Fukushima – Keine Entwarnung

„Fukushima sollte letzte Atomkatastrophe sein“

Neckarwestheim. (pm) Wie jedes Jahr seit der Katastrophe in Fukushima fanden zum vierten Jahrestag in ganz Deutschland Demonstrationen und Mahnwachen statt. Gemeinsames Motto war: Fukushima – keine Entwarnung. Aus dem Neckar-Odenwald-Kreis nahmen am vorletzten Sonntag etliche Menschen an der Demonstration am Atomkraftwerk Neckarwestheim teil, wo seit März 2011 einer der beiden Blöcke abgeschaltet ist. Zur Teilnahme an dieser zentralen Veranstaltung im Südwesten hatte die Initiative AtomErbe Obrigheim zusammen mit anderen Gruppen aufgerufen. Die Japanerin Masami Kato übermittelte bei der Kundgebung die Grüße der Menschen, die gegen die Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerks bei Kyoto demonstrierten. Sie berichtete, dass die große Mehrheit der japanischen Bevölkerung wegen der ungelösten Probleme und der weiter fortschreitenden Verseuchung von Luft, Meer und Erde um Fukushima eine atomstromfreie Gesellschaft will. Mit nach Hause nehmen konnte sie die Grüße und Solidaritätsbekundungen der rund 3000 DemonstrationsteilnehmerInnen, die sich für einen Atomausstieg jetzt und weltweit aussprachen.

Am Jahrestag selbst, dem 11. März, fand sich dann ein Kreis von Menschen zur Mahnwache  zusammen, die der Einladung der Initiative AtomErbe Obrigheim gefolgt waren. Hans-Detlef Ott vom Kreisvorstand B90/Grüne erinnerte daran, dass Wissenschaftler schon nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl 1986 berechnet hätten, dass so ein Ereignis alle 25 Jahre passieren könnte. Fukushima sei eine Bestätigung dafür. „Der Atomausstieg und die Energiewende müssen dringend vollständig durchgeführt werden, bevor sich eine weitere Atomkatastrophe ereignet“, so Gertrud Patan, Mitglied der Initiative. Mit den Atomkatastrophen von Harrisburg/USA 1979, Tschernobyl/Ukraine 1986 und Fukushima/Japan 2011 gebe es genug schlimme Erfahrungen mit dieser veralteten Technologie. Völlig unklar sei, wie eine solche Katastrophe im dicht besiedelten Deutschland bewältigt werden könne.

Zu einem vollständigen Atomausstieg gehöre aber auch die Schließung der Uran-Anreicherungsanlage in Gronau und der Brennelemente-Fabrik in Lingen, wo Brennelemente für den weltweiten Export hergestellt würden und kein Ende vereinbart sei. Kritisiert wurde von den Teilnehmenden auch, dass die EU die Subventionierung des in Hinkley Point/England geplanten Atomkraftwerks für 35 Jahre akzeptiert hat. Mit einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer der Katastrophe in Fukushima beschlossen die Teilnehmenden die Mahnwache.

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