FFW Waldkatzenbach wählt neue Führung

Kritik an Gesamtkommandant – Feuerwehrkameraden fordern Visionen

Abteilungskommandant FFW Waldkatzenbach 2014

Die neue Führung der FFW Waldkatzenbach mit Abteilungskommandant Thomas Stelzer (Mitte) und Stellvertreter Sebastian Dietz (2.v.li.) mit Bürgermeister Markus Haas (re.), Gesamtkommandant Michael Merkle (li.) und Manfred Thieme (2.v.re.), der die Abteilung 14 Jahre lang führte und aus gesundheitlichen Gründen  zurücktrat. (Foto: Hofherr)

Waldkatzenbach. Zur alljährlichen Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Waldkatzenbach begrüßte Abteilungskommandant Manfred Thieme den Bürgermeister der Gemeinde Waldbrunn, Markus Haas, den Gesamtkommandant Michael Merkle, die Vorsitzende der Feuerwehrkapelle, Stefanie Schölch und die vollzählig erschienen Feuerwehrkameraden der Abteilung.

Bereits im Vorfeld hatte Kommandant Thieme „seine“  Kameraden wissen lassen, dass er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben muss. Mit einem Rücktrittsgesuch hatte er auch Bürgermeister Markus Haas informiert.

In seinem letzten Rechenschaftsbericht erläuterte Thieme die Aktivitäten der Abteilungswehr Waldkatzenbach. Insgesamt verfüge man derzeit mit Neuzugang Tobias Springer über 17 aktive Wehrmänner, die im vergangenen Jahr 12 Übungen absolvierten. Darüber hinaus mussten 16 Einsätze bewältigt werden. Neben mehreren technischen Hilfen wurden auch diverse Kleinbrände gefahren. Auch Fehlalarme, die die Florianjünger häufig nachts aus den Betten rissen, wurden 2013 gezählt. Am Ende seines Berichts erläuterte Manfred Thieme nochmals seine Beweggründe für den vorzeitigen Rückzug. Es sei ihm nicht leicht gefallen, aber letztlich habe er mit Rücksicht auf seine Gesundheit die Verantwortung für Leben und Gesundheit seiner Kameraden nicht mehr mit ganzem Einsatz tragen kennen. Er dankte der Abteilung für die gute Zusammenarbeit in den 14 Jahren an der Spitze der FFW Waldkatzenbach. Da auch sein Stellvertreter Marko Stephan sein Amt zur Verfügung stellte, mussten die 16 wahlberechtigten Feuerwehrmänner eine komplett neue Führung wählen.

Doch zunächst standen die üblichen Besprechungspunkte auf der Tagesordnung, sodass zunächst der Kassenbericht von Sebastian Weiss folgte, dem die Kassenprüfer Simon Nuss und Mathias Hörr korrekte Buchführung bescheinigten. Nachdem Bericht des Schriftführers Ralph Haas und der Vorsitzenden der Feuerwehrkapelle, Stefanie Schölch, nutzte Bürgermeister Markus Haas die Entlastung der Vorstandschaft, die einstimmig erteilt wurde, um in seinem Grußwort einige grundsätzlichen Fragen aus dem Feuerwehrwesen anzusprechen.




Doch zunächst dankte das Gemeindeoberhaupt den scheidenden Kommandanten Manfred Thieme und Marko Stephan für die vertrauensvolle und stets korrekte Zusammenarbeit und das Engagement zum Wohl der Bürger Waldbrunns. Im  Feuerwehrwesen sei einiges im Fluss, so habe man mit großem Erfolg eine Jugendfeuerwehr gegründet, der über 40 Kinder und Jugendliche angehören. Gerade im Hinblick auf den viel diskutierten demografischen Wandeln sei es wichtig, rechtzeitig um den Nachwuchs zu werben. Die Beschaffung einer neuen Feuerwehrsoftware sowie der Feuerwehrführerschein seien weitere Themen, denen man sich widme. Bei allen Diskussionen um Kosten stehe er für den Erhalt der Abteilungswehren, ließ  Haas die Wehrmänner wissen. Die Feuerwehren seien nicht nur für den Schutz der Bürger verantwortlich, sondern übernehmen auch wichtige Aufgaben in den jeweiligen Ortschaften. Abschließend dankte Bürgermeister Markus Haas den Floriansjüngern für ihren Einsatz.

Gesamtkommandant Michael Merkle ging zunächst darauf ein, dass er im Gegensatz zu Beteuerungen im Vorfeld seiner Wahl kein gut bestelltes Feld übernommen habe, vielmehr sei man derzeit dabei, die Defizite insbesondere bei der persönlichen Schutzausrüstung zu beseitigen. Außerdem lobte er die FFW Waldkatzenbach für ihr Engagement. Der Einsatz sei vorbildlich, wie auch das vollzählige Erscheinen zur Generalversammlung zeige. Abschließend dankte er Manfred Thieme für sein 14-jähriges Wirken als Abteilungskommandant und wünschte der neuen Führung gutes Gelingen.

Bei den geheim durchgeführten Wahlen wurde Thomas Stelzer zum neuen Abteilungskommandant der FFW Waldkatzenbach gewählt. Zum Stellvertreter bestimmten die Wehrmänner Sebastian Dietz. Die Personalentscheidung muss in einer der nächsten Sitzungen noch vom Gemeinderat Waldbrunn bestätigt werden.

Unter dem Top „Verschiedenes“ kam Kritik an Gesamtkommandant Michael Merkle und dessen Informationspolitik auf. Außerdem wurde bemängelt, dass er die Versammlung bereits verlassen hatte, sodass die Nachfragen lediglich an Bürgermeister Markus Haas gingen. Darüber hinaus bemängelten die Kameraden der FFW Waldkatzenbach das Fehlen von Konzepten bzw. Visionen für die Feuerwehrentwicklung in Waldbrunn aber auch den Abteilungswehren. Auch der vorgelegte Bedarfsplan, der zurzeit von der Gemeindeverwaltung bearbeitet wird, wurde kritisiert. So seien die Abteilungskommandanten nicht eingebunden gewesen. Die Finanzausstattung wurde ebenfalls einer kritischen Würdigung unterzogen. Bürgermeister Markus Haas konnte der Versammlung zwar mitteilen, dass die Gemeinde im kürzlich verabschiedeten Haushalt (wir berichteten) 115.000 Euro für das Feuerwehrwesen vorgesehen sind. Darin sind aber auch Kosten für die Unterhaltung der Gebäude, für Sprit sowie für die Beschaffung von Schutzausrüstung eingeplant. Abschließend wurde der Wunsch nach einem Zukunftskonzept für die Waldbrunner Wehr noch einmal bekräftigt. Hier könne die Gemeindeverwaltung federführend tätig werden und neben dem Gesamtkommandanten und dessen Stellvertreter auf die Stimmen aus den Wehren hören und berücksichtigen.

Am Ende der offiziellen Tagesordnung übergaben der neue Abteilungskommandant Thomas Stelzer und sein Stellvertreter Sebastian Dietz Präsente an ihre Vorgänger.

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4 Kommentare

  1. Absolute Frechheit so ein Bericht -kann mir nicht vorstellen, dass die Kameraden aus Waldkatzenbach das auch so sehen. Nach Rücksprache, war das nicht die Meinung der Abteilungswehr, was aber als solche von Hr. Hofherr dargestellt wird.

  2. Was ist an dem Bericht eine Frechheit? Diese. Bezeichnung trifft wohl eher auf Ihren Kommentar zu. Es mag sein, dass man auf Schönwetterberichterstattung steht und alles mit Harmoniegesülze bedeckt. Aber so funktioniert Presse nicht. Welche Meinung eine Abteilung haben kann, weiß ich nicht. Ich kenne nur Menschen und Feuerwehrkameraden die zurecht eine haben. Und diese Meinungen aus der Versammlung heraus habe ich notiert und wiedergegeben.

  3. der schwarze filz im nok ist es halt von der RNZ nicht gewohnt, daß vollständig und unabhängig berichtet wird. gut, dass es mit nokzeit eine alternative gibt! danke!

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