20. Einbürgerungsfeier des Neckar-Odenwald-Kreises

(Foto: Martin Hahn)
Osterburken. (pm) „Wir haben hier eine schöne Familie, meine Arbeit, Freunde, unser Zuhause. Mein Leben ist nun hier in Deutschland und deshalb möchte ich ganz dazu gehören – mit allen Rechten und Pflichten. Ich möchte ein Teil der Gesellschaft sein und so auch Verantwortung übernehmen“, so Agustin David Rios Chicón aus Spanien, der bei der 20. Einbürgerungsfeier des Neckar-Odenwald-Kreises als 100. Person deutscher Staatsbürger wurde.

In den Räumlichkeiten der Volksbank Kirnau fand die zweite Einbürgerungsfeier in 2019 statt, bei der insgesamt 14 Personen direkt durch Überreichen der Einbürgerungsurkunde aus den Händen des Landrates Dr. Achim Brötel die deutsche Staatsbürgerschaft erlangten. Weitere 16 Personen, die seit der letzten Einbürgerungsfeier eingebürgert wurden, waren ebenfalls an diesem Abend in die Volksbank gekommen. Der Vorstand der Volksbank, Dieter Ehmann, hieß zahlreiche Angehörige der neu Eingebürgerten, Bürgermeister und Vertreter der Wohnortstädte und –gemeinden sowie Kreisräte willkommen und freute sich, dass die Volksbank Kirnau wiederum Ausrichter dieser würdigen Feierlichkeit sein durfte.

In seiner Ansprache stellte Landrat Dr. Achim Brötel fest „Wir alle können ohne Weiteres mehr als eine Heimat haben und vor allem auch jederzeit eine neue finden“ und zitierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der einmal in einer Rede sagte, dass „Heimat der Ort ist, an dem das Wir Bedeutung bekommt“. Weiter betonte der Landrat, dass die neuen deutschen Staatsbürger „nicht nur einfach da, sondern mit dem Herzen und dem Verstand in der neuen Heimat angekommen“ seien.

Frühere Einbürgerungen waren nur Amtshandlungen, bei dem der Verwaltungsbeamte in einem grauen Zimmer, den Einbürgerungsakt mit „Brief und Siegel“ vollzogen habe. Der Neckar-Odenwald-Kreis richte seit nunmehr 11 Jahren ganz bewusst Einbürgerungsfeiern aus. Der Landkreis wurde immer wieder und vor allem auch durch Menschen geprägt und positiv beeinflusst, die hier zunächst fremd waren, aber dann eine neue Heimat gefunden haben. Der Landrat erinnerte dabei an die gewaltige Aufbauleistung von Zentausenden Heimatvertriebener und Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg. An die Einzubürgernden gerichtet appellierte er „niemand soll wegen seiner neuen Staatsbürgerschaft seine alte Heimat oder die Heimat seiner Eltern vergessen, niemand die Traditionen, die Lieder, die Bräuche, die Kultur zurücklassen. Halten Sie bitte an Ihren Wurzeln fest, lassen Sie aber auch bitte neue wachsen“.

„Die Entscheidung Deutsche zu werden, wird den Menschen nicht gerade leichtgemacht, und das obwohl sie schon sehr lange hier leben“ betonte Bürgermeister Jürgen Galm in seinem Grußwort, denn „es erfordert doch einiger Voraussetzungen und Formalien“. Besonders stellte Galm die Bereitschaft zum Miteinander heraus und betonte, dass die neuen deutschen Staatsbürger ein Geschenk für die Städte und Gemeinden im Neckar-Odenwald-Kreis darstellen.

Bis zum Einbürgerungsabend wurden in 2019 insgesamt 111 Personen eingebürgert. Bei den Herkunftsländern ist die Türkei in den letzten Jahren ganz vorne, gefolgt vom Kosovo und auf Platz 3 Großbritannien. Ansonsten verteilen sich die Herkunftsländer über den ganzen Erdball: von Ägypten bis Ungarn waren im Jahr 2019 insgesamt 33 verschiedenen Herkunftsländer vertreten.

Dass der Neckar-Odenwald-Kreis ein Kreis mit vielen Chancen und Möglichkeiten ist, wurde im Imagefilm des Landkreises einmal mehr eindrucksvoll gezeigt. Die Musikschule Bauland umrahmte mit Nadin Menzel und Bassit Agbere, die sich auch für den Bundesentscheid „Jugend musiziert“ qualifiziert hatten, die Feier musikalisch mit den Musikstücken „Man in the Mirror“, „Let it shine“ und dem vorweihnachtlichen „Have yourself a merry little Christmas“. Anschließend gab es einen kleinen Empfang für alle Eingebürgerten und die Gäste.

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