Schockanrufer müssen in Untersuchungshaft

Wertheim/Buchen. Einen schnellen Fahndungserfolg konnte die Polizei am vergangenen Wochenende verbuchen. Wie bereits berichtet, wurden nach zahlreichen Schockanrufen am Wochenende in den Bereichen Hardheim, Buchen und Wertheim am Sonntagabend zwei litauische Staatsangehörige in Wertheim vorläufig festgenommen (s. Bericht). Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Mosbach ordnete das zuständige Amtsgericht Mosbach am Montagnachmittag für die beiden 19 und 23 Jahre alten Litauer Untersuchungshaft an. Sie wurden zwischenzeitlich in Justizvollzugsanstalten eingeliefert.

Dem lag folgender Sachverhalt zugrunde: Am Samstag und Sonntag gingen beim Polizeirevier Wertheim insgesamt elf telefonische Anzeigen zu  russischen Schockanrufer ein. In allen Fällen blieb es bei Versuchshandlungen, wobei in zwei Fällen zwar Geldabholer an die Wohnungen der Geschädigten kamen, aber kein Geld erhielten. In allen Fällen wurde durch den Schockanrufer mitgeteilt, dass die Tochter der Familie eine Treppe hinuntergestürzt sei. Dabei habe sie ein Mädchen mitgerissen, das nun schwer verletzt wäre. Für die Behandlung dieses Mädchens sei ein Geldbetrag zu entrichten, der von einer beauftragten Person abgeholt werden würde.




Tätig war die Bande auch im Raum Buchen/Hardheim. Am Sonntag gingen acht ähnliche Schockanrufe ein – und in zwei Fällen waren die Täter in Buchen erfolgreich und erbeuteten bei zwei Opfern im Alter von 75 und 86 Jahren insgesamt 5000 Euro.

Zur Festnahme führte schließlich ein Anruf am Sonntag bei einer Familie in Bestenheid. Die Familie informierte die Polizei und man verständigte sich zur Übergabe von 1.000 Euro (gefordert waren zunächst 15.000 Euro). Der Geldabholer erschien am Sonntagabend in Bestenheid, ergriff aber schon vor der Geldübergabe die Flucht. Da sich der Flüchtige zu Fuß in ein Waldgebiet begab, wurde zur Unterstützung der Fahndung auch ein Polizeihubschrauber angefordert. Mit Erfolg – denn die Hubschrauberbesatzung konnte zwei Tatverdächtige auf dem Radweg zwischen Bestenheid und Wertheim erkennen und die Fahndungskräfte ständig über die Ortsveränderungen der beiden Personen informieren. Somit war es möglich, die beiden Männer gegen 22.30 Uhr unter der Odenwaldbrücke in Wertheim festzunehmen.  Da bei einem der Männer auch das vermutlich in Buchen erbeutete Geld sichergestellt werden konnte, war der Fahndungserfolg perfekt.  


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Info: Die Täter gehen immer mit der gleichen Masche vor. Gezielt werden meist Menschen mit russischem Migrationshintergrund angerufen. Dabei täuschten die Betrüger geschickt vor, dass sie im Auftrag eines Familienmitgliedes anrufen oder selbst zur Familie gehören. Dann das eigentliche Anliegen: Aufgrund eines Unfalls oder wegen eines sonstigen dringenden Vorfalls wollen die Anrufer von ihren Opfern Bargeld haben. Meist in Höhe von einigen tausend Euro.

Die Bevölkerung wird gebeten, solche Vorkommnisse unbedingt der Polizei zu melden.

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