Gefahrguttransporter war undicht

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Ein undichter Gefahrguttransporter auf der A 6. (Foto: Polizei)

A 6. (ots) Die Bundesautobahn (BAB) 6 hat sich im Lauf der Jahre zu einer der Haupttransitstrecken im Ost-West-Verkehr herauskristallisiert. In diesem Zusammenhang wird die Autobahn weiterhin von Fahrzeugen frequentiert, die oftmals nicht den geltenden Vorschriften entsprechen und damit eine nicht zu unterschätzende Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellen. Zurückliegende Kontrollaktionen haben zudem belegt, dass diese Route auch häufig von reisenden Straftätern benutzt wird.

Aus diesem Grund führten rund 70 Beamtinnen und Beamte, darunter auch Kräfte der Bereitschaftpolizei, unter Leitung der Verkehrspolizei Weinsberg am Dienstag, in der Zeit von 09.00 Uhr bis 14.00 Uhr, auf Gemarkung Bad Rappenau, in Höhe der Parkplätze „Bauernwald“, in beide Fahrtrichtungen eine großangelegte Kontrolle durch, bei welcher auch Mitarbeiter des Zolls beteiligt waren. Die Einsatzkräfte hatten sich bei den ganzheitliche Kontrollen von Fahrzeugen und deren Insassen die Bekämpfung der Rauschgift- und Alkoholdelikte sowie der grenzüberschreitenden Kriminalität auf die Fahnen geschrieben. Auch auf die richtige Art der Personenbeförderung und auf die Vorschriften im Zusammenhang mit dem Schwerlastverkehr legten die Beamtinnen und Beamten ihr Augenmerk. Für etwaige notwendige Verdachtsmomente im Zusammenhang mit der Beförderung von Drogen waren zwei Diensthundeführer mit ihren Rauschgiftspurhunden im Einsatz. Im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass insgesamt 29 Anzeigen gefertigt werden mussten.

Die Verstöße bezogen sich in sieben Fällen auf die Nichteinhaltung von Lenk- und Ruhezeiten der Lkw-Fahrer, zweimal wegen Überladung der Lastwagen und einmal auf eine nicht richtig gesicherte Ladung. Die Annahme, dass auch an einem Vormittag mit unter Drogeneinfluss stehenden Autofahrern zu rechnen ist, wurde am Dienstag bestätigt. Wegen des Verdachts der Drogenbeeinflussung mussten sechs Autofahrern eine Blutprobe entnommen werden. Neben dem verkehrsrechtlichen Verstoß sehen die Betroffenen auch Anzeigen wegen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz entgegen. Bei einem Fahrzeugführer wurde zudem eine geringe Menge an Marihuana aufgefunden.

Erheblichen Zeitaufwand erforderte die Kontrolle eines Gefahrgut-Lkws. An diesem, mit etwa 23 Tonnen „Cyklohexylamine“ (ätzende, brennbare Flüssigkeit) beladenen polnischen Silozug wurde  ein undichter Tank festgestellt. Geringe Mengen der ätzenden und brennbaren Flüssigkeit liefen aus. Ein Kontrollbeamter erlitt deswegen während der Überprüfung leichte Verletzungen und musste zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Wegen des Gefahrgut-Trucks war die Feuerwehr mit 20 Einsatzkräften und drei Fahrzeugen im Einsatz.  Dem Lkw-Fahrer wurde die Weiterfahrt untersagt. Der Parkplatz Bauernwald-Nord musste gesperrt werden. Der Tank Silo-Zuges wurde umgefüllt. Die Ermittlungen gegen den Fahrer, die Halterfirma und den Befüller des Silozuges sind im Gange.

Das Ergebnis der fünfstündigen Kontrolle überraschte den Einsatzleiter, Polizeioberrat Richard Zorn, nur wenig: „Dass bei einer solch großangelegten Kontrollstelle, bei welcher Personen und Fahrzeuge ganzheitlich überprüft wurden, auch zahlreiche Verstöße festgestellt wurden, war im Grunde genommen zu erwarten. Das Resultat zeigt die Notwendigkeit weiterer künftiger Kontrollen auf der BAB 6, insbesondere auch mit Blick auf die beeinträchtigte Fahrtüchtigkeit durch Drogenbeeinflussung als nicht zu unterschätzende Unfallursache“.

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