Zahl der Handwerksbäckereien rückläufig

Beratungen im Landwirtschaftsausschuss

NZ Baeckerei Beisel

Das Bild zeigt MdL Charlotte Schneidewind-Hartnagel mit Jutta Beisel vor der Bäckerei Beisel in der Oberen Badstraße in Eberbach. (Foto: Hofherr)

Eberbach. (pm) In unmittelbarer Nähe des grünen Wahlkreisbüros der Landtagsabgeordneten Charlotte Schneidewind-Hartnagel in der Oberen Badstrasse in Eberbach liegt die Bäckerei Beisel. Hier wird seit 1597 in 13. Generation das Bäckerhandwerk auf qualitativ hohen Niveau nach eigenen Rezepten und frei von Zusatzstoffen ausgeübt.

Die Zahl der Handwerksbäckereien ist in den vergangenen Jahren landes- und bundesweit gesunken. Im Jahr 2002 gab es noch 2.631 Handwerksbäckereien in Baden-Württemberg, im Jahr 2013 wurden nur noch 2.066 Betriebe registriert. Diese Entwicklung war Thema bei der letzten Beratung im Ausschuss für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz am Mittwoch, 4. März 2015, wie das Mitglied des Gremiums und Verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Grünen, MdL Charlotte Schneidewind-Hartnagel jetzt mitteilte.

Nach Angaben Schneidewind-Hartnagels zählen Handwerksbäckereien neben der Mühlenwirtschaft zu einem der ältesten verarbeitenden Gewerbe und nehmen eine bedeutende Rolle bei der Ernährung der Bevölkerung ein. Trotz der hohen Qualität, der Vielfalt an Backwaren und der regionalen Erzeugung, haben die Bäckereien mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen. Dazu zählten unter anderem steigende Betriebskosten und die wachsende Konkurrenz durch Großbäckereien und Backautomaten. Diese Entwicklungen hätten in den vergangenen Jahren maßgeblich dazu beigetragen, dass das Backhandwerk  leider immer weiter zurückgeht, so Schneidewind-Hartnagel.

Dagegen habe die Zahl der Backstationen in Supermärkten in den vergangenen Jahren zugenommen. Begonnen habe diese Entwicklung 2010 mit Initiativen von Discountern. Inzwischen sei nach Einschätzung des Handelsverbands Baden-Württemberg in fast allen Discountmärkten im Südwesten eine Backstation vorhanden. Somit gebe es nach Schätzungen der Industrie- und Handelskammer mittlerweile 4.000 bis 5.000 Backstationen im Land. Hinzu komme, dass in nahezu allen neueren oder modernisierten Supermärkten im Vorkassenbereich eine Backfiliale vorhanden sei. Auch der Markt für Tiefkühlbackwaren sei seit  Jahren steigend.

Wie Schneidewind-Hartnagel erklärte, spielen Belange kleinerer und mittlerer Unternehmen (KMU) für das Land eine besondere Rolle beim Abbau und der Vermeidung bürokratischer Belastungen. Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft praktiziere deshalb die Instrumente des KMU-Alarms und KMU-Checks. Dabei würden geplante neue Rechtsvorschriften auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene auf ihre Mittelstandstauglichkeit geprüft. Der Ausschuss habe einstimmig beschlossen, dass die Landesregierung einen Bericht über den KMU-Alarm und KMU-Check im Bereich von Bäckereien und Fleischereien vorlegen solle, so die grüne Landespolitikerin.

Charlotte Schneidewind-Hartnagel: „Auch hier bei uns kann ich diese Entwicklung beobachten. Aber es sind wir als Verbraucher, die entscheiden, wo wir unser Brot kaufen. Wir können dies in einer der Eberbacher Handwerksbäckereien tun oder im Discounter das Einheits-Brot aus dem Automat ziehen. Welches Brot wir essen wollen, entscheiden wir selber. Aber wir tragen mit unserer Kaufentscheidung massgeblich dazu bei, welches Angebot wir in Zukunft in der Stadt haben werden.“

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