Sennfeld: Viele Peruaner mit Wasser versorgen

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„Leben braucht Wasser“ informiert

Sennfeld. (lm) Das Sennfelder Kleintierzüchterheim war gut gefüllt, denn die Landfrauen Bauland hatten zu einem aktuellen Sachstandsbericht des Seckacher Förderkreises „Leben braucht Wasser“ eingeladen. Und Inge Schneider freute sich Vorsitzende der Landfrauen über die gute Resonanz und das große Interesse.

Allerdings hätte ein Sachstandsbericht auch wirklich nicht aktueller sein können, denn Bernhard Heilig war als Vorsitzender des Förderkreises gerade mal vier Tage zurück von seiner zweiten Peru-Inspektionsreise in diesem Jahr. Nachdem er bereits im Frühjahr sechs Wochen auf eigene Kosten und Energie in die Überprüfung der 200 bereits installierten Pumpen und in die ersten Schritte des neuesten Projekts „Trinkwasser für 1.000 Menschen in Peru“ investiert hatte, waren für das neue Projekt jetzt noch einmal 12 Wochen in Chincha notwendig gewesen. Das hört sich nach einer langen Zeit an, aber Peru ist mindestens so groß wie seine Armut, das Bildungsniveau aber leider so niedrig, dass jede Neuerung schon aus Gründen des Verständnisses, aber auch der Mentalität, bedeutend mehr Zeit in Anspruch nimmt als in Europa.

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Bernhard Heilig fand in Sennfeld eine überaus interessierte Zuhörerschaft vor, als er von seinen Einblicken in das Landleben, die Lebensweise, u.a. mit dem für uns unvorstellbaren Kochen auf dem Drei-Steine-Ofen und der Problematik der Wasserversorgung berichtete. Dabei war ihm auch wichtig, zu erwähnen, dass die Entwicklung der neuen Pumpen finanziell nur möglich ist durch das kostenlose Überlassung der Schalungsformen durch Firmen der Region wie Vogt Sindolsheim, AZO Osterburken, Merklinger Buchen und KWM Mosbach. „Diese Formen sind die Voraussetzungen zum einfachen Fertigen der Pumpen vor Ort.“ Heilig berichtete von den bisherigen Erfolgen durch die 200 Pumpen für Mocupe oder den beiden betreuten Schulen mit ihrer neuen Wasserversorgung sowie seiner Suche nach neuen Projektpartnern, Projekten und Mitstreitern – und das alles auf eigene Kosten und dem Standard der jeweiligen Gastgeber angepasst.

So anstrengend das Ganze auch sei, habe er doch tolle Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft kennen gelernt. So konnte beispielsweise Alvaro Rubina, der ihnen eigentlich nur als Dolmetscher und Fahrer empfohlen war, für die Sache des Förderkreises „Leben braucht Wasser“ gewonnen werden. Ein Gewinn in mehrfacher Sicht, denn Rubina hat in Deutschland studiert und gearbeitet, ist mit einer deutschen Frau verheiratet und weiß daher nicht nur wie seine Landsleute anzupacken sind, sondern auch wie die Deutschen „ticken“. Mit Begeisterung, und schon jetzt überwältigendem Erfolg hat er den ehrenamtlichen Job als Vorsitzender des dort neu eingerichteten Förderkreis-Ablegers „La vida necesita agua“ übernommen.

Doch man hat auch in der Förderkreis-Spitze dazu gelernt und den Schwerpunkt der Arbeit neu ausgerichtet. Es geht nicht mehr darum, so viele Einfachstpumpen wie möglich zu installieren, sondern vielmehr darum, so vielen Menschen wie nur möglich den realistischen Zugang zu gutem Trinkwasser zu ermöglichen. Darum steht das neue kurzfristige Ziel des Förderkreises bis 2016 auch unter dem Motto „Trinkwasser für 1.000 Menschen in Peru“, und zwar je nach örtlichen Gegebenheiten mittels Pumpen und/oder Rohrbrunnen, Wasserbecken, Tanks usw. Des Weiteren sollen zwei Mitarbeiter von „La vida necesita agua“ qualifiziert werden, in einer jährlichen Inspektionsreise die bereits installierten Pumpen zu warten.

Weiterer Sachverstand wird für die Verbesserung und Sicherung der Wasserqualität von Nöten sein und um auch tiefere Brunnen bohren zu können, hat der Förderkreis in Seckach bereits eine robuste hydraulische Bohrmaschine angeschafft, die nach einer ausführlichen Schulung der örtlichen Mitarbeiter bereits zum Einsatz gekommen ist. Als weitere Herausforderung sehen die Verantwortlichen im Förderkreis neben der „Beschaffung“ der jährlich notwendigen 30.000 Euro vor allem die umfangreichen Projekte. Vordringlich scheint ihnen die Schulung vom Umgang mit Wasser und Hygiene an den Schulen, damit das Wissen über die Kinder auch in die Familien gelangen kann. Es steht die Verbesserung der bisherigen Pumpen in Qualität und Preis an.

Wie aufmerksam die Damen des Landfrauenvereins Bauland den Ausführungen von Bernhard Heilig gefolgt waren, zeigte sich in den anschließenden interessierten Fragen, die dieser gerne und mit Herzblut beantwortete.

Leben braucht Wasser

(Foto: pm)

Infos im Internet:

www./lebenbrauchtwasser-ev.de

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