Müll sammeln als soziales Lernen

Jugendliche der JVA Adelsheim stärken ihr Umweltbewusstsein

Adelsheim. (pm) Seit März 2015 wird in der Jugendvollzugsanstalt Adelsheim das Pilotprojekt „Fördernde Gruppenkultur“ im Hafthaus E1 erlebt und gelebt. Die Leitung des Projekts obliegt dem Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) und umfassende finanzielle Förderung erfolgt durch die Baden-Württemberg-Stiftung. In diesem Rahmen wird versucht die Jugendlichen u.a. durch eine gemeinsame Freizeitgestaltung und gemeinsame Ziele zur Mitarbeit und zu einem prosozialen Umgang miteinander zu motivieren. Schwerpunkte im Alltag zielen auf einen transparenten pädagogischen Rahmen ab, welcher klare Regeln und Absprachen sowie die Übertragung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten beinhaltet.

Hierzu zählt ein festgelegter Wochenplan, der den Heranwachsenden eine essentielle Struktur vorgibt. In Hinblick auf das soziale Lernen und das Fördern des Umweltbewusstseins hatte sich das Haus E1 dazu entschlossen mit der Stadt Adelsheim Kontakt aufzunehmen und eine „Müllsammelaktion“ mit „gelockerten“ Jugendlichen zu starten.
Auch im Projekthaus kommt es vor, dass die jungen Gefangenen ihren Müll aus dem Fenster entsorgen ohne sich Gedanken über ihr umweltschädigendes Verhalten zu machen. Dies sollte durch die Aktion einem Teil der Projektteilnehmer bewusstgemacht werden. Denn soziales Lernen ist ein lebensbegleitender Prozess der Reflektion und Prägung der Heranwachsenden.

Jugendliche und Mitarbeiter der JVA starteten zu Beginn vergangener Woche bei gutem Wetter am Friedrich-Gerner-Ring und teilten sich anschließend in zwei Gruppen auf. Eine Gruppe wanderte mit Müllsäcken und Müllgreifern gerüstet von der Siechsteige und dem Ronstockweg über die Untere Austraße nach Sennfeld. Die zweite Gruppe säuberte den Weg von der Dr. Traugott-Bender-Straße bis hin zum Eicholzheimer Weg mit Abschluss an der Fischbachhütte in Sennfeld. Insgesamt konnten zahlreiche Müllsäcke gefüllt werden, die dann von der Stadt Adelsheim abgeholt und entsorgt wurden. Hierfür ging ein besonderer Dank an den Bauhof in Adelsheim, welcher den Sammlern Warnwesten, Müllgreifer und Müllsäcke in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt hatte.

Bei der Abschlussrunde an der Fischbachhütte in Sennfeld wurde das Engagement aller Beteiligten durch Anstaltsleiterin Katja Fritsche sowie Bürgermeister Wolfram Bernhardt persönlich gewürdigt.

„Diese Aktion war für die Jugendlichen eine willkommene Abwechslung zu ihrem Haftalltag und sie erlebten eine Bewusstseinsveränderung, gerade in Hinblick auf die Müllthematik!“ zogen die Initiatoren positive Bilanz. Die Bereitschaft für solch gemeinnützige Tätigkeiten, dabei die eigene Wahrnehmung zu schärfen und zu hinterfragen, sei groß.

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