DGB kritisiert Klinik-Sparprogramm

Neckar-Odenwald-Klinik Mosbach

In Mosbach soll es künftig keine gynäkologische Abteilung mehr geben. (Foto: Archiv)

“Insbesondere Frauen werden hart getroffen“

Mosbach. (pm) Die Auswüchse der Gesundheitspolitik von Minister Spahn und dem Sparkurs der Länder machen sich auch im Neckar-Odenwald-Kreis mit aller Härte bemerkbar. So sehen sich die Neckar-Odenwald Kliniken gezwungen, Leistungen zu zentralisieren und Angebote nur noch an einzelnen Standorten vorzuhalten. Besonders betroffen sind die Gynäkologie und Geburtshilfe am Standort Mosbach, die nicht mehr betrieben werden soll. „Das ist für viele Frauen des Kreises besorgniserregend. Sie müssen z.T. 20 bis 30 Kilometer mehr bis zu ihrer Geburtsklinik fahren“, so der DGB.

Der DGB Neckar-Odenwald kritisiert diese Maßnahmen aufs schärfste. „Unsere Vorstellungen einer menschenwürdigen Gesundheitsversorgung sieht anders aus“, stellte der DGB Kreisvorsitzende Robin Friedl klar. „Gesundheitliche Versorgung gerade im ländlichen Bereich muss eine Aufgabe aller sein. Baden-Württemberg entzieht sich hier seiner Verantwortung und überlässt die Kliniken sich selbst. Diese müssen Investitionen aus den Eigenmitteln stemmen, die eigentlich das Land zu tragen habe“, so Friedl. Gerade kleinere Krankenhäuser können erforderliche Investitionen nicht aus den Fallpauschalen decken und kommen so unter Druck. Schließungen und Privatisierungen sind die Folge.

Der DGB will, dass die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum zur gelebten Daseinsvorsorge für die Bevölkerung wird. Spezialisierungen an einem Standort können durchaus die Qualität verbessern. Das dürfe aber nicht lediglich aus betriebswirtschaftlichen Interessen erfolgen. „Die Länder müssen für die Übernahmen der Investitionskosten wieder in die Pflicht genommen werden, aber auch die Überarbeitung der Fallpauschalen ist unumgänglich“, fordert der DGB Kreisvorsitzende. „Die Neckar-Odenwald-Kliniken sind mit ihren Problemen nicht allein. Wir müssen die Politik aufrütteln. Sie muss gesamtgesellschaftliche Verantwortung für eine gute, flächendeckende medizinische Versorgung übernehmen“, so Friedl.

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