Mudau: Penny-Ansiedelung spaltet Gemeinderat

Forst soll 30.000 Euro Gewinn abwerfen – Gesamtkommandant und Stellvertreter der FFW Mudau verabschiedet

Mudau. (lm) Die Gemeinde Mudau verfügt seit kurzem wieder über einen zeitgemäßen und völlig überarbeiteten Kanalisationsplan für die Kanalortsnetze Mudau, Donebach, Mörschenhardt, Langenelz, Scheidental, Reisenbach, Waldauerbach und Schloßau, also ohne Steinbach und Rumpfen, weil diese Ortsteile nicht an die Kläranlage Mudau angeschlossen sind. Marco Rieß und Oswald Gehringer vom Ingenieurbüro Sack und Partner aus Adelsheim stellten als federführendes Büro für den neuen allgemeinen Kanalisationsplan im Rahmen der jüngsten öffentlichen Sitzung des Gemeinderates unter der Leitung von Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger die Details vor, die der Gemeinderat zustimmend zur Kenntnis nahm, vor allem weil nirgends sofortiger Handlungsbedarf festgestellt wurde.

Sicher stehen in einigen Ortsteilen ein paar Probleme an, die in den nächsten zwei bis drei Jahren behoben werden sollten. So  im Kernort, in Oberscheidental und in Schloßau. Dabei werden mit Kosten für den Ingenieurvertrag in Höhe von max. 49.000 Euro gerechnet. Mit Gesamtkosten von über 210.000 Euro soll nach dem Willen des Gemeindegremiums und nach den Vorstellungen durch das Ing.-Büro Sack und Partner die gesamte Mudauer Kläranlage auf den neuesten Stand gebracht werden. Demnach plant man die Installation einer Fällmittellager- und Dosierstation zur Phosphorelimination sowie eine Abwasserrücklaufpumpe. Aus Mitteln der Wasserwirtschaft sei ein Zuschuss von 154.400 Euro beantragt worden, so dass für die Gemeinde Mudau ein Eigenanteil von 55.600 Euro im Haushalt zu bewerkstelligen wäre, betonte Bürgermeister Dr. Rippberger.

Als Grundlage für diese Maßnahme gilt die Tatsache, dass ohne Zusatzmaßnahmen in der Mudauer Kläranlage der Phosphatgehalt bei rd. 5 Milligramm je Liter gereinigtem Abwasser liegt. Eigenverantwortlich habe die Gemeinde in den vergangenen Jahren bereits eine Phosphatfällung durch die Zugabe von Eisen-Chlorid vorgenommen wodurch 2014 der Wert auf durchschnittlich 1,67 mg/l gesenkt werden konnte. Für Baden-Württemberg gilt aufgrund einer EU-Umsetzung inzwischen aber ein Wert von 0.8 mg/l, der mit den alten Baugegebenheiten (fehlende Lagermöglichkeiten) nicht zu erreichen sei. Aufgrund effektiverer Lagermöglichkeiten wird mit einer Amortisierung bereits nach knapp vier Jahren gerechnet.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt wurde auch der Betriebsplan für den Mudauer Gemeindewald im Rahmen des Verwaltungshaushaltes zustimmend zur Kenntnis genommen, der mit einem Überschuss von 30.100 Euro durch die Forstbetriebsleitung Walldürn berechnet wurde. Forstbetriebsleiter Jörg Puchta und Revierleiter Michael Schwarz stellten diesen vor. Man will 2.290 Festmeter im Jahr 2016 einschlagen, und 1,2 ha bepflanzen mit 1.550 Bäumen (vor allem Douglasien und Lärchen). Im Rahmen der Einnahmen geht man davon aus, dass u.a. 108.000 Euro als Erlöse aus Holzerzeugnissen verbucht werden können. Den größten finanziellen Brocken bei den Ausgaben stellt die Holzaufbereitung mit 40.000 Euro, die Bewirtschaftungsbeiträge an den Landkreis in Höhe von 17.000 Euro und Aufwendungen für Kulturen von 11.800 Euro dar.

Weiter beschloss der Gemeinderat mit elf Ja- und sieben Nein-Stimmen Platz für einen Lebensmittel Discount-Markt (NZ berichteten) zu schaffen. Damit stellte sich der Gemeinderat mehrheitlich gegen den Mudauer Ortschaftsrates, der sich einstimmig für das Nachbargelände ausgesprochen hatte. Auch die Warnung von Gemeinderat Niemesch vor eventuellen Rechtsstreitigkeiten blieb unberücksichtigt. Gleichzeitig werden diese Nutzungen auf dem benachbarten Grundstück ausgeschlossen. Mit der Grundstückseigentümerin/Investor sei ein städtebaulicher Vertrag abzuschließen, der die entschädigungslose Aufhebung des Baurechts erlaubt, wenn davon in angemessener Frist nicht Gebrauch gemacht wird. Geplant ist der Bau eines Penny-Marktes mit einer Nutzfläche von 1.109 Quadratmetern, davon rd. 785 qm Verkaufsfläche mit Zugang und 324 qm Nebennutzfläche für Lager, Büro, Personal, WC usw. Die Anfahrt für Kunden und Warenanlieferung erfolgt von der Landesstraße aus, außerdem sollen 53 Stellplätze angelegt werden.

Seinen letzten Bericht über die vergangenen fünf Jahre mit über 400 Einsätzen gab Gerd Mayer als Gesamtkommandant noch einmal bekannt. Er lobte dabei vor allem die wichtige Jugendarbeit, die den Nachwuchs bisher perfekt abdeckt sowie die positive Ausbildungsbilanz der Aktiven. Sein Dank ging vor allem an Gemeindeverwaltung und Gemeinderat sowie an seinen langjährigen ersten Stellvertreter Franz Brenneis und alle, die ihn während der 20 Jahre seiner Zeit als Gesamtkommandant unterstützt haben. Nachdem in der Jahreshauptversammlung der Gesamtwehr von Mudau auch Neuwahlen zur Führung der 240 Mitglieder starken Freiwilligen Feuerwehr Mudau durchgeführt wurden, stimmte nun auch der Gemeinderat dem Ausgang dieser Wahlen zu.

Bestätigt wurden somit Markus Peiß zum neuen Gesamtkommandanten mit Manfred Müller als 1. Stellvertreter, Holger Münch als 2. und Marco Müller als 3. Stellvertreter des Gesamtkommandanten. Offiziell verabschiedet wurden Gesamtkommandant Gerd Mayer nach 20 Jahren, 1. Stellvertreter Franz Brenneis nach 25 Jahren und 2. Stellvertreter Manfred Hauk nach fünf Jahren. 

Langengarten1115 001

Auf dieser Freifläche soll ein knapp 800 Quadratmeter großer Penny-Markt gebaut werden. Während der Ortschaftsrat einstimmig dagegen war, stimmte der Gemeinderat mehrheitlich zu. (Foto: Liane Merkle)

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