Erneuter Großbrand in den Schwarzacher Werkstätten

12.07.10

Ein schwarzer Sonntag – 80 Beschäftigungsplätze betroffen

Der Sachschaden geht in die Millionen. (Foto: A. Peters)
Schwarzach. (ap) Gut vier Jahre nach dem verheerenden Feuer in den Schwarzacher Werkstätten hat am Sonntagabend ein erneuter Großbrand weite Teile der Beschäftigungseinrichtung für Menschen mit Behinderungen in Schutt und Asche gelegt. Betroffen sind vor allem der Berufsbildungsbereich, zwei Montageräume, die kleine Pulverbeschichtung und die Schreinerei. Der Schaden dürfte wieder im Millionenbereich liegen. Verletzt wurde niemand, allerdings erlitten mehrere Feuerwehrleute in der brütenden Hitze Schwächeanfälle.

Wie vor vier Jahren war das Feuer in einem Außenlager ausgebrochen, wo Holzpaletten und Gaskartuschen lagerten. Eine Anwohnerin hatte die Rauchentwicklung gegen 17.45 Uhr entdeckt und die Feuerwehr alarmiert. Diese war mit Löschzügen aus der gesamten Umgebung und insgesamt 358 Einsatzkräften schnell zur Stelle. Dank hervorragend koordinierter Arbeit konnte ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude und den angrenzenden Wald verhindert werden. Dennoch wurde der erst vor zwei Jahren nach dem Wiederaufbau eingeweihte Gebäudeteil erheblich in Mitleidenschaft gezogen.

Entsprechend groß war der Schock bei der Führung der Johannes-Diakonie Mosbach. Auch dem Schwarzacher Bürgermeister Theo Haaf stand der Schreck ins Gesicht geschrieben. Landrat Dr. Achim Brötel war ebenfalls vor Ort und bedankte sich bei allen Einsatzkräften. Die Meldung „Großbrand in der Johannes-Diakonie“ gebe Anlass zu schlimmsten Befürchtungen. In Anbetracht der Tatsache, dass keine Verletzten zu beklagen seien, sei man mit dem berühmten blauen Auge davon gekommen.

Kreisbrandmeister Rainer Dietz würdigte die Bemühungen der Johannes-Diakonie Mosbach um den Brandschutz. Hier sei ein hoher Standard vorhanden, der sich einmal mehr ausgezahlt habe. Denn die Rettungskette hatte einwandfrei funktioniert. Tief beeindruckt zeigte sich Vorstandsvorsitzender Dr. Hanns-Lothar Förschler, der mit seinem Vorstandskollegen Jörg Huber und vielen weiteren Leitungskräften der Johannes-Diakonie vor Ort war, vom Einsatzablauf. Jana Weilgunis Küchencrew hatte schnell eine Notbesetzung auf die Beine gestellt und im Akkord belegte Brote für die erschöpften Einsatzkräfte gerichtet.

Heute Vormittag sind Brandexperten der Kriminalpolizei im Einsatz, um die genaue Brandursache zu ermitteln. Über diese kann zur Stunde nur spekuliert werden. Für die ca. 80 Menschen mit Behinderung, deren Beschäftigungsplätze ein Raub der Flammen geworden sind, wird unter Hochdruck eine Lösung gesucht.

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