Neue Gemeinschaftsunterkunft fertig gestellt

Kreiseigenes Gebäude bietet Platz für bis zu 20 Personen – Weiterer Bedarf

Neue Gemeinschaftsunterkunft DSC 4001

Sozialdezernentin Elisabeth Krug informierte sich jetzt gemeinsam mit dem zuständigen Amtsleiter Peter Bernhardt (Mitte) und dem Wohnheimleiter Jürgen Fickel über die neu eingerichtete Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber und Flüchtlinge in Bad Mergentheim. (Foto: pm)

Bad Mergentheim. (pm) Das Landratsamt Main-Tauber-Kreis hat in Bad Mergentheim eine neue, kleinere Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber und Flüchtlinge eingerichtet. Das ehemalige Wäschereigebäude des früheren Kreiskrankenhauses in der Wachbacher Straße 54 bietet nun Platz für bis zu 20 Bewohner. Das Gebäude gehört dem Landkreis und befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur seit 1999 bestehenden Gemeinschaftsunterkunft im Gebäude Zwischen den Bächen 47 mit 135 Plätzen. Dies bietet den Vorteil, dass die soziale Betreuung, die Heimverwaltung und der Hausmeisterdienst ohne zusätzliche Fahrtstrecken vom Personal des Landratsamtes erledigt werden können. Sozialdezernentin Elisabeth Krug besichtigte jetzt gemeinsam mit dem zuständigen Amtsleiter Peter Bernhardt und dem Wohnheimleiter Jürgen Fickel das renovierte Gebäude.

Es war zuletzt vom gemeinnützigen Unternehmen „Terra Hohenlohe“ genutzt worden, das im Jahr 2012 innerhalb von Bad Mergentheim umgezogen ist. Seit November 2013 liefen nun die Umbauarbeiten, die Handwerksbetriebe aus der Region im Auftrag des Eigenbetriebs Energie- und Immobilienmanagement der Landkreisverwaltung erledigten. Unter anderem wurde der Zuschnitt einiger Räume verändert, wurden neue PVC-Böden verlegt sowie Duschen eingebaut. Für jeden Bewohner stehen ein Bett, ein Schrank und ein Stuhl am Tisch im Zimmer zur Verfügung. Das Mobiliar stammt aus Beständen der Bundeswehr. Jedes der Zwei- bis Sechsbettzimmer verfügt zudem über einen Kühlschrank. Darüber hinaus wurden eine Gemeinschaftsküche und ein Gemeinschaftsraum eingerichtet. In dem Gebäude werden zunächst ab 13. Februar vier Ehepaare und Familien mit ihren Kindern aus Pakistan, Serbien und Syrien untergebracht.




Die Einrichtung der neuen Gemeinschaftsunterkunft geht auf die Entwicklung der Flüchtlingszahlen zurück. Aufgrund zahlreicher Konflikte und bürgerkriegsähnlicher Zustände in ihren Heimatländern streben zurzeit verstärkt Flüchtlinge in die Europäische Union und nach Deutschland. Im Jahr 2013 wurden in Deutschland rund 126.000 Asylbewerber und Flüchtlinge aufgenommen, nachdem die Zugangszahlen bis ins Jahr 2008 auf 28.000 Menschen gefallen waren. Seit 2009 ist die Anzahl der Asylbewerber wieder permanent gestiegen. Dieser Trend hat sich im Jahr 2013 fortgesetzt und verstärkt.

Der Königsteiner Schlüssel ist eine Berechnungsformel, die von den Einwohnerzahlen und der Wirtschaftskraft eines Bundeslandes ausgeht. Nach diesem Schlüssel muss das Land Baden-Württemberg 12,97 Prozent der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge und Asylbewerber aufnehmen. Davon weist das Land wiederum 1,26 Prozent dem Main-Tauber-Kreis zu. Der Landkreis ist gesetzlich verpflichtet, diese Menschen aufzunehmen und gemäß den gesetzlichen Vorgaben unterzubringen und zu versorgen. Aktuell wird im Main-Tauber-Kreis für das Jahr 2014 mit einem Zugang von 220 bis 230 Asylantragstellern gerechnet.

Die bisherigen Unterbringungskapazitäten im Kreis sind mit derzeit 135 Menschen in der seit 1999 bestehenden Gemeinschaftsunterkunft Bad Mergentheim und 60 in der im Jahr 2013 eröffneten Gemeinschaftsunterkunft Külsheim ausgeschöpft; auch das neue Gebäude in der Kurstadt wird in Kürze voll belegt sein. Daher sucht der Landkreis schon seit Monaten adäquate, zeitlich befristete wie auch unbefristete Unterbringungsmöglichkeiten vor allem in den größeren Städten des Kreisgebietes. Erklärtes Ziel ist die Schaffung mindestens eines dritten Standortes im Landkreis neben Bad Mergentheim und Külsheim.

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