„Brennholztourismus“ im Gemeinderat Seckach

2015 sollen 3.800 Festmeter fallen – 26.500 Euro Gewinn für den Haushalt geplant

Seckach. (lm) Um den „Brennholztourismus“ einzudämmen, ist die Forstbetriebsleitung Adelsheim um halbwegs einheitliche Preise innerhalb des Neckar-Odenwald-Kreises und zu den angrenzenden Landkreisen bemüht. Aus diesem Grund stimmte der Seckacher Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung unter Leitung von Bürgermeister Thomas Ludwig einer moderaten Erhöhung der Brennholzpreise für das Forstwirtschaftsjahr 2015 zu. Demnach wird für Brennholz lang gerückt am Weg künftig 58 Euro je Festmeter (bislang 55 Euro) und für den Ster Holz 65 Euro (bisher 60 Euro) erhoben. Die letzte Preisanpassung erfolgte im Jahr 2011.

Gleichzeitig mit der Kenntnisnahme der forstwirtschaftlichen Betriebspläne 2015 gab man auch die Zustimmung für die vorgeschlagene Hiebssatzabsenkung von ursprünglich 60.000 Erntefestmeter in zehn Jahren auf 40.000 Erntefestmeter zu, vor allem um die vielen sturmbedingten „Muss“-Einschläge, aber auch eine falsche Bonitierung der Vergangenheit, auszugleichen. Diese Verringerung für die nächsten fünf Jahre führe nach den Ausführungen von Martin Hochstein als Leiter der Forstbetriebsleitung Adelsheim sowie Revierleiter Armin Walzel dazu, dass die möglichen Nutzungen etwas in die Zukunft verschoben werden. Dafür werde das Wertschöpfungspotential voll ausgenutzt. Die forstwirtschaftliche Planung für 2015 sieht eine Gesamtnutzung von 3.800 Festmeter Einschlag, statt der ursprünglich angesetzten 6.000 vor, wobei man nach Abzug aller Kosten mit einem Plus von 26.510 Euro rechnet. Den größten finanziellen Brocken stellen im forstwirtschaftlichen Verwaltungshaushalt die Verwaltungskosten in Höhe von 54.300 Euro dar.  Als absolutes Novum gab Martin Hochstein bekannt, dass das Bundeskartellamt darauf bestehe, dass die Vermarktung von Staatswald- und Kommunalwaldholz strikt getrennt werden, wodurch einige gravierende Änderungen in der Verwaltung anstehen.

Ebenfalls nur zur Kenntnis nahm der Gemeinderat die Neuordnung des Grüngutsystems im Neckar-Odenwald-Kreis durch die Abfallwirtschaftsgesellschaft. Hierbei wurde auch festgelegt, dass das Grüngut ab Februar 2015 zum Schutz vor unliebsamen Pflanzensamen nur noch fachgerecht kompostiert ausgebracht werden darf. Diese sogenannte Hygienisierung könne aber nicht dezentral auf allen rd. 50 Grüngutplätzen im Kreisgebiet geschehen, sondern höchstens in einer oder zwei Kompostieranlagen. Außerdem enthält die neue Bioabfallverordnung deutlich höhere Anforderungen an den baulichen Zustand der Grüngutplätze sowie an die Dokumentation des angelieferten Materials.

Wie Dr. Matthias Ginter erläuterte, müssen Grüngutplätze mit schlechter Infrastruktur und/oder mit geringen Anlieferungsmengen sowie insbesondere alle Plätze, die nicht mit dem LKW angefahren werden können, geschlossen werden. Konkret sei diese Konsequenz für neun Grüngutplätze im Landkreis geplant, darunter auch der Grüngutplatz im Ortsteil Zimmern.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt wurde Bürgermeister Thomas Ludwig ermächtigt, ein Kommunaldarlehen in Höhe von 150.000 Euro für den Eigenbetrieb „Wasserversorgung Seckach“ vorbereitend aufzunehmen. In diesem Zusammenhang wurde durch die Verwaltung darauf hingewiesen, dass die aus dem Wirtschaftsjahr 2013 noch zur Verfügung stehenden Kreditermächtigungen in Höhe von 428.900 Euro bei weitem nicht in dieser Höhe benötigt würden.

Abschließend gab Bürgermeister Thomas Ludwig bekannt, dass gemäß einem Schreiben des Polizeireviers Buchen in Seckach die bekannt gewordenen Straftaten von 137 im Jahr 2008 um 38,7 Prozent auf 84 zurückgegangen sind, wobei inzwischen erfreulicherweise auch 2/3 dieser Taten aufgeklärt werden konnten.

Als weitere Statistik informierte er über die erfreuliche Steigerung von 361 im Jahr 2013 auf 481 Teilnehmer in diesem Sommer beim Ferienprogramm der Schlotfeger. 

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