TV Mosbach zieht positive Halbzeitbilanz

Handballkräfte bündeln für mehr Erfolg

Dirk foerster

Dirk Förster, Trainer des TV Mosbach, würde gerne die Handballkräfte in Mosbach bündeln, um dem Nachwuchs eine Perspektive zu bieten. (Foto: privat)

Mosbach. (pm) Zehn Spiele, acht Siege, zwei Niederlagen! Die Handballer vom TV Mosbach stehen nach einer Serie von acht Siegen in Folge auf Platz eins der Bezirksligatabelle. Für Dirk Förster, Mosbachs Trainer, war das nicht unbedingt zu erwarten: „Wenn man sieht was wir an Abgängen hatten, dann kann man ganz sicher nicht von einem zu erwartenden Ergebnis sprechen“, so der 42 Jährige.

Insgesamt sechs  Leistungsträger verließen aus unterschiedlichsten Gründen die Mannschaft. Patrick Mittmann und Stefan Hebel wechselten nach Neckarsulm bzw. Frankenbach/Neckargartach, Jan Schupp und Mario Grimm zog es nach München bzw. Würzburg, Lukas Hoffmann und Rene Weimann stellten sich der Herausforderung Neuaufbau nicht.  

Und da die Große Kreisstadt Mosbach nun nicht unbedingt der Nabel der Handballwelt ist und die TV Handballer auch den Abstieg aus der Landesliga zu verkraften hatten, gab es keine externen Lösungen. Die eigene Jugend musste es richten. Und die Kerle Yannick Somogyi, Lukas Schmid, Marcel Gehring, Kai Gärtner und Clemens Jurk machten ihre Sache zusammen mit den Arrivierten wie Stefan Heiß, Sascha Filipiak oder Fabian Schmid nach zwei heftigen Schlappen zu Beginn des Spieljahres so gut, dass nun der erste Platz zu Buche steht.  

„Fakt ist, dass wir uns den Platz durch unsere acht Siege auch verdient haben. Wir haben uns nach den beiden Klatschen gegen Flein und Schwäbisch Hall gefangen und ich glaube, dass der deutliche Sieg gegen Weinsberg  so etwas wie der Knackpunkt war. In diesem Spiel hat man gesehen, dass alle Spieler diesen Sieg unbedingt wollten. Damit war dann auch das Selbstvertrauen da und das ist gerade bei jungen Spielern notwendig um sie in eine stabile Formkurve zu bekommen“, so Förster, den am meisten die beiden Derbysiege gegen Buchen und Neckarelz gefreut haben. „Da war die Hütte voll, die Stimmung geil und die Punkte sind am Hammerweg geblieben. Was will man mehr??“

Nach dem Jahreswechsel erwartet der Trainer die schwerere Hälfte der Runde. „Das mag für den einen oder anderen nach den Ergebnisse durchaus kurios klingen, ich glaube aber dass das so sein wird. Zum einen haben wir nach unserer Spielpause mit Schwäbisch Hall den sicherlich dicksten Brocken gleich im ersten Spiel und zum anderen müssen wir sehen, dass wir  unsere jungen Spieler stabil halten. Aber gerade das macht mir die größten Sorgen, denn wir können zwar den einen oder anderen „Schwächeanfall“ kompensieren, wenn es sich aber mehrt, dann wird es schwer.“

Deshalb brauche man  für die jungen Kerle vor allem eins: bedingungslosen Rückhalt der Fans, hebt der Übungsleiter hervor. „Die müssen jetzt wie der achte Mann hinter uns stehen und auch den einen oder anderen Fehler verzeihen. Zu Beginn der Runde war das nicht immer so, aber jetzt muss einfach von der Tribüne auch das Pushing kommen, das wir in unserem Aufstiegsjahr hatten. Mosbach ist bekannt und gefürchtet dafür, dass die Jahnhalle brennt, wenn es ein Heimspiel gibt und da müssen wir wieder hin.“




„Wenn ich an die eine oder andere Kulisse denke, die uns 2009/10 nach vorn gebrüllt hat oder an die 200 Verrückten, die uns in Pfedelbach zum Sieg getrieben haben, da läuft es mir jetzt noch eiskalt den Rücken runter. Das müssen wir immer erleben, denn meine Jungs sind bis auf Micha Goertz und mich quasi Eigengewächse und daher sollte es auch mit der Identifikation kein Problem sein. Und wir beide gehören ja nach fünf Jahren nun auch schon zum Inventar“, stellt Dirk Förster augenzwinkernd fest.

Auf die Aussichten im Jahr 2014 angesprochen will Förster sich auf eine Platzierung nicht festlegen. Er will zwei weitere Youngsters in die Mannschaft integrieren. Manuel Großkopf, der gegen Neckarelz und Hohenlohe schon dabei war, und Simon Schwarz sollen den Sprung in die erste Mannschaft schaffen. Beide haben die Qualität und vor allem auch den Ehrgeiz das Ziel zu erreichen, ist sich der Trainer sicher. „Wir werden die beiden ab sofort heranführen und sicher realisieren, dass sie in die Mannschaft hineinwachsen. Charakterlich gibt es da ganz sicher keine Probleme, denn die beiden sind klar im Kopf“, so Förster.

In der TSG Schwäbisch Hall sieht der TV-Trainer den klaren Aufstiegsfavoriten sieht. „Das ist für mich ganz klar der Favorit. Sie sind aus der Landesliga abgestiegen, haben im Prinzip alle Spieler gehalten und sich noch gezielt verstärkt. Wenn Schwäbisch Hall nicht aufsteigt, wäre das schon ein kleines Wunder“, ist sich Förster sicher.

Ein paar kleine und große Visionen hat der ehemalige Horkheimer noch im Kopf: „Ja, da gibt es schon das eine oder andere was ich mir wünsche. Zum einen wäre es ein Traum, wenn wir unseren Tabellenplatz so lange wie möglich halten könnten, denn das hätte die Mannschaft verdient. Zum anderen wäre es schön, wenn beim TV Mosbach ein bisschen mehr das „Prinzip Leistung“ einziehen würde und alle an einem Strang ziehen um den Verein weiter nach vorn zu bringen und sportlich im Jugend- und Erwachsenenbereich etwas höher anzusiedeln.“

Außerdem solle man in der Kreisstadt den ein oder anderen Gedanken daran verschwenden wie man die Handballkräfte bündeln könne. Wenn jeder seine eigene Suppe koche, bleibe ein fader Beigeschmack und letztlich Mittelmaß. Würde man einen gemeinsamen Löffel schwingen, wäre es sicher leichter, die eigenen Talente hier zu halten. Die hätten sich nicht anderen Vereinen angeschlossen, weil dort das Bier besser schmeckt, sondern weil sie auf höherem Niveau Handball spielen und sich sportlich weiterentwickeln wollen, kritisiert Dirk Förster die Mosbacher Gemengelage.

„Wenn wir den zukünftigen Knoll, Landenberger und Co. hier die Möglichkeit bieten können sich sportlich zu entwickeln und ihren Ehrgeiz in die richtigen Bahnen lenken, dann wäre das ein kleiner Neuanfang. Das ist in meinen Augen auch durchaus realistisch und keine Träumerei, denn Talente haben Mosbach und Neckarelz schon genug hervorgebracht nur konnte man bis heute nicht davon profitieren“, wagt Förster einen offenen Blick in die Zukunft.

 

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