30 Jahre Medizin hinter Gittern

16.04.10

Dr. Steven Mülder als Anstaltsarzt gewürdigt. (Foto: privat)

Adelsheim. (bd)  In kollegialem und nahezu familiärem Rahmen beging man in der Adelsheimer Jugendstrafanstalt ein ganz außergewöhnliches Jubiläum. Der neue Leiter des Jugendgefängnisses, Psychologiedirektor Rainer Goderbauer, hatte zu Ehren von Dr. Steven Mülder eingeladen, der seit dem Frühjahr 1980 nebenamtlich als Anstaltsarzt tätig ist und mit dessen Namen das Adelsheimer Modell medizinischer Gefangenenversorgung aufs engste verbunden ist.

Vor den Mitarbeitern der Krankenabteilung , Verwaltungsleiter Helmut Bauer und VDL-Vertreter Harald Schwab trug der Anstaltsleiter nicht die übliche Laudatio zu Ehren des Jubilars vor, sondern im Rundgespräch kamen berufliche Vita und die vielfältigen Verdienste Mülders zur Sprache.

Der in der Gefängnisstadt Celle aufgewachsene Anwaltssohn hatte nach umfangreichen medizinischen Studien – darunter auch zwei Semester Veterinärmedizin – 1971 mit dem Staatsexamen abgeschlossen und danach zunächst als Medizinalassistent für gerichtliche und soziale Medizin an der Universität Kiel gearbeitet. Im Sommer 1972 wechselte er nach München, von wo es ihn nach 7 1/2 Jahren ärztlicher Tätigkeit zum Jahresbeginn 1980 nach Adelsheim zog. Hier ließ er sich im April 1980 als praktischer Arzt nieder. Wenige Wochen später nahm er die Tätigkeit in der JVA als „nicht-hauptamtlicher Anstaltsarzt“ auf.

Unter den besonderen Bedingungen des Jugendstrafvollzugs werde er seither mit großem Erfolg seiner Aufgabe gerecht, die gerade im Hinblick auf die beachtliche Zahl von Patienten mit Drogen- und Suchtproblemen oder psychiatrischen Auffälligkeiten äußerst anspruchsvoll sei. Mülder sei routiniert, besonnen und verfüge über enorme Fachkunde. Er sei besonders in den Bereichen Strahlenschutz und Suchtmedizin zusätzlich qualifiziert, seit 2006 nehme er auch das Amt des Strahlenschutzbeauftragten der JVA wahr.

Ausdrücklich überbrachte der Anstaltsleiter die Glückwünsche seines Vorgängers Dr. Joachim Walter, der mit Mülder zwei Jahrzehnte aufs Beste zusammenarbeitete und diesem zum 25-jährigen Dienstjubiläum 2005 eine Fachveröffentlichung über „intramurale Medizin“ gewidmet hatte.

Den guten Wünschen schloss sich auch Martin Knapp, Leiter des Krankenreviers der JVA, im Namen des medizinischen Personals der Anstalt an. Knapp betonte, dass Dr. Mülder auch außerhalb seiner Dienstzeit stets mit Rat und Tat zur Seite stehe und auch zur „Unzeit“ die Unterstützung nie versage. Mit einem eigens verfassten Gedicht und der Überreichung eines Geschenkkorbes endete seine Anerkennung.

Steven Mülder dankte dem medizinischen Personal wie auch der Anstaltsleitung herzlich und betonte, dass er den Arbeitsort und das engagierte und kompetente Team ungemein schätze.

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