Das Bild zeigt Mitglieder des neu gewählten Präsidiums des DRK-Kreisverbandes Mosbach mit Ehrengästen der Kreisversammlung und den Geehrten. (Foto: Braun)
Kreisversammlung mit Präsidiumswahlen und Ehrungen
Mosbach. (sb) ie neue Rettungsdienstplanverordnung des Landes, die Fusion der Integrierten Leitstelle mit Heilbronn und die Auswirkungen des neu beschlossenen Beitragssatzstabilisierungsgesetzes sind die Herausforderungen, die den DRK-Kreisverband Mosbach aktuell beschäftigen. Das wurde bei der DRK-Kreisversammlung im Audimax der Dualen Hochschule Mosbach deutlich. Daneben standen Neuwahlen des gesamten Präsidiums, der Jahresabschluss 2025 sowie Ehrungen und Delegiertenwahlen zur DRK-Landesversammlung auf der Tagesordnung.
DRK-Präsident Gerhard Lauth eröffnete die Versammlung mit Grüßen an die Delegierten aus den Ortsvereinen, an das Präsidium und an die Ehrengäste.
In ihrem Grußwort stellte DHBW-Verwaltungsdirektorin Christine Zimmer die Duale Hochschule vor und ging auf den neuen Studiengang Pflege ein.
Der Erste Landesbeamte Dr. Björn-Christian Kleih überbrachte die Grüße des Neckar-Odenwald-Kreises, des Kreistags, des Landrates Dr. Achim Brötel sowie von Kreisbrandmeister Jörg Kirschenlohr. Am Beispiel eines Kollegen, der es nur einer funktionierenden Rettungskette verdanke, dass er kürzlich seinen Geburtstag und nun sein Ausscheiden in den Ruhestand feiern konnte, verdeutlichte er die Wichtigkeit des DRK und anderer Hilfsorganisationen.
Er dankte den Ehren- und Hauptamtlichen, die Engagement und Herzblut einbrächten. Das DRK sei zudem ein wichtiger Teil der sozialen DNA der Gesellschaft. Gerade dem Mosbacher Kreisverband sei der Landkreis aufs Engste verbunden.
Noch betreibe man gemeinsam die Leitstelle in Mosbach, habe aber das „große Projekt vor der Brust“, diese in eine größere Struktur mit Heilbronn zu überführen. „Wir wissen, was wir aneinander haben“, schloss Kleih, und Mosbachs DRK-Präsident konnte das nur bestätigen.
„Im Reformpaket zu den Krankenkassen, das die Bundesregierung gerade auf den Weg gebracht hat, sind einige ‚Klopper‘ für das DRK drin“, betonte Mosbachs Oberbürgermeister Julian Stipp in seinem Grußwort. Obwohl der Kreisverband mit rund 15 Millionen Euro Bilanzsumme und fast 500 Beschäftigen und Hunderten von Ehrenamtlichen mittlerweile ein „richtig großer Laden“ geworden sei, werde es unter den neuen Bedingungen nicht einfach sein, die Tarifsteigerungen im Rettungsdienst und in der Pflege zu refinanzieren.
Das DRK habe jedoch in seiner 150-jährigen Geschichte schon viele Stürme erlebt. Er sei sicher, dass die Führungsmannschaft im Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt den Karren weiterziehen werde. „Wir bauen auf Sie“, so Stipp.
Für die Blaulichtfamilie überbrachte der Leiter des Polizeireviers Mosbach, Polizeirat Andreas Hammer, herzliche Grüße und dankte für unzählige Einsatzstunden der Helfer in allen DRK-Bereichen im Hauptamt wie im Ehrenamt.
Mehr Alarmierungen, mehr Einsätze
In seinem Tätigkeitsbericht blickte Präsident Gerhard Lauth zunächst auf den Rettungsdienst. Im Jahr 2025 wurden rund 16.800 Einsätze im Rettungswagen und rund 20.000 Krankentransporte absolviert.
Den im Jahr 2024 neu eingerichteten Rettungswachenstandort in Mittelschefflenz dehnte man im Frühjahr 2025 auf einen 24-Stunden-Betrieb aus. Insgesamt betreibt das DRK-Mosbach Rettungswachen in Mosbach, Buchen, Hardheim, Osterburken, Schefflenz, Obrigheim und Robern.
„Wie es mit künftigen Wachenstandorten weitergeht, ist allerdings unklar“, so Lauth weiter und verwies auf die kürzlich beschlossene neue Rettungsdienstplanverordnung des Landes. Diese sieht vor, dass ab sofort das Innenministerium über Vorhalteerweiterungen, also neue Wachenstandorte entscheidet. Alle Beschlüsse der bisher zuständigen Bereichsausschüsse seien für die nächsten fünf Jahre ausgesetzt.
Natürlich müsse die „Flotte“ dennoch immer modern bleiben: Deshalb wurden auch 2025 wieder neue Fahrzeuge angeschafft.
Über 25.000 Notrufe über die Nummer 112 gingen 2025 in der Integrierten Leitstelle in Mosbach ein. Dazu kamen über 100.000 weitere Anrufe und Hilfeersuche über diverse Wege sowie 354 Telefon-Reanimationen.
Zur gemeinsamen Heilbronner Leitstelle merkte Lauth an, dass die Fusion nach aktuellem Stand im April 2027 vollzogen werde. Die Mosbacher Leitstellenbeschäftigten können am neuen Standort arbeiten, bleiben aber Beschäftigte des DRK-Kreisverbands Mosbach.
Der Wachstumsmarkt Pflege – das DRK betreibt eine Tagespflege, einen Ambulanten Pflegedienst sowie zwei Seniorenheime – biete Chancen, habe aber auch seine Probleme, so Lauth weiter. So seien beide Heime zwar sehr gut ausgelastet, man habe jedoch speziell im Waldbrunner Haus im Jahr 2025 Probleme gehabt, die geforderte Fachkraftquote zu erfüllen.
Die Leiharbeitskräfte, die man daher einsetzen musste, belasteten die Bilanz. Inzwischen sei man hier aber auf einem besseren Weg.
Voraussichtlich noch bis zum Jahr 2028 kann der Kreisverband das Heim in Waldkatzenbach betreiben, dann läuft die Genehmigung aus.
Auch im sozialen Bereich ist das DRK nach wie vor gefordert. Tafelladen, Kleiderladen, Integrationsmanagement und Obdachlosenunterstützung seien stark nachgefragt.
Besonders wichtig sind die Schulbegleitungen, so Lauth: „128 Kinder wurden im Jahr 2025 von 121 Mitarbeitenden des DRK betreut, 2026 steigen die Zahlen weiter.“
Die Neueinstellungen in diesem Bereich sorgten für deutlichen Zuwachs bei den Beschäftigten: Zum Jahresende 2025 zählte der Kreisverband 432 Köpfe, fast 40 mehr als im Vorjahr. Dazu kommen rund 50 Auszubildende.
Nach wie vor eine wichtige Säule des DRK sind die rund 670 Ehrenamtlichen, betonte Lauth. Sie engagierten sich unter anderem in den Bereitschaften, in der Wohlfahrts- und Sozialarbeit, im Jugendrotkreuz, in der Rettungshundestaffel, als Mobile Retter oder Helfer vor Ort sowie bei den insgesamt 44 Blutspendeaktionen, zu denen 5.552 Blutspender kamen. Im Hintergrund tragen knapp 7.000 Fördermitglieder den Kreisverband. Nach wie vor stark nachgefragt sind die verschiedensten Rotkreuzkurse.
Nicht fehlen durfte ein Rückblick auf das Jubiläumsjahr „150 Jahre Rotes Kreuz in Mosbach“. Gern erinnerte Lauth an den Festakt in der Alten Mälzerei, an den Katastrophenschutztag, den DRK-Fackellauf „Fiaccolata“, den Tag der offenen Tür an der Rettungswache, den Jubiläumsgottesdienst und weitere Veranstaltungen. „Wir haben sehr schön gefeiert“, so die Bilanz des Präsidenten.
Starke Marke, hohe Kosten
Der Fachkräftemangel, die Herausforderungen im Rettungsdienst und in der Pflege sowie die problematische finanzielle Situation der Kostenträger sorgten für ein wirtschaftlich schwieriges Jahr 2025, berichtete Schatzmeister Michael Krähmer. Rückforderungen der Kostenträger sowie erstmalige Sonderabschreibungen aufgrund der voraussichtlich 2028 geplanten Schließung der Seniorenheim Waldbrunn gGmbH sorgten für ein negatives Ergebnis im Jahresabschluss des Kreisverbandes.
Der Umsatz wuchs um 2,5 Millionen Euro auf 29,5 Millionen Euro. Gleichzeitig seien aber auch die Aufwendungen für Personal und Material deutlich gestiegen. Nach wie vor könne man auf eine komfortable Eigenkapitalbasis, eine starke Marke und ein gutes Image stolz sein – ebenso auf motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denen Krähmers Dank ebenso galt wie den Ehrenamtlichen.
Dirk Müller von der OT-audit Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bescheinigte dem Kreisverband eine ordnungsgemäße Buchführung für das Jahr 2025 und berichtete über den erteilten uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.
Dem Beschluss der Jahresrechnung 2025 durch die Kreisversammlung folgte die einstimmige Entlastung des Präsidiums, beantragt von Dr. Björn-Christian Kleih. Gerhard Lauth dankte dem Gremium für das Vertrauen und den Mitarbeitenden für ihren Einsatz.
Nach den Ehrungen (NZ berichtete) stand die Neuwahl des Präsidiums an. Unter der Leitung von Kreisgeschäftsführer Guido Wenzel wurde zunächst der Vorstand um Präsident Gerhard Lauth, Vizepräsident Berthold Prinz von Baden, Justiziar Volker Fütterer, Schatzmeister Michael Krähmer und seinen Stellvertreter Joachim Stutz im Amt bestätigt. Nachdem der bisherige stellvertretende Justiziar Hendrik Gaude auf eigenen Wunsch aus dem Präsidium ausscheidet, rückte Bürgermeister Jens Wittmann, bisher Beisitzer, in die Position nach.
Ebenfalls wiedergewählt wurden die weiteren Präsidiumsmitglieder Kreisverbandsarzt Hans-Peter Hillmeier, die stellvertretende Kreisverbandsärztin Verena Waschitschek, als Vertreterin der Ortsvereine Bettina Hamberger, Rotkreuzbeauftragter Dieter Kautzmann sowie die Beisitzer Nathalie Kletti und Michael Lagler. Neu im Gremium sind zwei weitere Beisitzer: die frühere DHBW-Rektorin Prof. Dr. Gabi Jeck-Schlottmann rückt für die ebenfalls ausscheidende Beisitzerin Christine Zimmer nach, Jörg Huber, früherer Vorstand der Johannes Diakonie, ist als neuer Beisitzer gewählt. Abschließend wurden drei Mitglieder der Gemeinschaft Bereitschaft ins Gremium gewählt: Kreisbereitschaftsleiterin Natalie Strom, Kreisbereitschaftsleiter Marco Berg und der stellvertretende Kreisbereitschaftsleiter Urban Fuchs.
In einem weiteren Tagesordnungspunkt wurden die Delegierten zur DRK-Landesversammlung bestimmt. Gewählt wurden Marco Berg vom Kreisverband; Robin Bracht vom Ortsverein Waldbrunn; Urban Fuchs vom Ortsverein Billigheim; Maik Heins, Adrian Kautzmann, Dieter Kautzmann, Jakob Schlegel (alle Ortsverein Mosbach) Christoph Knapp vom Ortsverein Limbach sowie Stefan Merkert und Karlheinz Walter vom Ortsverein Billigheim. Als Ersatzdelegierte wurden Patrick Haag (Ortsverein Schwarzach), Diana Nerpel (Bereitschaft Trienz), Nadja Roos (Bereitschaft Rettungshunde) und Rudolf Trabold (Bereitschaft Stein) gewählt.
Abschließend dankte Justiziar Volker Fütterer dem Präsidenten. „Gerhard Lauth führt den Kreisverband mit seinem Erfahrungsschatz und seinem Netzwerk in hervorragender Art und Weise“, dankte er im Namen des Vorstands, des Präsidiums und der Belegschaft. Brigitte Lauth überreichte er einen Blumenstrauß. Mit Dankesworten an die Delegierten, die Ehrengäste und besonders an die Duale Hochschule leitete Präsident Lauth zum gemeinsamen Abendessen über.
Ehrungen
Die Geehrten der Kreisversammlung
Drei Ehrenamtliche erhielten die Verdienstmedaille in Silber des DRK-Kreisverbandes Mosbach, verbunden mit einer Urkunde und einem Präsent.
Natalie Strom von der DRK-Bereitschaft Trienz ist DRK-Mitglied seit 2010. Innerhalb ihrer Bereitschaft ist sie seit 2019 als stellvertretende Leiterin der Helfer-vor-Ort-Gruppe und seit 2023 als stv. Bereitschaftsleiterin tätig. Natalie Strom war Gruppenführerin in der Einsatzeinheit und ist seit 2022 stellvertretende Kreisbereitschaftsleiterin, seit Ende Juli Kreisbereitschaftsleiterin.
Marco Berg von der DRK-Bereitschaft Schefflenz ist seit 2012 Mitglied des DRK, seit 2017 zudem Mitarbeiter im Rettungsdienst. Berg war von 2016 bis 2022 in der Leitung der Helfer-vor Ort-Gruppe in Schefflenz, seit 2022 ist er Bereitschaftsleiter der Ortsgruppe Schefflenz sowie Kreisbereitschaftsleiter.
Ausgezeichnet wurde auch Peter Schmidt vom DRK-Ortsverein Aglasterhausen, Mitglied im DRK seit 1985. Seit 2024 leitet er als Vorsitzender den Ortsverein und initiierte maßgeblich die Gründung der Helfer-vor-Ort-Gruppe in Aglasterhausen.