Mit Schilf wird das Fass dicht

Mülben. Nachdem es bereits Informationsveranstaltungen zu Streuobstwiesen gab, der Weg von der Blüte zur Frucht dargestellt wurde, stand gestern die Aufbewahrung des Mosts im Mittelpunkt einer Veranstaltung, zu der Familie Schäfer vom Gasthaus Engel den Küfer Willi Kamp aus Dallau nach Mülben eingeladen hatte. Unterstützt wurde der Handwerker, der als einer der letzten seines Fachs in den 50-er Jahren in Wagenschwend seinen Beruf erlernt hatte, von Otto Stich.

Der passionierte Mosttrinker Otto Stich war es auch, der ein 70 Jahre altes Fass aus Roteiche für die Vorführung zur Verfügung stellte. Anhand dieses Fasses erläuterten Willi Kamp und sein „Gehilfe“ Otto Stich viel Wissenswertes rund um das Küfereiwesen.

Zuerst öffnete Kamp das Fass, um es anschließend zu reinigen. Dabei erhielten die zahlreichen Zuschauer auch viele Informationen rund um die Mostherstellung. Außerdem hielten die beiden Handwerker viele Anekdoten bereit, mit denen sie ihr Publikum ein ums andere Mal zum schmunzeln brachten. So erzählte Stich, dass sein Fass vor ihm in sein neu gebautes Haus eingezogen sei. Als Hochzeitsgeschenk, sei der Most beim Einzug schon im Keller gelegen.

Nachdem Kamp das Fass aufwändig gereinigt hatte, setzte er den Deckel wieder ein. Zum Abdichten verwendete er ein spezielles Schilfgras, das er selbst geschnitten hatte. Beim anschließenden Test wurde die Dichtigkeit überprüft, bevor er das Fass schwefelte, um Schimmelbefall zur verhindern.

Während der Vorführung servierte Familie Schäfer verschiedenen Spezialitäten rund um Äpfel und Birnen, darunter auch ein selbst hergestellter Apfelbrand aus eigenen Waldbrunner Äpfeln, der bei Kennern viel Beifall erhielt.

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Mit selbst geschnittenem Schilfgras dichtet Küfer Willi Kamp das Fass ab. (Foto: Hofherr)

Infos im Internet:
www.mostwochen.de

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