Mosbach: „Mehr Gerechtigkeit wagen“

Rechtsruck im Land bereitet Sorge

(pm) Deutschland ist ein reiches Land. „Aber wie gerecht geht es bei uns zu?“ Diese Frage und verschiedene theologische und soziale Gerechtigkeitskonzepte diskutierten die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Dorothee Schlegel und Dr. Peter Bender von der Universität Kassel gemeinsam mit der örtlichen SPD und deren Arbeitsgemeinschaft 60plus.
„Soziale Gerechtigkeit ist für die SPD das Thema der Zukunft“, betonte Schlegel im Gespräch mit dem Politikwissenschaftler und Theologen Bender. „Anlässlich wachsender Ungleichheiten in unserer Gesellschaft ist soziale Gerechtigkeit eine Frage, die uns alle bewegt“, so die Politikerin. „Darauf wies Sigmar Gabriel letzte Woche auf der Wertekonferenz in Berlin hin. Mehr Gerechtigkeit zu wagen, heißt vor allem, die Freiheitsspielräume für Menschen und ihre Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben zu erhöhen. Dafür macht sich die SPD in der Großen Koalition stark. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass Menschen verschiedene Definitionen von Gerechtigkeit haben und wir deshalb nicht immer auf einen Nenner kommen können.“

Bender beleuchtete verschiedene Definitionen von Gerechtigkeit. Ausgehend vom Gerechtigkeitsbegriff in Philosophie und christlicher Tradition spannte er den Bogen zu aktuellen Aspekten wie Nachhaltigkeit in Zeiten der Globalisierung. Ziel der Sozialdemokratie müsse es sein, den Dreiklang aus gesellschaftlicher, emanzipatorischer und partizipatorischer Gerechtigkeit zu erreichen. Hierzu sei eine Reform des Sozialstaats unerlässlich, so der Wissenschaftler in seinem Vortrag. In der anschließenden lebhaften Diskussion ging es um Bildungsinvestitionen zur Erhöhung der Chancengleichheit bis hin zur Einführung einer progressiven Vermögenssteuer.

Sorgenvoll diskutiert wurde der derzeitige Rechtsruck im Land und in Europa. Dr. Schlegel bekräftigte, dass eine Lösung des Problems vor allem darin liege, soziale Probleme gründlich anzupacken. „Soziale Gerechtigkeit darf nicht nur in Sonntagsreden stattfinden. Sie muss auch umgesetzt werden“, so die Abgeordnete abschließend.

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