waldbesitz im Land verbandspolitisch vertritt, sehen den vom Bundeskartellamt angekündigten Eingriff in die Bewirtschaftungsstruktur mit großer Sorge. Sie stimmen in der Bewertung überein, dass die im Landeswahlgesetz verankerte Beratung und Betreuung aller Waldbesitzer nicht nur die Bewirtschaftung der Wälder im Land umfassend sichere, sondern auch die Rohstoffversorgung der regionalen Säge- und Holzindustrie. Gemeinsam will man im laufenden Verfahren versuchen, möglichst viele der unbestrittenen Vorteile der tradierten Forstverwaltung zu erhalten. Des Weiteren wurde vereinbart, dass eine durch das Kartellverfahren ggf. erforderlich werdende Veränderung der Forstorganisation eng mit den Vertretern des Waldeigentums abgestimmt wird.

Weitere Themen waren die in Vorbereitung befindliche Novellierung des Landesjagdgesetzes, die derzeit von Mountainbikern in Frage gestellten Regeln zum Radfahren im Wald und die Umsetzung der auf Vorschlag der Forstkammer einzurichtenden Schiedsstelle für Forstschäden, die durch die Nichtbewirtschaftung der Flächen des Nationalparks Nordschwarzwald an benachbarten nichtstaatlichen Wäldern entstehen können.

Information zur Forstkammer:

Die Forstkammer Baden-Württemberg vertritt die Interessen der privaten und kommunalen Waldbesitzer in Baden-Württemberg. gegenüber der Volksvertretung, der Regierung und der Öffentlichkeit. Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg ca. 230.000 Waldbesitzer – ländliche Gemeinden, Großstädte, Waldbauern und große private Familienbetriebe. Ihnen gehören 3/4 des Waldes in unserem Bundesland, über 1 Million Hektar.

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