Grüne fordern Konzept für Abwärmenutzung

08.03.10

Kreistagsfraktion nennt Vorschläge für Biomasseanlagen „lobenswert und überfällig“

Mosbach. „Lobenswert und überfällig!“ – dies war die Einschätzung der vier grünen Kreistagsfrauen Christine Denz, Simone Heitz, Gabi Metzger und Dorothee Roos, die sich auf ihrer Fraktionssitzung eingehend mit den Vorschlägen von Prof. Heck (FH Trier) zur Abwärmenutzung im Neckar-Odenwald-Kreis auseinander gesetzt hatten. Lobenswert deshalb, weil nun langsam auch hierzulande sich die Erkenntnis durchsetze, dass Energieeffizienz nur dann gegeben sei, wenn die bei der Stromerzeugung per Verbrennung entstehende Wärme ebenfalls genutzt werde. Bei den Biomassekraftwerken Obrigheim und Buchen-Sansenhecken und einigen teilweise privat betriebenen Biogasanlagen sei dies bisher nicht der Fall. Überfällig sei aber ein integrierter Ansatz schon im Vorfeld. Denn im Prinzip sei es ein teures Verfahren, bei den neuen Biomasse-Anlagen im Nachgang nach Wärmenutzung suchen und dabei ökologische Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.

Dies gelte, so Simone Heitz, möglicher Weise für die mobilen Wärmespeicher, deren Vorteil, nämlich ihre Beweglichkeit, auch ein Nachteil sein könne, weil eben zahlreiche LKW-Fahrten nötig seien, um die Wärme dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werde. Zudem sind solche Speicher nicht billig. Im Fall des Kreiskrankenhauses Mosbach müsse genau untersucht werden, ob nicht ein Blockheizkraftwerk vor Ort der bessere Weg sei.

„Wir brauchen ein Gesamtkonzept, punktuelle Lösungen sind auf Dauer zu wenig,  unterstrich Christine Denz. Trotzdem führe an der Umsetzung der vorgelegten Vorschläge zur Wärmenutzung kein Weg vorbei. „Es wird Zeit, dass wir von ‚Biomasseheizkraftwerken’ nicht nur reden. Vorerst ist das nur ein Wort, und die beiden Anlagen in Buchen und Obrigheim heizen wenig mehr als Luft.“ Die Vorschläge für Gemüseerzeugung und Fischzucht seien zu prüfen, sie seien aber nur bei regionaler Vermarktung sinnvoll.

Wichtig sei ein Konzept, so Gabi Metzger, das ein systematisches Vorgehen ermögliche. Zu unterscheiden sei dabei Prozesswärme für Industrieanlagen von Einrichtungen für private Haushalte. „Industriebetriebe können sich dort ansiedeln, wo es Wärme gibt. Damit könnten  AWN und WiNO werben und dies als Standortvorteil anbieten. Dann müssen allerdings auch die anderen Rahmenbedingungen stimmen, dann ist  es für private Investoren auch interessant.“

Nach Meinung von Dorothee Roos sind integrierte Nahwärmenetze, d.h. die Erzeugung und Abnahme von Strom und Wärme im Wohnquartier, der beste Weg für private Wärmenutzung. „Doch ist die Zeit der großen Neubaugebiete vorbei. Hier werden jetzt neue Ideen gebraucht.“

Die vier grünen Frauen haben sich vorgenommen, ein eigenes Konzept dafür zu entwickeln, wie der NOK dem Ziel der Null-Emission in sinnvollen Schritten näher kommen kann.

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