Großeicholzheim auf dem Hammelsprung

Großeicholzheim auf dem Hammelsprung

Großeicholzheim. (lm) Als nach 20 Minuten des Tanzens um den Hammel und mit wechselndem Blumenstrauß der Wecker klingelte, traf es Francesca Schwing und René Neureiter, die dann im Anschluss die heute üblichen zwei Kästen Bier spendieren mussten, dafür aber den wunderschönen Blumenstrauß behalten durften.

Unter dem Beifall der zahlreichen Besucher auf dem Vorplatz des Wasserschlosses und umrundet vom festlich geschmückten Hammel drehte das Siegerpaar noch eine Siegerrunde. Dem voraus gegangen war das gespannte Warten der unzähligen Besucher auf den „Hammelzug“, der sich mit seiner Tour durchs Dorf ausreichend Zeit gelassen hatte. Aber daran hatte sich keiner der unzähligen Besucher gestört. Schließlich spielte das Wetter mit, der Glühwein mundete ebenso wie die frisch gebackenen Brezeln und auch die höher prozentigen Getränke waren nicht zu verachten. Die Großeicholzheimer wissen dörfliche Traditionen und Bräuche nicht nur zu würdigen, sondern auch hoch zu halten. Ein Phänomen, das sich gerade in dieser Seckacher Teilgemeinde bereits in vielen Projekten gezeigt hat. Man legt gesteigerten Wert auf die Pflege der eigenen Wurzeln.

Und dazu gehören u.a. eben auch die Kerwebräuche wie der Hammeltanz am Kerwemontag oder der Strohbär und das Sammeln für einen gemeinnützigen Zweck am darauf folgenden Dienstag. Doch zurück zum Hammelzug, der auch in diesem Jahr eine beachtliche Länge aufwies und sich zusammen setzte aus dem jugendlichen „Kerwe-Organisations-Komitee“ und den Musikanten Axel Kegelmann, Simon Eberle, Philipp Reitter und „Champes“ Martin Kort. Begleitet wurden sie von dem mit bunten Luftballonen geschmückten und mit einem Schlapphut „behüteten“ Kerwehammel sowie den potentiellen Tanzpaaren, die nicht verheiratet sein dürfen. Der Wecker wurde ge- und aufgestellt, der geschmückte Hammel begann mit seiner Führerin schon mal die Runde zu drehen, innerhalb der sich die tanzenden Paare bewegen sollten und die Musikanten nahmen Aufstellung.

Während des Tanzes sorgte jemand dafür, dass ein ansprechender Blumenstrauß von einem Paar zum nächsten gereicht wurde. Dabei können 20 Minuten ganz schön lang werden. Das Paar, bei dem der Blumenstrauß gerade ist, während der Wecker klingelt, darf diesen und das Schmucktuch des Hammels mit nach Hause nehmen und muss – wie bereits erwähnt – eine Runde spendieren.

Alle zusammen – Tänzer, Gäste und Zuschauer nehmen dann das gemeinsame Kerwemahl im örtlichen Gasthaus „Zum Löwen“ ein. Natürlich sammelte die Jugend während dieser Aktion – wie jedes Jahr – auch fleißig für einen sozialen Zweck. Als Anreiz für die Spenden und zur „inneren Erwärmung“ gab es Glühwein, Punsch, Brezeln und Schnaps. 

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(Foto: Liane Merkle)

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