Neckarsulm ehrt Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft

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Oberbürgermeister Joachim Scholz und Diakon Klaus Börger gedenken der Opfer der jüngsten Terrortaten
 

 
 
 Neckarsulm. (snp) Am Volkstrauertag hat die Stadt Neckarsulm an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in der Vergangenheit und der Gegenwart erinnert. Im Rahmen einer öffentlichen Gedenkfeier legten Oberbürgermeister Joachim Scholz und Diakon Klaus Börger von der katholischen Seelsorgeeinheit Neckarsulm einen Kranz am Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege auf dem Alten Friedhof Steinachstraße nieder. Würdevoll umrahmt wurde die Feierstunde vom Musikverein Obereisesheim und dem Sängerbund Neckarsulm.
 
 Die diesjährige Gedenkfeier wurde überschattet von den Terroranschlägen in Paris. „Die 129 Toten und 350 Verletzten zeigen das hässliche Gesucht des Terrors“, sagte OB Scholz. Die Mordtaten des sogenannten „Islamischen Staates“ nannte Joachim Scholz „eine unglaubliche Steigerung dessen, was wir in Europa kennen“. Der Volkstrauertag werde in diesem Jahr unter besonderen Vorzeichen begangen. OB Scholz erinnerte an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren und die Stadtzerstörung kurz vor Kriegsende am 01. März 1945. Die Teilung Deutschlands und Europas als Folge des Zweiten Weltkriegs wurde mit der deutschen Wiedervereinigung vor 25 Jahren friedlich überwunden. „Am Volkstrauertag setzen wir uns mit unserer Geschichte in besonderem Maße auseinander“, erklärte Joachim Scholz. „Dieser Tag mahnt uns, dass sich die Gräueltaten der Vergangenheit nicht wiederholen dürfen.“
 
 Die Menschen in Europa lebten zwar seit 70 Jahren in Frieden. Aber die aktuellen Flüchtlingszahlen verdeutlichten, „dass es weltweit immer noch Kriege und Bürgerkriege, Unterdrückung und Verfolgung, Vertreibung und millionenfachen Mord gibt“. Insofern zeige der Volkstrauertag auch, „wie wichtig es ist, diese Menschen vor den Folgen von Krieg und Gewalt zu bewahren und sie zu unterstützen“, betonte der Oberbürgermeister. Die große Zahl an Asylbewerbern, die in Deutschland und auch in Neckarsulm Schutz suchten, bedeute eine große Herausforderung. „Aber wir haben in unserer Stadt schon mehrmals gezeigt, dass wir in der Lage sind, fremden Menschen nicht nur Wohnung und Arbeit zu geben, sondern sie auch in unsere Gesellschaft aufzunehmen“, versicherte Scholz. „Das menschliche Leben ist das höchste Gut. Wir müssen es bewahren.“ Darin sah OB Scholz „die richtige Lehre“, die aus den Schrecken der Vergangenheit und der Gegenwart zu ziehen sei.
 
 Auch Diakon Klaus Börger schlug in seiner geistlichen Ansprache den Bogen von den Gewaltopfern der Vergangenheit zu den Opfern der jüngsten Terrorakte. „Die Anschläge in Paris stellen uns den Terror und die Gewalt unserer Tage so grausam vor Augen. Heute nehmen wir in besonderer Weise die Opfer des Terrors in aller Welt in den Blick.“ Der Volkstrauertag sei ein Tag der Mahnung und des Gedenkens. „Wir dürfen in unserem Land nicht vergessen und nie aufhören zu trauern über die unzählige Zahl derer, die ihr Leben gelassen haben“, mahnte Klaus Börger. „Das Gedenken steht am Beginn des Neuanfangs.“
 
 


Am Volkstrauertag erinnerte die Stadt Neckarsulm bei einer öffentlichen Gedenkfeier auf dem Alten Friedhof Steinachstraße an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.
 

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