Höchster Verwaltungshaushalt der Geschichte

Bürgermeister Markus Haas legten seinen ersten Haushalt vor

Waldbrunn. Nachdem der Waldbrunner Gemeinderat in seiner Märzsitzung mit dem Beschluss zur Kooperationsklasse der Winterhauch-Schule mit der Stephen-Hawking-Schule und der Schwarzbach-Schule die Zukunft des Schulstandorts gesichert hat (wir berichteten), wurde in einem weiteren Tagesordnungspunkt die Zukunft der Gemeinde Waldbrunn thematisiert. Erstmals legte Bürgermeister Markus Haas einen Haushalt vor, der von Kämmerer Joachim Gornik gewohnt ausführlich und sachkundig präsentiert wurde.

Das Volumen des Gesamthaushalts 2014 beträgt demnach 13.583.000 Euro. Auf den Verwaltungshaushalt entfallen davon 11.643.000 Euro und 1.940.000 Euro auf den Vermögenshaushalt. Damit liege der Ansatz um 5 Prozent bzw. 650.000 Euro über dem des Vorjahrs. Im Verwaltungshaushalt ergibt sich laut Gornik der höchste Betrag in der Geschichte der Winterhauchgemeinde. Nach Abschluss des Generationenprojekts „Katzenbuckel-Therme“ nehme auch die Investitionstätigkeit wieder zu. 

Ausgangsbasis für die positive Entwicklung sieht der Kämmerer in der guten Steuerprognose und dem damit einhergehenden zusätzlichen Beträgen aus dem kommunalen Finanzausgleich. Trotz der sinkenden Einwohnerzahl schlagen sich die FAG-Zuweisungen im Rekordbetrag von 2,54 Mio. Euro nieder. Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer in Höhe von 2,11 Mio. Euro und das Realsteueraufkommen mit rd. 1,2 Mio. Euro, sind laut Gornik wichtige Größen. Da man die Ertragskraft im Verwaltungshaushalt ebenfalls auf über 1 Mio. Euro steigern könne, trage ein Übriges dazu bei. Der Haushalt 2014 ermögliche es daher auch, so der Waldbrunner „Kassenchef“, das eingeschlagene Konsolidierungskonzept trotz steigender Investitionen fortzuführen. Ziel müsse es sein, die Verschuldung im Kernhaushalt auf unter 3 Mio. Euro zu drücken. Könne der Haushalt 2014 wie geplant vollzogen werden, sinke die Pro-Kopf-Verschuldung im Kernhaushalt von 800 Euro auf 690 Euro je Einwohner.

Leicht rückläufige Einnahmen bei den Gebühren sowie die deutliche Erhöhung der Kreisumlage, und der Anstieg der Steuerkraftsumme sorgt für einen Höchstbetrag bei den Finanzumlagen in Höhe von 2,61 Mio. Euro.

Dennoch erwirtschafte man eine Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt in Höhe von fast 1,07 Mio. Euro, womit eine mehr als zufriedenstellende Basis für die Finanzierung der vorgesehenen Investitionsmaßnahmen gegeben sei, so Gornik weiter. 

Das Volumen des Vermögenshaushalts erhöht sich um knapp 20 Prozent gegenüber 2013 und beträgt 1,94 Mio. Euro. Insgesamt sind Investitionen in Höhe von 1,64 Mio. Euro vorgesehen, stellt der Kämmerer den zweiten Teil des Haushalts vor. Trotz der Steigerung komme man im dritten Jahr in Folge ohne Neuverschuldung aus.




Wesentliche Maßnahmen, die man 2014 angehe, dienen laut Gornik der Daseinsvorsorge. So investiere die Gemeinde Waldbrunn in die Ansiedlung eines Allgemeinmediziners, den Ausbau der Breitbandinfrastruktur sowie die Erschließung weiterer Wohnbauplätze insbesondere im Ortsteil Oberdielbach. Außerdem enthalte der Vermögenshaushalt Sanierungs- bzw. Modernisierungsprojekte, wovon der Löwenanteil in die Renovierung des Bürgerhauses in Schollbrunn fließe. Voraussetzung für die Realisierung der geplanten Maßnahmen sei die Bezuschussung in der vorgesehenen Höhe.

Um die Finanzierung ohne Neuverschuldung stemmen zu können, sei eine Rücklageentnahme in Höhe von 275.000 Euro notwendig. Als weitere Finanzierungsgrundlage sind Grundstücksveräußerungen eingeplant. Insgesamt basiere der Haushalt 2014 auf einer recht soliden Eigenfinanzierung. Weitere Verbesserungen im Jahresverlauf sollten zur Verringerung der Rücklageentnahme verwendet werden, schließt Kämmerer Gornik seine Ausführungen zum Vermögenshaushalt.

Der Investitionsrahmen der Finanzplanungsjahre 2015 bis 2017 wird sich sehr stark an der Leistungsfähigkeit der Gemeinde woe dem Realsteueraufkommen und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Finanzzuweisungen) orientieren, wobei es laut Kämmerer gilt, aufgestaute Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen mittelfristig abzubauen.

Die Sprecher der Fraktionen Andreas Geier (CDU), Heinz-Dieter Ihrig (SPD) und Doris Hering (UBW) dankten Gornik für seine Ausführungen und lobten die Fortsetzung der Konsolidierung.

Nachdem das Gremium den Haushalt einstimmig verabschiedet hatte, stellte Kämmerer Joachim Gornik den Wirtschaftsplan der Wasserversorgung vor, der insgesamt Erträge und Aufwendungen in einer Größenordnung von 1.107.000 Euro vorsieht. Im Vermögensplan sind 452.000 Euro verplant,die insbesonder für die Erweiterung der Wasserversorgung in der „Schulstraße“ Oberdielbach eingesetzt werden. Trotz der Investitionen Wie in den vergangenen kann auch im Wirtschaftsjahr 2014 ein Gewinn verplant werden, der mit 21.000 Euro  deutlich höher ausfallen soll als im Vorjahr, stellte Gornik dieses Zahlenwerk vor, dem die Gemeinderäte ebenfalls einstimmig folgten.

Bevor Bürgermeister Markus Haas verschiedene Niederschriften verlesen konnte, wurden die Mietpreise für die Grillhütte in Oberdielbach erhöht. Waldbrunner zahlen demnach künftig 80 Euro (vorher 60 Euro), während Auswärtige mit 110 Euro (90 Euro) zur Kasse gebeten werden. Als Entgelt für die Vergabe werden nun 35 Euro (20 Euro) fällig. Für die Toilettennutzung beim SV Dielbach müssen auch künftig 10 Euro berappt werden. Die Kaution steigt von 260 Euro auf 320 Euro.

 

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