Pflege mit Kopf, Hand und Herz

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Eigens für das 50jährige Jubiläum des Bildungsinstituts für Gesundheits- und Krankenpflege  haben sich die Schülerinnen und Schüler  – im Vordergrund der gerade examinierte Kurs – in einer Formation aufgestellt, die dem Logo (im Vordergrund) nachempfunden ist: „Pflege mit Kopf, Hand und Herz“. (Foto: LRA)

Neckar-Odenwald-Kreis/Mosbach. „Pflegenotstand“ – entgegen der Meinung vieler ist das kein Begriff der letzten Jahre. Denn schon vor 50 Jahren gab es einen eklatanten Mangel an Pflegekräften, der 1961 in Mosbach zur Gründung einer eigenen Krankenpflegeschule am damaligen Kreiskrankenhaus Mosbach geführt hat. Diese Krankenpflegeschule, die sich heute Bildungsinstitut für Gesundheits- und Krankenpflege nennt, haben im Laufe von fünf Jahrzehnten über 700 junge Frauen und Männer aus dem gesamten Kreis und darüber hinaus erfolgreich durchlaufen. Am 14. Oktober nun wird Jubiläum gefeiert. Neben vielen anderen, die Anteil haben an dem Erfolg dieser Schule, sind auch alle Absolventinnen und Absolventen – sofern die Adressen recherchiert werden konnten – zu einer großen Jubiläumsveranstaltung in die Alte Mälzerei in Mosbach eingeladen worden.


Brunhilde Marquardt ist seit 12 Jahren Leiterin der Schule, die, analog zum Berufsbild der früheren Krankenschwester, einen enormen Wandel durchgemacht hat. „Dieser Prozess wird auch nie abgeschlossen sein, wir sind kontinuierlich dabei, die Pflegeausbildung dem gesellschaftlichen und demographischen Wandel und natürlich den wissenschaftlichen Erkenntnissen anzupassen“, erklärt die Schulleiterin, die sich mit ganz viel Herzblut für „ihre“ Schule mit den insgesamt 62 Ausbildungsplätzen einsetzt. Mit viel Erfolg: Nie wurden Ausbildungsplätze abgebaut und dank des Engagements des gesamten Dozententeams haben die in Mosbach ausgebildeten Gesundheits- und Krankenpfleger/innen einen sehr guten Ruf und beste Aussichten für die Zukunft. Auch die Neckar-Odenwald-Kliniken selbst übernehmen regelmäßig etliche Absolventinnen und Absolventen.  Nicht nur in der Pflege, sondern auch in immer mehr verwandten Berufsfeldern – bei Sozialdiensten, in Behinderteneinrichtungen, bei Gesundheitsämtern, Beratungsdiensten und  Krankenkassen –  finden sich Beschäftigungen oder auch eine Weiterbildung.

Brunhilde Marquardt weiß, wovon sie spricht, wenn von den veränderten Anforderungen und dem steten Wandel im Berufsbild die Rede ist. Sie selbst hat von1968 bis 1971 in Mosbach die Ausbildung zur Krankenschwester begonnen. In den 60er Jahren herrschte noch ein patriarchalisches Pflegeverständnis: Der Arzt ordnet an, die Schwester gehorcht in Demut  – und der Patient schweigt. Auch die verbindlich vorgeschriebenen Schwesterntrachten einschließlich Häubchen wiesen neben den oft noch in der Ausbildung tätigen Ordensschwestern – speziell in Mosbach ist Schwester Luitgard Hartmann unvergessen – unmissverständlich auf den klösterlichen Ursprung der Pflege hin. „Eine heutige Auszubildende kann ich mir unmöglich in meiner Rolle von 1968 vorstellen“, bekennt die Schulleiterin: „Da liegen wirklich Welten dazwischen“.


Während die Pflege sich früher auf die Defizite des Körpers bezog, ist das heutige pflegerische Handeln  auf das ausgerichtet, was noch möglich ist. Gesundheitsfördernde Aspekte werden wichtig, die Menschen müssen darauf vorbereitet werden, trotz eventueller Defizite und nach einer sehr viel kürzeren Verweildauer im Krankenhaus ihr Leben möglichst eigenständig zu führen. Dazu braucht es ganz spezielle Fähigkeiten, Kompetenzen und Qualifikationen.  „Deshalb heißt unser Beruf auch nicht mehr Krankenschwester, sondern Gesundheits- und Krankenpfleger/in und deshalb haben wir auch unser Schule umbenannt“, erklärt Brunhilde Marquardt, die auch auf die veränderte Rolle des Patienten hinweist: „Der soll nicht mehr schweigen, sondern aktiv zum Genesungsprozess beitragen.“ Unverändert hoch ist der Anspruch an die Pflegekräfte. Demnach sollen sie, von der fachlichen Kompetenz einmal abgesehen, möglichst  immer freundlich, nett und hilfsbereit sein – in Anbetracht der Umstände ist das nicht immer ganz einfach. Was sie darüber hinaus aber anstreben, ist ein partnerschaftliches Verhältnis, vor allem mit den Ärzten und den Patienten.  „Unser Beruf ist tatsächlich sehr anspruchsvoll. Aber er ist auch sehr vielfältig und trotz schwieriger Rahmenbedingungen ist es nach wie vor ein toller Beruf. Wir pflegen mit Kopf, Hand und Herz nahe am Menschen, intellektuell herausfordernd, verantwortungsvoll, zukunftsträchtig und unser Beruf ist überall auf der Welt gesellschaftlich notwendig“, so die Schulleiterin, die in diesem Zusammenhang auch die Rolle der Neckar-Odenwald-Kliniken und des Landkreises lobt: „Das frühere Kreiskrankenhaus und die heutigen Neckar-Odenwald-Kliniken sind ein Unternehmen, das sich seiner sozialen Verantwortung stellt und den Nachwuchs fordert und fördert.“

Anlässlich des Jubiläums bzw. des Festaktes wird den geladenen Gästen am 14. Oktober um 14 und 15 Uhr die Möglichkeit geboten, an einer Führung durch das baulich völlig neu gestaltete Mosbacher Krankenhaus teilzunehmen. Anmeldungen dazu sind bitte an das Patienteninformationszentrum (PIZ) zu richten unter Telefon 06261/83-231 oder per E-Mail an piz.mosbach@neckar-odenwald-kliniken.de.

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