Zu Besuch in der Flüchtlingsunterkunft Hardheim

Fluechtlingsheim JU

(Foto: pm)

Hardheim. (pm) „Aufgrund der Brisanz, die aktuell mit dem Thema Asyl einhergeht, bedarf es einer eingehenden Aufklärung. Wo sollte das besser gehen als direkt vor Ort?“, so Kreisvorsitzender Dr. Mark Fraschka in seinen Grußwort zu Beginn der Besichtigung.

 

Neben zahlreichen JU‘lern waren MdB Nina Warken gekommen um von Landrat Dr. Achim Brötel, Fachdienstleiter Manfred Schärpf sowie den Verantwortlichen direkt vor Ort GU-Leiter Michael Kovacs und Sozialarbeiter Frank Fülbier aus erster Hand informiert zu werden. Landrat Dr. Brötel war es wichtig die aktuellen Flüchtlingszahlen anhand von Statistiken einzuordnen. Nur 0,4 Prozent der Bevölkerung im Neckar-Odenwald-Kreis seien Asylbewerber. Von einer ‚Überflutung‘ könne mit Sicherheit keine Rede sein. „In den 90-er Jahren waren es doppelt so viele Asylbewerber plus tausende Spätaussiedler, welche aus heutiger Sicht ein Segen und Gewinn für die Region sind.“ Man sei deshalb über jeden Interessenten froh, der sich über die Asylthematik in Hardheim ein eigens Bild mache. Der Landrat hofft, dass damit Vorurteile und Berührungsängste abgebaut werden könnten.

Nach einem Rundgang über das Areal und der Besichtigung der Unterkunft mit fast 300 Asylbewerbern wurde intensiv über die Chancen und Probleme der Asylbewerber diskutiert. Dabei war insbesondere die Größte der Unterkunft eines der zentralen Themen. Sozialarbeiter Frank Fülbier verwies auf die fehlenden Strukturen um den Asylbewerbern einen Einstieg in die Arbeitswelt zu ermöglichen. Ein geregelter Alltag sei hier für die Bewerber essentiell. Eine Notwenigkeit seien auch die von freiwilligen Helfern angebotenen Sprachkurse, denen aber noch eine Zertifizierung für den Arbeitsmarkt fehle.

In diesem Zusammenhang lobte die Bundestagsabgeordnete Nina Warken die Mitarbeiter vor Ort und auch die vielen ehrenamtlichen Helfer, die in ihrer Freizeit die Mitarbeiter tatkräftig unterstützen. In der Diskussionsrunde kam auch zum Ausdruck, dass das Asylrecht leider nicht selten missbraucht werde. Dieser Entwicklung müsse politisch entgegengewirkt werden. Denn der Missbrauch des Asylrechts würde hauptsächlich denen schaden, die es tatsächlich benötigen.

Zum Abschluss dankte Fraschka den anwesenden Gästen und speziell den Gastgebern informativen und unverfälschten Einblick in die GU Hardheim. „Man kann für einen Besuch in Hardheim nur werben, damit die Debatte um die Asylpolitik weniger emotional und mehr sachlich geführt wird“, so Fraschka abschließend.

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: