Zimmern: Wohnqualität enorm gesteigert


(Foto: Liane Merkle)
Zimmern. (lm) Gemeinderat, Bürgermeister und Verwaltung streben in enger Kooperation mit der Bevölkerung auch im kleinsten Seckacher Ortsteil Zimmern eine deutliche Verbesserung für die Lebensqualität an. Aus diesem Grund wurde bereits im September 2007 auf Grundlage einer Neuordnung des Ortskerns mit Funktionsverbesserungen in der Brückenstraße ein „Grobanalyse-Vorkonzept“ ausgearbeitet und den zuständigen Gremien vorgestellt.

Zahlreiche Leerstände von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden sowie mangelnde Unterhaltung ungenutzter Nebengebäude zeigten damals die rückständige Wohnqualität in dieser Kernzone auf. Deshalb erarbeitete Dorfentwicklungsplaner Bruno Kuk, IfK-Ingenieure, eine komplette Bodenneuordnung für das Altortquartier Brückenstraße – Banngasse – Dekan-Blatz-Straße, um die vielfältigen Mängel (nur privatrechtlich gesicherte Übergangs- und Überfahrtsrechte für einzelne Grundstücke, fehlende Abstandsflächen der Wohngebäude auf den jeweiligen Grundstücken, fehlende Freiflächen z.B. für die Anordnung von PKW-Stellplätzen oder Terrassen auf den Grundstücken) zu beseitigen bzw. abzuschwächen.

Diese Mängel stellten erhebliche Wertverluste für die Grundstücke dar und ermöglichten kein zeitgemäßes Wohnen, erläuterte Bauamtsmitarbeiterin Barbara Schmitt dem Gemeinderat mit Bürgermeister Thomas Ludwig im Rahmen der „Vor-Ort-Begehung“. Um eine deutliche Verbesserung für die Lebensqualität in diesem Wohnumfeld zu schaffen, hatte die Gemeindeverwaltung daher im Herbst 2010 folgenden „Entwicklung-Ländlicher-Raum-Förderantrag“ gestellt, dessen Gesamtkonzept darin vorgestellt wurde, der aber wegen des großen Umfangs in zwei Bauabschnitte unterteilt wurde: „Kleine Sanierung“: Neuordnung Ortsmitte Zimmern im Altquartier Brückenstraße, Banngasse, Dekan-Blatz-Straße mit Erwerb von Grundstücken und Gebäuden, Entkernung, Funktionsverbesserungen, Platzgestaltung und Bodenneuordnung.

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Konkret: I. Bauabschnitt, Anwesen, Dekan-Blatz-Str. 1, Ehemalige Bäckerei Frank, Banngasse. „Dieser I. Bauabschnitt ist inzwischen fertiggestellt; der neue Dorfplatz konnte zusammen mit dem neu gestalteten Einmündungsbereich der Dekan-Blatz-Straße in den Neuen Weg sowie dem Dorftreff “Am Lindenbaum“ im September 2013 eingeweiht werden (NZ berichtete). Auch die kleinere Platzgestaltung in der Banngasse wurde dabei an die Zimmerner Dorfgemeinschaft übergeben. Die bewilligte ELR-Zuwendung in Höhe von 164.450 Euro wurde in vollem Umfang an die Gemeinde Seckach ausbezahlt“, betonte Barbara Schmitt. Schon bei der Antragstellung im Herbst 2010 wurde auch der beabsichtigte II. Bauabschnitt vorgestellt, der vor allem aus der Bodenneuordnung des Grundstücks in der Brückenstr. 6, mit einer Grundstücksfläche von 495 m² bestand.

Um schon damals diese Maßnahmenfortsetzung vorzubereiten, hat der Gemeinderat in seiner nicht-öffentlichen Sitzung im März 2012 folgenden Beschluss gefasst: „Der Gemeinderat der Gemeinde Seckach stimmt dem Erwerb des Anwesens Brückenstr. 6, Flst.Nr. 110, Gemarkung Zimmern zu einem Kaufpreis von 22.500,00 Euro zu. Er beauftragt die Gemeindeverwaltung, den Kauf durchzuführen“. Die Gemeinde Seckach hat daraufhin das Grundstück im Sommer 2012 erworben, um zu einem späteren Zeitpunkt die hier beabsichtigte Bodenneuordnung im II. Bauabschnitt durchführen zu können; der Erwerb war ebenfalls Bestandteil des Förderantrags 2010 und wurde entsprechend gefördert.

Die geplante Grundstücksneugestaltung sah vor, die baulichen Anlagen auf dem Grundstück (Wohnhaus, Schuppen und Scheune) abzubrechen und danach die Grundstücksfläche so aufzuteilen, dass auf drei angrenzenden Grundstücken fehlende Terrassen, Freiflächen sowie PKW-Stellplätze angeordnet werden können. Der II. Bauabschnitt umfasst somit die Neuaufteilung des Grundstücks Brückenstr. 6 sowie die erforderlichen Vermessungsarbeiten für beide Bauabschnitte. Der ELR-Antrag für das Programmjahr 2016 enthielt somit vor allem folgende Maßnahmen: – Abbruch des Wohnhauses, des Schuppens und der Scheune auf dem Grundstück Brückenstr. 6 incl. möglicher Sicherungsmaßnahmen, – Rückbau und Angleichungsmaßnahmen der durch den Abbruch freiwerdenden Flächen (Abbruchfolgekosten), – Geländemodellierungen und Neubau von Stützmauern zur Geländesicherung, – Neuvermessung des I. und II. Bauabschnitts, – Grunderwerb für die Platzgestaltung Banngasse 6. Diese Baumaßnahmen sind inzwischen weitestgehend abgeschlossen.

„Die Vermessungsarbeiten werden in den nächsten Wochen durchgeführt“, ergänzte Bürgermeister Thomas Ludwig, nicht ohne Stolz ob dem gelungenen Sanierungsfortgang, denn schließlich können gleich drei Angrenzer durch die Neuaufteilung für ihr Zuhause eine deutliche Wertsteigerung ihrer Anwesen und eine beachtlich höhere Wohnqualität für sich verbuchen. Unter der Bauleitung von ifk-Ingenieure aus Mosbach zeichnete das Bauunternehmen Reiner Müller aus Großeicholzheim für umfassende und akribische Arbeiten verantwortlich. Die Gesamtkosten sind mit 200.000 Euro geplant.


(Foto: pm)

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