Mülben: 150 Jahre Gasthaus Engel

Die fünfte Generation der Familie Schäfer steht am Herd


Daniel Schäfer (li.) mit Ehefrau Heike (2.v.li.) und Tochter Jule (Mitte) nehmen im Beisein einiger Helferinnen die Glückwünsche von Bürgermeister Markus Haas (2.v.re.) entgegen. (Foto: Hofherr)

Mülben. Nach intensiven Recherchen in diversen Archiven, bis hin zum Landesarchiv in Karlsruhe, stand Mitte des Jahres endlich fest, dass es sich beim Gasthaus Engel Mülben um das älteste, noch betriebene Gasthaus in Waldbrunn handelt.

Die Geschichte beginnt vor genau 150 Jahren im Jahr 1866. Damals eröffnete Michael Schäfer im Wagenschwender Weg, damals die Hauptverbindungsstraße durch den Odenwald zwischen Würzburg und Heidelberg. Dementsprechend viele Reisende und Postkutschen und somit potenzielle Gäste passierten die neue Gastwirtschaft. Das Geschäft mit der Odenwälder Gastlichkeit florierte und Nachfolger Adam Schäfer ließ bereits zur Jahrhundertwende Außentoiletten getrennt nach Geschlechtern genehmigen und erbauen. Im Jahr 1907 folgte neuer Küchentrakt. Außerdem wurden Ställe vergrößert, um dem gesteigerten Bedarf an Odenwälder Rind- und Schweinefleisch zu sichern. Nachdem der Bau durch Valentin Schäfer im Jahr 1937 aufgestockt wurde, standen damit auch sogenannte Fremdenzimmer für Sommerfrischler, aber auch für weitergereiste Urlauber zur Verfügung.

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1983 ließen Erika und Karl Schäfer das alte Gebäude und damit die ursprünglichen Gasträume abreißen und durch moderne Räumlichkeiten ersetzen. Damals ging die Gastronomiefamilie auch bei den Gästeunterkünften neue Wege. Dem Trend der Zeit folgend entstanden neben den sechs Pensionszimmern im Jahr 1992 vier moderne Ferienwohnungen, die seither mit drei bzw. vier Sternen ausgezeichnet wurden.

Um auch Gesellschaften und größeren Gruppen genügend Platz zu bieten, entstand 2007 ein heller Wintergarten. 2012 übergaben Erika und Karl Schäfer das Gasthaus Engel an Heike und Daniel Schäfer, die das Familienunternehmen als Küchenmeisterin und Koch auch im Jubiläumsjahr noch führen.

Da Stillstand Rückschritt bedeutet, sind Schäfers auf vielen Felder aktiv. So gibt es rund um Mülben mehrere Geocaches – eine moderne Form der Schatzsuche – die von Gastronomen gepflegt werden, aber auch mit einer Tankstelle für E-Bikes am Haus und der Beteiligung an der E-Tankstelle im Dorf gehören ebenso dazu, wie die maßgebliche Beteiligung an den Waldbrunner Stutenmilch- und Mostwochen, die in Heike und Daniel Schäfer stets innovative Ideengeber und Programmgestalter finden.

Die hervorragende regionale Küche, die neben dem berühmten „Velte-Schitzel“ auch mediterrane Leichtigkeit bis hin zu deftigem Bayrisch auf der Speisekarte hat, sowie die diversen köstlichen Tropfen aus dem eigenen Keller zeigen darüber hinaus die Verbundenheit der Familie Schäfer zur Region, die auch nach 150 Jahren nicht an Kraft verloren hat. So gewann man in diesem Herbst die Auszeichnung „Bester Most des Winterhauchschule“.

Neben viele Festgästen, die anlässlich des Jubiläumsabends mit Haxen, Kartoffelbrei und Sauerkraut bewirtet wurden, war auch Bürgermeister Markus Haas gekommen um die Glückwünsche der Gemeinde zu überbringen.

Als Nachbar des Gasthauses wisse er um den guten familiären Zusammenhalt der Familie Schäfer. Dies sei sicher einer der Garanten für die 150-jährige Gastronomiegeschichte.
Dass mit Heike und Daniel Schäfer auch ein junges, tatkräftiges Wirtspaar die Nachfolge angetreten habe, sei für die Gemeinde und den Ortsteil von enormer Bedeutung. Zeige sich doch in viele Odenwalddörfern durch die Schließung der Gasthöfe eine deutliche Verarmung im gesellschaftlichen Leben. Als Ort der Gastlichkeit stehe der Engel seit unglaublichen 150 Jahren als Ort der menschlichen Begegnung, die auch durch Feriengäste sehr bereichert wird.

Abschließend wünschte Haas der Familie Schäfer immer ein volles Haus, damit auch Waldbrunn noch lange vom Engagement der Gastronomen profitieren kann.


Daniel Schäfer erläutert die Baudaten seiner Vorfahren an Gasthaus Engel. (Foto: Hofherr)

Infos im Internet:

www.gasthausengel.de

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