Hüffenhardt: Schnittkurs auf Obstwiese

(pm) Am vergangenen Samstag hatten die Gemeinde Hüffenhardt und der Landschaftserhaltungsverband Neckar-Odenwald-Kreis e. V. (LEV) zu einem Schnittkurs in den Streuobstwiesen an der Mehrzweckhalle Hüffenhardt eingeladen.

Bei sonnigem und warmem Wetter begrüßte LEV-Geschäftsführer Matthias Jurgovsky rund 30 interessierte Teilnehmer, Bürgermeister Walter Neff und Bauhofsleiter Torsten Hahn.

Der LEV bekommt immer wieder Anfragen von „Stücklesbesitzern“ zum Schnitt alter Obstbäume und zur Pflege der Wiesen unter den Bäumen. Deshalb hat sich der LEV gemeinsam mit der Fachwartvereinigung für Obst- und Gartenbau Neckar Odenwald zum Ziel gesetzt, entsprechendes Wissen zu vermitteln. Herr Jurgovsky dankte den Vorsitzenden Lothar Maier und den Fachwart Manfred Weyer für ihr Kommen und ihre Unterstützung.

Der Schnittkurs in Hüffenhardt war etwas Besonderes. Rund um die Mehrzweckhalle und dem Sportplatz wurden zahlreiche Patenschaftsbäume für neugeborene Kinder mit regionaltypischen Sorten gepflanzt. Beim Schnittkurs wollte man den Paten etwas Fachwissen zum Baumschnitt vermitteln.

Jurgovsky nannte exemplarisch zwei wichtige Argumente für den Erhalt der Obstwiesen:

Der Streuobstanbau in Baden- Württemberg hat eine besonders lange Tradition. Deshalb gibt es bei uns auch noch eine große Vielfalt mit mehreren hundert Sorten gegenüber einem Dutzend im Erwerbsobstbau.

In aller Munde sind das Insektensterben und der Verlust der Biodiversität. Hier kommt den Streuobstwiesen eine besondere Bedeutung als extensiv genutzter Lebensraum für Bienen, Hummeln, Schmetterlingen, Fledermäusen und Vögeln zu. Wichtig ist auch die Bestäubungsleistung v. a. durch Insekten.

Herr Maier erklärte anschließend den rund 30 Teilnehmern den Aufbau einer typischen Obstbaumkrone und beantwortet die Fragen warum, wann und wie man schneidet. Man unterscheidet den Erziehungsschnitt in den ersten 10 Jahren eines Baumes, gefolgt vom Instandhaltungs- oder Erhaltungsschnitt in der Ertragsphase bis zum Verjüngungsschnitt in der Altersphase.

In drei Gruppen ging es dann an die Bäume. Da die Bäume auf der Wiese zu unterschiedlichen Zeiten gepflanzt wurden, konnten verschiedene Methoden ausprobiert werden. Die Teilnehmer durften sich unter fachlicher Anleitung selbst am Erziehungsschnitt jüngerer Bäume oder Erhaltungsschnitt bei Bäumen mittleren Alters versuchen.

Das erlernte Fachwissen werden die Paten in den kommenden Jahren bei ihren Bäumen einsetzen und damit den Kindern, für die gepflanzt wurde, etwas Wertvolles hinterlassen können.

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