Bilder aus einer „anderen Welt“ gezeigt.

Vernissage zur Ausstellung des Fotokünstlers Dietmar Riemann im Mosbacher Wahlkreisbüro von MdB Dr. Dorothee Schlegel

Mosbach. (pm) „Welche traurige Aktualität das Thema ,Sowjetunion‘ dieser Tage wieder erhalten würde, konnten wir bei der Planung der Ausstellung noch nicht erahnen“, sagte die Bundestagsabgeordnete Dr. Dorothee Schlegel vor rund 15 Gästen in ihrem Wahlkreisbüro. Gekommen waren diese zur Eröffnung der Ausstellung „Sowjetunion 1983/84 – Bilder aus einer anderen Welt“ des Fotokünstlers Dietmar Riemann.

„Kunst und Politik lassen sich miteinander verbinden und fördern sich gegenseitig“, betonte Schlegel in ihrer Eröffnungsansprache. Dietmar Riemann stellte sie als einen Künstler vor, der nie davor zurückschreckte, das Außergewöhnliche zu tun und dabei auch auf mächtigen Widerstand zu stoßen. So hatte der aus Sachsen stammende Fotograf seine Diplom-Arbeit an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig in einem Fotobuch über geistig behinderte Menschen niedergelegt. Vom SED-Regime alles andere als gern gesehen, wurde darüber ein Ausstellungsverbot verhängt – heute gilt das Werk als eines der bedeutendsten Bild-Bände der ehemaligen DDR.




Dietmar Riemann selbst setzte seine inzwischen über 30 Jahre alten Fotos der Ausstellung in Bezug zu den heutigen Ereignissen in Ukraine. Dabei äußerte er sich kritisch über das Verhalten des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die Halbinsel Krim entgegen des Völkerrechts an die russische Föderation anzugliedern. Es rufe Erinnerungen an den „Eisernen Vorhang“ hervor, der Europa einst trennte und viele Menschen das Leben kostete. „Sogar die Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 wird davon noch in den Schatten gestellt“, spitzte Riemann zu.

Die auf Urlaubsreisen entstandenen, überwiegend graustufigen Bilder zeigen Momentaufnahmen vom Leben im einstigen sowjetischen Großreich. Fotografiert wurden diese keineswegs ausschließlich in Städten wie Leningrad im heutigen Russland, sondern beispielsweise auch in der georgischen Hauptstadt Tiflis, im armenischen Jerewan oder in Baku in Aserbaidschan. 

In vielen Bildern kommt zum Ausdruck, welche Automatismen dort gelebt wurden, wo die zur Gewohnheit gewordene Unfreiheit im diktatorischen System wenig Perspektiven zuließ. Manche vermitteln aber auch den Eindruck von Zufriedenheit, in die Menschen sich zurückzuziehen neigen, wenn die gegebene Situation unveränderlich erscheint. Gemeinsam ist den Bildern, vielfältiger Interpretation zugänglich zu sein und zahlreiche Details zu enthalten, die dem ersten Blick oft verborgen bleiben.

Die Ausstellung ist bis zum 24. April im Wahlkreisbüro von MdB Dr. Dorothee Schlegel in der Badgasse 3 in Mosbach zu sehen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind dazu herzlich eingeladen. Geöffnet ist das Büro montags bis donnerstags von 9 bis 13 Uhr, freitags von 9 bis 12 Uhr.

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: