„Skandal bei der Frankenbahn“

Abellio RE

(Foto: Abellio)

Leserbrief zur Frankenbahn an Verkehrsminister Winfried Hermann

Guten Tag Herr Minister Winfried Herrmann!

Und nun heute der erste Arbeitstag nach dem Fahrplanwechsel bei der Frankenbahn und genau jetzt haben wir das Problem. Ein Skandal sondergleichen!

Es geht nur noch mit umsteigen

Den durchgehenden Zug für Schüler und Pendler gibt es für alle Haltestellen zwischen Osterburken und Möckmühl, sowie zwischen Möckmühl und Bad Friedrichshall nicht mehr. Es geht nur noch mit umsteigen, und das, obwohl der Zug um 6:25 Uhr Uhr seit Jahren täglich mit Schülern und Berufstätigen überfüllt ist. Nach dem Fahrplanwechsel hat man die Variante um 06:24 Uhr von Roigheim nach Möckmühl. Die Fahrt dauert vier Minuten. Dort kann man umsteigen, um dann 6:44 Uhr – nach einer guten Viertelstunde Aufenthalt – weiter nach Heilbronn zu fahren. „Toll!“, am frühen Morgen bei Wind und Wetter, Kälte und Schnee im Winter warten zu müssen.

Heute zum Start gab es gleich noch eine Steigerung, denn dieser Zug, der einzig sinnvolle für Schüler und Berufstätige, fiel aus. Ersatzlos gestrichen! Die Pendler standen wie die „Deppen“ am Bahnhof, von Schule und Arbeitsplatz abgeschnitten. Keiner kommt in die Schule, keiner zur Arbeit. Der nächste fahrplanmäßige Zug fährt um 7:10 Uhr und erreIcht um 7:50 Uhr Heilbronn Hbf. Sofern er denn fährt. Zusammengefasst hat man als abhängiger Pendler von 5:45 Uhr bis 7:15 Uhr keine Verbindung von Adelsheim, Sennfeld, Roigheim, Züttlingen, Siglingen, Neudenau, Herbolzheim und Untergriesheim nach Heilbronn!

Schienenersatz mit dem privaten PKW

Ich fuhr dann mit dem Auto zum Eilzug nach Möckmühl. Ich nahm vier Personen mit, die ich am Bahnhof einsammelte. Darunter eine heulende Schülerin, die zur ersten Stunde eine Klassenarbeit schreiben sollte. Ohne meinen privaten Fahrservice wäre das aufgelöste Mädchen nie rechtzeitig zur Schule gekommen.

Das kann nicht sein! Weder dass ich mit einer gültigen Fahrkarte nach Möckmühl fahren muss, weil kein Zug kommt um rechtzeitig zur Arbeit zur kommen, noch dazu, dass ich „Roigheimer Taxi“ spielen muss, weil der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) seiner Pflicht nicht nachkommt

Was machen Pendler, die keine Möglichkeit haben, ersatzweise ins Auto zu steigen? Diese Schüler und Arbeitnehmer kommen NICHT rechtzeitig ans Ziel. Ein absolutes No go! Noch schwieriger ist die Situation für Personen, die beispielsweise Von Roigheim nach Herbolzheim muss. Dann nützt der Eilzug von Möckmühl auch nichts, da er nicht hält. Genauso geht es Schülern und Berufstätigen aus Züttlingen, Siglingen, Neudenau, Herbolzheim und Untergriesheim da er dort ebenfalls nicht hält. Das zum Thema „durchgängige Zugverbindung für alle zur Hauptverkehrszeit.

Gewinner der Fahrplanumstellung sind ganz klar die Pendler aus Osterburken und Möckmühl, alle anderen dazwischen bis Bad Friedrichshall sind die größten Verlierer. Und das heute gleich am ersten Tag.

Sorry, aber kommen Sie Ihrer Pflicht nach Herr Hermann! Sorgen Sie dafür, dass die Schüler rechtzeitig und problemlos in die Schule und die arbeitende Bevölkerung zur Arbeit kommen. Der aktuelle Zustand ist für jeden Pendler aus Adelsheim, Sennfeld, Roigheim, Züttlingen, Siglingen, Neudenau, Herbolzheim und Untergriesheim UNZUMUTBAR!

Sollte keine Änderung eintreten, werde ich meine Fahrkarte ab Januar 2020 zurückgeben und aufs Auto umsteigen. Kostet mich viel mehr Geld, ist „ideal“ für den Klimaschutz – Vorsicht Ironie – ist aber leider die einzige Möglichkeit, um zur Arbeit zu kommen. Im Endeffekt kann man sich nur für „Pest“ oder „Cholera“ entscheiden. Das Auto ist in meinem Fall das geringere Übel. Aber klar, man muss man auch einen PKW besitzen und sich die Spritpreise leisten können.

An die Bürgermeister aus Adelsheim, Roigheim, Zütllingen, Siglingen, Neudenau, Herbolzheim und Untergriesheim zur Kenntnis. Es ist , doch sicher nicht in deren Sinne, was hier mit der Bevölkerung dieser Orte gemacht wird. Vielleicht haben auch die Stadt- und Gemeindeoberhäupter eine Möglichkeit, etwas dagegen zu unternehmen. (Anmerkung der Redaktion: Es gibt bereits einen offenen Brief der Bürgermeister.)

So kann es auf alle Fälle nicht weiter gehen!

Mit freundlichen Grüßen, in der Hoffnung auf umgehende Besserung,

Frank Speth

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