Rosenberg wird zur energetischen Mustergemeinde

Planungen zum Ausbau der Nahwärmeversorgung gestartet

Rosenberg: In Rosenberg soll die Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien vorangetrieben werden. Die Gemeindeverwaltung um Bürgermeister Gerhard Baar plant auch im Gebiet um den Mühlweg ein Nahwärmenetz aufzubauen und setzt damit auf eine zukunftssichere und klimaschonende Energieversorgung. Vor allem die Anwohner, die innerhalb des Quartierbereiches wohnen, sollen aktiv in die Planungen eingebunden werden. Der Einladung zur Auftaktveranstaltung waren am Dienstagabend nahezu alle der eingeladenen Haushalte in den Bürgersaal des Rathauses gefolgt.

Rosenberg ist in Sachen nachhaltiger Energieerzeugung bei weitem kein unbeschriebenes Blatt. Im April 2010 startete das Pilotprojekt Restmüllfreie Abfallwirtschaft in der Baulandgemeinde und wird seither mit großem Erfolg umgesetzt. Auch eine nachhaltige Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energiequellen ist bereits seit Jahren erfolgreich etabliert. Neben kommunalen Gebäuden und Industrieunternehmen versorgt die örtliche Biogasanlage auch Privathaushalte mit erneuerbarer Wärmeenergie. „Die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises (AWN) als Projektträger liefert hier ein tolles Beispiel wie ein solches Projekt funktionieren kann“ unterstrich Bürgermeister Gerhard Baar, der sich auch im Gebiet um den Mühlweg eine Lösung auf Basis erneuerbarer Energien vorstellen kann.

Alleine die kommunalen Liegenschaften wie Sporthalle und Kindergarten in diesem Areal benötigen rund 13.000 Liter Heizöl pro Jahr und die Heizanlagen stammen zum Teil aus den 1980er Jahren. „Hier müssen wir in der nächsten Zeit aktiv werden“ bekräftigt der Rathauschef. Die Idee: Von der Umstellung auf eine erneuerbare Energieversorgung könnten auch die umliegenden Haushalte profitieren, beispielsweise durch den Anschluss an ein Nahwärmenetz.
Wie die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Wärmeenergie ökologische und zugleich ökonomische Vorteile bringen kann, erläuterte Sebastian Damm, Geschäftsführer der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber (H-O-T). „Eine nachhaltige Energieversorgung bietet klare Vorteile: sie dient dem Klimaschutz, stärkt die Autonomie der Bürger und stärkt die regionale Land- und Forstwirtschaft“ betonte Damm. Über die technischen Aspekte bei der Umsetzung von regenerativen Wärmeprojekten informierte Wolfgang Schuler vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Bietigheim-Bissingen. Sein Unternehmen lieferte schon für das Bioenergiedorf Großeicholzheim und das Schulzentrum in Ahorn besonders fortschrittliche Energiekonzepte, in deren Mittelpunkt der Einsatz erneuerbarer Energien steht. Je nach Interesse und Anschlussdichte wäre in Rosenberg eine Pelletheizung oder auch eine Holzhackschnitzelheizanlage in Verbindung mit Solarthermiekollektoren denkbar.

Um weiter planen zu können, muss jetzt erst mal der Energieverbrauch in Rosenberg erfasst werden. Dafür wurde an die Anwohner ein eigens entwickelter Fragebogen ausgegeben. Mit dessen Auswertung beginnt ein Untersuchungszeitraum von rund drei Monaten, in dem unterschiedliche technische Konzepte geprüft werden. Anschließend soll mit den Bürgerinnen und Bürgern über das weitere Vorgehen diskutiert werden. Die Voraussetzungen für ein solches Gemeinschaftsprojekt sind engagierte Menschen, ein aufgeschlossener Gemeinderat und Bürgermeister sowie ein gutes Miteinander im Dorf. Das alles passt in Rosenberg zusammen.

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