Flüchtlinge in Pfarrhaus aufgenommen

Das Bild zeigt die aus der Ukraine geflüchtete Familie (Mitte) und v.l. Jugendleiter Lars Kraus, Pfarrer Thomas Kuhn, Sportvorstand Mike Zöller sowie Reiner Münch und Bettina Wachter vom Pfarrgemeindeteam. (Foto: pm)

„Wir freuen uns, dass im Pfarrhaus Leben einkehrt und wir damit helfen können“

Schlierstadt.  (tm) Vor wenigen Tagen stand das Pfarrhaus in Schlierstadt noch unbewohnt leer. Seit vergangenem Wochenende hat sich dies geändert. Im Ort war eine sechsköpfige Familie aus der Ukraine bei einer anderen Großfamilie kurzfristig untergekommen. Auf Dauer wäre dies jedoch in der Privatunterkunft platzmäßig nicht zu bewältigen gewesen.

Durch gute Nachbarschaft entstand der Kontakt zum Schlierstadter Pfarrgemeindeteam. „Als Kirche haben wir die Verantwortung zu helfen wo Menschen in Not sind. Unsere Türe stand gleich weit offen als wir von der Situation der Flüchtlingsfamilie gehört haben. Durch den Einsatz des Gemeindeteams konnte schnell Abhilfe geleistet werden und die sechsköpfige Familie so vorübergehend ein Obdach finden“, zeigt sich der neue Pfarrer der Seelsorgeeinheit Adelsheim-Osterburken-Seckach (AOS), Thomas Kuhn, stolz und dankbar über die Initiative vor Ort. Immer wieder hatte sich das Gemeindeteam schon über die Nutzung des leerstehenden Pfarrhauses Gedanken gemacht, wohnt doch oft nur über den Sommer für ein paar Wochen ein Pfarrer zur Ferienvertretung im Schlierstadter Pfarrhaus.

„In dieser schwierigen Zeit sind alle gefordert. Da leisten wir gerne einen Beitrag um der Wohnungsnot Abhilfe zu schaffen und den Geflüchteten eine vorübergehende Bleibe bereitzustellen. Damit kehrt auch endlich mal Leben ins Pfarrhaus ein. Viel zu schade wäre es, dieses dauerhaft unbewohnt zu lassen. Damit nun einer Familie Freude und Schutz bereiten zu können freut uns besonders“, sind sich Bettina Wachter und Reiner Münch stellvertretend für das Gemeindeteam einig. In den vergangenen Tagen konnten die Mitglieder bereits zahlreiche Unterstützung registrieren.

„Das ist wirklich beeindruckend wie groß das Angebot nach wie vor ist, mit Lebensmitteln oder Fahrdiensten zu helfen“, wissen alle Beteiligten. So kam es auch zur erfreulichen Initiative des Sportvereins. Die drei Jungen der Flüchtlingsfamilien knüpften bereits nach ersten Tagen nach der Ankunft in Schlierstadt Kontakte im Ort und kamen so auch mit zum Fußballtraining der Junioren des SV Schlierstadt. In der Mannschaft wurden sie von allen Seiten herzlich begrüßt.

Allen voran auch von Jugendleiter Lars Kraus, welcher sich mittlerweile darum kümmerte, Jungen mit entsprechendem Fußballoutfit auszustatten. „Sport verbindet und baut sprachliche und kulturelle Barrieren ab. Wir wollen den Kindern eine sorgenfreie Zeit bei uns im Verein ermöglichen“, sagt Mike Zöller als erster Vorsitzender vom Sportverein.

Pfarrer Thomas Kuhn bedankte sich abschließend bei allen ehrenamtlichen Unterstützern, die der Familie für einige Zeit fernab des Kriegsgebiets ein Herz schenken und ihnen Anschluss geben. Er hofft derweil inständig auf ein baldiges Kriegsende und wünscht der Familie einen angenehmen Aufenthalt in Schlierstadt und allen in Ihrem Umfeld Gottes Segen.

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