Touristischer Wandermarkt bietet enormes Potenzial

Fachvortrag bei der Mitgliederversammlung des „Lieblichen Taubertals“

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(Foto: Tourismusverband Liebliches Taubertal, Peter Frischmuth)

Taubertal. (pm) „Wandern – Urlaubsangebot mit Zukunft“ war der Titel eines Fachvortrags im Anschluss an den offiziellen Teil der Mitgliederversammlung des Tourismusverbandes „Liebliches Taubertal“. Diese fand in der vergangenen Woche unter Vorsitz von Landrat Reinhard Frank in Bad Mergentheim statt. Referent bei dem Fachvortrag war der stellvertretende Geschäftsführer des Deutschen Wanderverbandes, Erik Neumeyer aus Kassel.

Erik Neumeyer sagte, dass Wandern ein enormes Potenzial bietet. Rund 28 Millionen Deutsche sind regelmäßig auf Schusters Rappen unterwegs. Am liebsten wird in leicht hügeligen Landschaften gewandert, stellte Neumeyer fest. Es folgt dann das Flachland, und erst an dritter Stelle wird Alpinenwanderungen der Vorzug gegeben. Diese Ergebnisse aus der Wanderanalyse bestätigen die guten Chancen für das „Liebliche Taubertal“ mit seinen sanften Hügeln und den Flusstälern der Tauber und des Mains. „Wandern kann die Saison verlängern“, sagte Erik Nerumeyer. Durchschnittlich acht Millionen Menschen wandern auch im Winter. Deshalb wurde im Januar 2014 der 1. Deutsche Winterwandertag angeboten.

„Was ist Wandern?“, war eine der nächsten Fragen, die der Referent beantwortete. Alles, was über eine Stunde andauert, wird als Wandern bewertet. Kürzere Aktivitäten werden dem Spazierengehen zugeordnet. Eine heute übliche Tagesetappe umfasst 15 bis 18 Kilometer. Damit besteht ausreichend Zeit, Kultur in Burgen, Schlössern oder Klöstern wahrzunehmen und noch einzukehren. „Der Wanderer belohnt sich mit gutem Essen und gutem Trinken“, sagte Neumeyer. Hier hat die Ferienlandschaft „Liebliches Taubertal“ ebenfalls viel und vor allem eine gute Abwechslung zu bieten.

Auch der wirtschaftliche Faktor bei wandernden Gästen ist nicht zu unterschätzen. So geben Tageswanderer durchschnittlich 16 Euro pro Tag und Urlaubswanderer 57 Euro pro Tag aus. Die Kosten für die An- und Rückreise sowie die zuvor angeschaffte Wanderausrüstung sind dabei noch nicht enthalten. „Es ist deshalb unser Ziel, auch im Wandermarkt weiter voran zu kommen“, sagte Geschäftsführer Jochen Müssig vom Tourismusverband „Liebliches Taubertal“.




Erik Neumeyer sagte, dass sich Investitionen ins Wandern lohnen. Der Markt und das Interesse am Wandern ziehen weiter an. In die Infrastruktur investierte Gelder fließen über den Wirtschaftsfaktor Wandern um ein Vielfaches in die Wanderregionen zurück. Aufgrund der aktuellen Wanderanalyse aus dem Jahr 2013 wurde ermittelt, dass elf Prozent der Bevölkerung regelmäßig wandern, 23 Prozent Gelegenheitswanderer sind, 35 Prozent hin und wieder wandern, 29 Prozent der Menschen nicht wandern und zwei Prozent keine Angabe zur Befragung abgegeben haben. Laut der Wanderanalyse sind also rund 69 Prozent der Bevölkerung am Wandern interessiert. Die Zahl der aktiven Wanderer übersteigt die der Nichtwanderer ganz deutlich.

Auch die Motive für Wandern haben sich den heutigen Gegebenheiten angepasst. „Es wird weniger Halligalli gesucht, sondern mehr das zu sich selbst finden“, sagte Erik Neumeyer. Beim Wandern gehe es um die Erhaltung der Gesundheit, Stressabbau, die Suche nach dem Inneren und natürlich darum, Landschaft, Kultur und Gastfreundschaft zu genießen.

Wandern ist auch die beliebteste sportliche Aktivität der Urlaubsgäste aus dem Ausland. Auch dies bestätigt die aktuelle Wanderanalyse. Bei einer Befragung wurden folgende Anteile für Urlaubsaktivitäten ermittelt: 18 Prozent wandern, zehn Prozent möchten Fahrrad fahren, fünf Prozent Ski fahren, vier Prozent baden im See oder am Meer, und zwei Prozent möchten in ihrem Urlaub Wassersport treiben.

Wanderer kommen inzwischen auch aus allen europäischen Regionen nach Deutschland. Es ist heute schon beinahe selbstverständlich, dass Niederländer, Belgier, Schweizer, Dänen, Polen und Franzosen das deutsche Wanderangebot nutzen. Der deutsche Wandertourismus wird in diesen europäischen Nachbarländern von der Deutschen Zentrale für Tourismus beworben.

Die Natur, das Wanderangebot selbst, die Atmosphäre und das Flair, eine gute Luft und ein gesundes Klima sowie Ruhe sind die Kriterien, nach denen sich ausländische Gäste für eine Region entscheiden. „Somit hat das ‚Liebliche Taubertal‘ beste Voraussetzungen, um im Wandertourismus erfolgreich zu sein“, sagte Erster Vorsitzender und Landrat Reinhard Frank.

Zum Schluss sagte Erik Neumeyer, dass man heutzutage auf dem Wandermarkt nur mit Qualität erfolgreich agieren könne. „Was macht einen Weg gut?“, fragte er und nannte als Kriterien Beschilderung und Wegweiser, die Markierung, die Einbindung des Weges in die Landschaft, die Absicherung von Gefahrenstellen sowie die Erreichbarkeit mit dem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln. „Ein Wanderweg ist nur so gut wie sein schlechtestes Stück“, zog er sein Fazit.

Neumeyer appellierte auch an das ‚Liebliche Taubertal‘, bei den wanderfreundlichen Unterkünften weiter zu investieren. Hier zeichnet sich bisher ein Schwerpunkt in der Mitte des Taubertals ab. Den Tourismusverband und die Mitgliedsstädte und -gemeinden forderte er auf, bei der Weiterentwicklung zur Qualitätswanderregion nicht nachzulassen. Die weltgrößte Reisemesse ITB in Berlin habe kürzlich gezeigt, dass die Konkurrenz nicht schläft und am Thema Wandern sehr interessiert ist. Mit den beiden Qualitätswanderwegen, dem Panoramaweg Taubertal und dem Rundweg LT 2 Romantisches Wildbachtal, sei man an der Tauber und am Main auf einem guten Weg. Weitere Qualifizierungsmaßnahmen im Qualitätsmanagement, in den Touristinformationen hinsichtlich des Produktwissens, bei den Gastgebern und bei der emotionalen Ansprache müssen ebenso vorangebracht werden.

Informationen zum Wandern in der Ferienlandschaft „Liebliches Taubertal“ gibt es beim Tourismusverband „Liebliches Taubertal“, Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, Telefon 09341/82-5805 und -5806, Fax 09341/82-5700, E-Mail touristik@liebliches-taubertal.de, Internet: www.liebliches-taubertal.de.

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